Sitzung des Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschusses

Buchen. (lra) In seiner Funktion als Schulleiter der Zentralgewerbeschule Buchen war Wolfgang Seifert etliche Male Gastgeber vor allem für Sitzungen des Schul-, Kultur- und Partnerschaftsausschusses des Kreistags. Zum Ende des Schuljahres tritt der verdiente Schulleiter in den Ruhestand. So war die aktuelle Ausschusssitzung die letzte, zu der er in „seinen“ Räumen begrüßen konnte. Zum Ende hatte er ein „Schlusswort“ angekündigt.

Zunächst aber eröffnete Landrat Dr. Achim Brötel, der die Sitzung leitete, die Tagesordnung mit der Mitteilung, dass der Ausschuss in seiner letzten Sitzung beschlossen habe, Studiendirektor Konrad Trabold beim Regierungspräsidium Karlsruhe für die Besetzung der Schulleiterstelle an der Zentralgewerbeschule Buchen und damit als Nachfolger Wolfgang Seiferts vorzuschlagen. Eine Bestätigung stand zum Zeitpunkt der Sitzung noch aus. „Wir rechnen aber fest damit“, so der Landrat.


Zur „Förderung der Volks- und Chormusik“ investiert der Landkreis 12.000 Euro, die im Verhältnis der Mitgliederzahlen verteilt werden. Nach Ausführungen Dr. Brötels erhält der Blasmusikverband Odenwald-Bauland, der mit 3.873 Personen am mitgliederstärksten ist, 5.712 Euro. Der Chorverband Mosbach darf sich über 3.468 Euro freuen, der Sängerkreis Buchen erhält 1.440 Euro, der Sängerbund Badisch-Franken 744 Euro und der Chorverband Kurpfalz Heidelberg schließlich 636 Euro. „In Anbetracht dessen, was Blasmusikkapellen und Chöre bei uns leisten, ist das sehr gut angelegtes Geld“, stellte der Landrat fest.

Dr. Jörg Scheuerbrandt, Leiter des Römermuseums Osterburken, war eigens nach Buchen gekommen, um die Ausschussmitglieder über die aktuelle deutsch-ungarische Sonderausstellung „Im Auftrag des Adlers“ zu informieren. „Damit wollen wir Werbung machen für diese wirklich außergewöhnliche und sehr sehenswerte Ausstellung“, ergänzte Dr. Brötel, der Dr. Scheuerbrandt als Initiator und treibende Kraft lobte: „Was hier geleistet wurde, hat auch das Land durch eine entsprechende Förderung und durch die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewürdigt.“

Dr. Scheuerbrandt startete in der Folge zu einem virtuellen Rundgang durch die Ausstellung, in deren Mittelpunkt die halbfiktive Lebensgeschichte des römischen Soldaten Publius Ferrasius Avitus steht. Der wurde im heutigen Szombathély im ungarischen Partnerkomitat Vas geboren und hat in Obernburg einen Weihestein gestiftet, der die Forscher auf seine Spur und die Idee zur Ausstellung gebracht hat. Der Museumsleiter gab auch einen Einblick hinter die Kulissen und ließ erahnen, wie aufwändig die Recherche, die Zusammenstellung der Objekte, die Erstellung der Bilder, der konsequent zweisprachigen Texte und Begleitmaterialien, die Leihverträge, der Transport, Versicherungen und vieles mehr zu bewerkstelligen waren: „Allein wegen zweier kleiner Bernsteinobjekte muss die Temperatur im Museum konstant 23 Grad und die Luftfeuchtigkeit 50 Prozent betragen.“

Dank der Unterstützung verschiedener Museen, vor  allem des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, sei das derzeit „größte Projekt am gesamten Limes“ gelungen, so Dr. Scheuerbrandt. Er lud die Ausschussmitglieder ein, es bis zum 14. Oktober  – dann wandert die Ausstellung weiter nach Konstanz bzw. nach Szombathély – ihren Kollegen vom Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr gleich zu tun, die das Museum in der letzten Woche besucht haben.


Das Schlusswort blieb Wolfgang Seifert überlassen. Er blickte zurück auf 25 Jahre Dienst an der Zentralgewerbeschule, davon sieben Jahre als stellvertretender Schulleiter und 18 Jahre in leitender Funktion. Unter drei Landräten sei das Verhältnis zum Schulträger immer besser geworden, die Wege kürzer, die Bürokratie weniger und die Freiheit damit größer: „Das war mir sehr recht, auch wenn es mehr Arbeit und Verantwortung mit sich gebracht hat.“ Die Einrichtung stehe sowohl in baulicher Hinsicht als auch die Ausstattung betreffend sehr gut da: „Die Schule hat sich hervorragend entwickelt, auch wenn wir immer einen langen Atem für Investitionen gebraucht haben und natürlich oft Kompromisse eingehen mussten.“ Ein schönes Beispiel sei die neu eingerichtete Ladentheke für Bäckerei- und Metzgereifachpersonal, an der wirklichkeitsgetreu ausgebildet und geprüft werden kann und die die Ausschussmitglieder im Anschluss besichtigten.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: