Regionales Trauma-Zentrum in Mosbach zertifiziert

Hohe Kompetenz bei der Versorgung von Unfallverletzten

Philippe Maurice Jumel

Der am 24. Mai 2012 verstorbene Chefarzt Dr. Philippe Maurice Jumel hat viel dazu beigetragen, dass die Neckar-Odenwald-Kliniken am Standort Mosbach jetzt alle Anforderungen eines regionalen Traumazentrums erfüllen. (Foto: pm)

Mosbach. (pm) Das große Engagement des kürzlich verstorbenen Chefarztes der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Philippe-Maurice Jumel, wirkt für die Neckar-Odenwald-Kliniken in mehrfacher Weise positiv nach. So kommt dem Krankenhaus Mosbach bald der Status eines regionalen Traumazentrums zu, in dem alle Schwerverletzten, ausgenommen der Patienten mit Gehirnverletzungen, medizinisch versorgt werden können, ohne zur Behandlung in andere Häuser verlegt werden zu müssen. Diese Aufwertung ist nach den Worten des Geschäftsführers der Neckar-Odenwald-Kliniken, Andreas H. Duda, „in hohem Maße dem Engagement von Herrn Dr. Jumel zu verdanken“.


Die Zertifizierungsgesellschaft „DIOcert“ bestätigte dem Krankenhaus Mosbach jüngst in einem noch an Dr. Jumel gerichteten Schreiben „die Erfüllung der Anforderungen zur Behandlung von Schwerverletzten nach den Kriterien des Weißbuchs der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.“ Diese Bestätigung ist die Voraussetzung zur Zertifizierung des Krankenhauses Mosbach als „regionales Trauma-Zentrum“.

Die förmliche Anerkennung als Trauma-Zentrum erfolgt allerdings erst, wenn auch das „TraumaNetzwerks Kurpfalz“ seine Zertifizierung erhält. Zu dieser verbindlichen Kooperation haben sich die Uniklinik Heidelberg als Maximalversorger, das Krankenhaus Mosbach als Schwerpunktversorger und das Krankenhaus Sinsheim als Basisversorger zusammengeschlossen. Weitere Kliniken planen, den Kreis der Netzwerkpartner in Kürze zu erweitern. Dazu zählt das Universitätsklinikum Mannheim ebenso wie das Theresienkrankenhaus Mannheim.

Mit der Zertifizierung des Netzwerks ist nach Auskunft seines Sprechers Prof. Dr. med. Gerhard Schmidmaier, Leiter der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Universität Heidelberg, bis zum Herbst 2012 zu rechnen. Zu den Zielen des TraumaNetzwerks Kurpfalz äußert sich Prof. Schmidmaier wie folgt: „Die bereits sehr gute Kooperation zwischen den beteiligten Kliniken wird durch das Traumanetzwerk weiter gefestigt und ausgebaut. Vorhandene Ressourcen bei der Behandlung von Schwerverletzten können hierdurch optimal genutzt werden. Somit können wir auch langfristig eine optimale Versorgung unserer Patienten gewährleisteten. Neben der Patientenversorgung werden auch die Mitarbeiter der Kliniken in regelmäßig stattfindenden gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen geschult.


Insbesondere mit dem Krankenhaus Mosbach, einem Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg, besteht schon seit langem eine sehr intensive Zusammenarbeit. Dies ist nicht zuletzt der sehr bedeutenden fachlichen und menschlichen Kompetenz des leider verstorbenen Freundes und Kollegen Jumel zu verdanken.“

Der neue Status des Standortes Mosbach als Schwerpunktversorger und regionales Traumazentrum eröffnet die Möglichkeit einer unverzüglichen Behandlung von Schwer- und Schwerstverletzten. Dies entspricht auch der Bedeutung der Notarztstandorte Mosbach und Buchen. Gemäß den Bestimmungen der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie muss eine Klinik, die als regionales Trauma-Zentrum anerkannt sein will, „spezielle Fachdisziplinen zur definitiven Versorgung von Schwerverletzten und entsprechende Intensivbehandlungs- und Operationskapazitäten vorhalten.“

Dass die Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach diese Anforderungen erfüllen, ist, so Geschäftsführer Duda, „in besonderer Weise ein Verdienst von Chefarzt Dr. Jumel. Er hat die Zertifizierung als regionales Trauma-Zentrum konsequent angestrebt und die Voraussetzungen dafür geschaffen. Seiner umsichtigen Personalentwicklung und Führungskraft verdankt es sich, dass die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie heute fachlich und menschlich bestens aufgestellt ist und die Versorgung auf hohem Niveau sichergestellt bleibt.


Der Tod von Herrn Dr. Jumel bedeutet neben dem großen persönlichen Verlust gleichzeitig den Verlust einer Führungskraft, die es verstand, ein Team so aufzubauen, dass es auch ohne sie funktioniert. Dass diese Situation so früh und unerwartet eingetreten ist, hat vielerorts Bestürzung und Traurigkeit ausgelöst.“

Auch für Prof. Schmidmaier, den ersten Sprecher des TraumaNetzwerks Kurpfalz, bedeutet der plötzliche Tod von Chefarzt Jumel „ …einen großen persönlichen Verlust. Wir verlieren mit ihm einen außergewöhnlich sympathischen Menschen, sehr guten persönlichen Freund und hervorragenden Kollegen. Ich werde alles daran setzen, das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, in seinem Sinne weiterzuführen.“

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