150 Jahre Kindergarten Eberstadt

„Es ist ein Segen, dass wir ihn haben.“

von Liane Merkle

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Ein musikalischer Geburtstagsgruß. (Foto: Liane Merkle) 

Eberstadt. „150 Jahre Kindergarten Eberstadt – das ist etwas ganz Besonderes“ und ein Jubiläum, das nicht viele Kindergärten in der Region des Diakonischen Werkes Baden feiern können. Das stellte nicht nur Oberkirchenrat Urs Keller in seinen Grußworten fest, darin erkannte auch Pfarrer Mathias Bless, wie wertvoll ihre Kinder den sehr armen Eberstädtern vor 150 Jahren schon waren, auch wenn es von der damaligen Kinderbewahranstalt zum heutigen Kindergarten ein weiter Weg war.

Und so hatte der erkrankte Gemeindepfarrer die Jubiläumspredigt, die Prädikant Dieter Häfner und Dekan Rüdiger Krauth präsentierten, auf den Spuren Jesu und dessen Einladung „Lasset die Kinder zu mir kommen“ aufgebaut. Markus 10 und eben das Geschehen um die genannte Einladung herum kam als Mitmachgeschichte in der voll besetzten Eberstadter Mehrzweckhalle bestens an und vor allem die Kinder brachten so richtig Leben in diesen Teil des Gottesdienstes.


Angeregt durch diese Geschichte wurde auch die anschließende Familiensegnung von den Anwesenden gerne angenommen. Für den gestalterisch und musikalisch hervorragenden Rahmen dieses Festgottesdienstes zeichneten souverän die Kindergartenkinder mit ihrer Leiterin Kerstin Lamadé sowie der örtliche Gesangverein und die Musikkapelle Eberstadt verantwortlich.

Neben unzähligen „ehemaligen“ Kindergartenkindern, Mamas, Papas, Omas und Opas waren der Einladung zum 150. Geburtstag außerdem Bürgermeister Roland Burger sowie Ortsvorsteher Nico Hofmann, die beliebte „Tante Margret“ und der ehemalige Pfarrer Schwab gefolgt, die die Darbietungen der Kinder während des Gottesdienstes und beim Nachmittagsprogramm unter dem Motto „Wir gehen auf Zeitreise“ in vollen Zügen genossen.

Bereichert wurde das Fest weiter durch eine Spielstraße, Bastelangebote, Krabbelsack, Unterhaltung mit der Spinnstube Häfner sowie eine große Fotogalerie „aus früheren Zeiten“ und über das „Kindergartenjahr“.

In seinen Grußworten ging Oberkirchenrat Keller auf die Notwendigkeit der Kindergärten ein, zum einen, weil die Kinder nie wieder so wissbegierig sind wie gerade in diesem Alter, aber auch weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf enorm wichtig, der Kindergarten als Standortfaktor nicht zu unterschätzen und die religiöse Bildung eine wunderbare Grundlage interkultureller Sprachfähigkeit sei.

Gerade das Eberstadter Kindergartenjubiläum zeige aber auch das unglaubliche Engagement der jeweiligen Verantwortlichen um den Erhalt in hervorragender Qualität, die zu sichern er gerne die weitere Unterstützung des diakonischen Werkes zusagte.

„Wir wünschen euch viel Glück“ gratulierte der Gesangverein Eberstadt musikalisch unter Stabführung von Stefan Frey.


Bürgermeister Roland Burger lobte die Gründung der Kinderbetreuung vor 150 Jahren, indem er anmerkte: „Eberstadt war mit dieser Entscheidung seiner Zeit voraus“. Denn noch 1910 erreichte der Anteil der Kinder, für die ein Kindergartenplatz zur Verfügung stand, im übrigen Deutschland gerade mal 13 Prozent.

Außerdem war er wie Winston Churchill der Meinung: „Es ist einfacher, eine Nation zu regieren, als vier Kinder zu erziehen“, denn es sei eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, Kinder tagtäglich einerseits Kinder sein zu lassen und sie gleichwohl auf die Anforderungen des Lebens vorzubereiten. Gerade in diesem Zusammenhang habe sich die gewachsene Partnerschaft von Kommunen und Kirchen gut bewährt.

„Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Kinder zu haben dagegen das Schönste“, umschrieb Dekan Krauth als vierfacher Vater seine Glückwünsche und lud Kinder, Väter und Mütter zu einem Reigentanz ein, bevor Ortsvorsteher Nico Hofmann abschließend der Grußworte einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Eberstadter Kindergartens hielt, der von Anfang an unter dem Motto „Kinder sind unsere Zukunft“ gestanden habe und von dem er noch immer überzeugt schwärmte: „Es ist ein Segen, dass wir ihn haben.“

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Kindergarten-Kinder und dahinter Dekan Krauth neben Oberkirchenrat Urs Keller und Ortsvorsteher Nico Hofmann. (Foto: Liane Merkle)

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