79 Prozent aller Landwirte nutzt FIONA

79 Prozent aller Landwirte nutzt FIONA

Auf dem Hof der Familien Alfred und Andreas Denz in Mosbach-Sattelbach trafen sich die ausgelosten Preisträger der „FIONA- Aktion“: Unter allen Landwirten im Kreis, die ihren gemeinsamen Antrag im FIONA-Online-Verfahren gestellt haben, wurden drei Odenwälder Schlemmerkisten verlost. Damit wollen der Erste Landesbeamte Martin Wuttke sowie Gerhard Kohler und Gerhard Bundschuh vom Fachdienst Landwirtschaft weiter für dieses Verfahren werben. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis / Sattelbach. Die Familien Alfred und Andreas Denz aus Mosbach-Sattelbach, Erich Kniehl aus Neunkirchen/Buchen-Bödigheim und Michael Kaufmann aus Elztal-Auerbach hatten richtig Glück. So wie sie hatten die Besitzer von immerhin 835 weiteren landwirtschaftlichen Betrieben im Neckar-Odenwald-Kreis ihren „Gemeinsamen Antrag“ über FIONA (steht für Flächeninformation und Online-Antrag) gestellt.

Die genannten Familien aber hat das Losglück getroffen und stellvertretend für alle anderen wurden sie nun mit einem Preis belohnt. Denn im Amt für Landwirtschaft im Landratsamt ist man sehr froh über die stetig steigende Zahl der FIONA-Antragsteller. Dort hat man ein eindeutig definiertes Ziel. „Derzeit sind wir bei 79 Prozent FIONA. An die 95 Prozent möchten wir aber schon ran“, so Gerhard Bundschuh vom Landratsamt.


Zum Hintergrund: Der „Gemeinsame Antrag“ ist ein umfangreiches Antragswerk zur Gewährung von Ausgleichszahlungen in der Landwirtschaft. In Papierform waren sowohl die Landwirte als auch die Mitarbeiter des Landratsamtes Tage und Wochen damit beschäftigt, insbesondere, wenn in der Folge von der weiter verarbeitenden Behörde Fehler gerade bei der Flurstücksbearbeitung beanstandet wurden. Denn dann standen aufwändige Korrekturen an.

Mit FIONA kann der Antrag online gestellt werden. Über das Internet können sich die Landwirte im System anmelden und direkt auf ihr Flurstücksverzeichnis zugreifen. Die flurstücksbezogenen Daten für den Gemeinsamen Antrag  können dort eingetragen werden, gleichgelagerte Flurstücke werden zu Sammelbuchungen zusammengefasst. Alle Flurstücke lassen sich auch als Luftbild abrufen.

Am Bildschirm können Entfernungen oder Teilflächen ermittelt sowie erforderliche Skizzen erstellt und ausgedruckt werden. Verschiedene Auswertungsmöglichkeiten erleichtern dem landwirtschaftlichen Unternehmer die Antragstellung und ein Prüfsystem macht vorab auf Fehler aufmerksam, die ansonsten erst nach der Antragstellung erkannt würden. Dadurch kann unter Umständen eine Prämienkürzung, in jedem Fall aber zusätzliche Arbeit für alle Beteiligten vermieden werden.

Zahlreiche Schulungen und  beinahe rund um die Uhr zu erreichende „Hotlines“ zu sehr engagierten und erfahrenen FIONA-Spezialisten im Amt für Landwirtschaft haben vielen Betriebsführern die Scheu vor dem Computerverfahren genommen. „Am Anfang bleibt man schon mal „hängen“ und weiß nicht warum. Aber wenn man weiß, wen man anrufen kann und derjenige dann auch sofort weiter hilft, dann ist das eine feine Sache“, so Michael Kaufmann und seine Frau.

Tatsächlich sind die Zahlen beeindruckend: Während 2009 gerade mal vier Prozent aller Antragsteller im Kreis FIONA genutzt haben, waren es 2012 stolze 79 Prozent. Mit anderen Worten: von 1061 Anträgen wurden im laufenden Jahr 835 online gestellt. Was für alle Beteiligten viel Papierkrieg, Zeit und Aufwand spart, insbesondere auch bei Folgeanträgen, für die man auf die Angaben aus den Vorjahren zurückgreifen kann.


Martin Wuttke, Erster Landesbeamter, freute sich mit Gerhard Kohler und Gerhard Bundschuh vom Amt für Landwirtschaft und Herbert Kempf vom Kreisbauernverband über diese Entwicklung und natürlich auch über die Preisträger, die sich auf dem Hof Denz in Sattelbach getroffen hatten. „Mit ihren Betrieben in ganz unterschiedlichen Größen repräsentieren Sie die Vielfalt der Landwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis“, so Wuttke, der betonte, dass die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Größe im Kreis ist: „Neben der Produktion landwirtschaftlicher Güter sind sie als aktive Gestalter der Landschaft unverzichtbar.“  

Er lobte die Aufgeschlossenheit und Innovationskraft der Landwirte, die sich in so kurzer Zeit auf FIONA eingelassen hätten, und versprach, dass der Landkreis sich auch weiterhin für den flächendeckenden Breitbandausbau einsetzen werde: „Wir wissen schließlich, dass ein leistungsfähiger Internetanschluss Grundvoraussetzung für FIONA ist.“ Die Antragsteller selber, die jeweils eine Odenwälder Schlemmerkiste in Empfang nehmen durften, wollen jedenfalls nicht mehr zurück zur Papierform: „Wer sich einmal mit der Hilfe des Amtes für Landwirtschaft und den engagierten Mitarbeitern dort durch FIONA durchgekämpft hat, der gibt das nicht mehr auf. Denn damit ist die Antragstellung tatsächlich viel einfacher.“ 

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