Auch im hohen Alter noch im Garten Bisher nicht bewertet.

Agnes Lenhard feiert 90. Geburtstag

von Liane Merkle

Agnes Lenhard

Die Jubilarin war in diesem Jahr erstmals im Krankenhaus. (Foto: Liane Merkle)

Schloßau. Sie spricht sehr leise mit einem feinen Lächeln, und doch hört man ihr sehr genau zu. Und man kann sich gut vorstellen, wie sie ihren Wilhelm bezaubert hat, als er sie 1947 im benachbarten Forsthaus entdeckte und heftig hofierte.

Die Rede ist von Agnes Lenhard, geb. Wawricek, die am heutigen Donnerstag in Schloßau ihren 90. Geburtstag feiern kann. Das zierliche Persönchen ist noch immer der Mittelpunkt ihrer Familie. Fünf Kinder und Schwiegerkinder, 13 Enkel und zwei Urenkel feiern heute mit ihr und suchen auch sonst gerne ihre Nähe.


Geboren wurde Agnes Lenhard als jüngstes von drei Kindern am 5. Juli 1922 in Pomitsch (Südmähren) und sie teilte das Schicksal vieler unglücklicher Menschen, als sie im Sommer 1945 zusammen mit der Mutter und den Geschwistern aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Über Österreich kamen sie in das Auffanglager in der Klinge bis sie 1946 bei einer Familie in Waldauerbach aufgenommen wurden.

Es dauerte nicht lange bis der adretten und fleißigen jungen Frau eine Stelle bei Forstmeister Cellarius und seiner Familie in Schloßau angeboten wurde, wo sie mit viel Freude und Einsatz den Haushalt und die Kinder übernahm. Und natürlich dauerte es auch nicht lange, bis sie dem benachbarten Wilhelm Lenhard auffiel, der ihr sechs Jahre lang den Hof machte bis sie den Waldfacharbeiter und Nebenerwerbslandwirt 1953 heiratete.

Wenn man ihr zuhört, wird deutlich, wie sehr sie das Leben an seiner Seite genossen hat. Die harte Arbeit in der Landwirtschaft machte ihr nichts aus. Die naturverbundene Jubilarin liebte alles, was mit Garten und Tieren zusammen hing. Selbst heute noch lässt sie sich die Gartenarbeit nicht nehmen. Zu gerne war sie auch in den Heidelbeeren, die sie zentnerweise sammelte und überwiegend verkaufte, bis auf den Teil, den sie für ihre Familie zu kulinarischen Leckereien, angefangen vom Kuchen bis hin zum Heidelbeerwein, verarbeitete.


Engen Kontakt hat Agnes Lenhard noch zu ihrer Schwester Julie und deren Familie in Waldauerbach und zur Familie des schon verstorbenen Bruders Hans. Man besucht sich, so oft es geht. Wie die Kinder verrieten, war die treue Leserin der Tageszeitung in diesem Jahr das erste Mal in ihrem Leben im Krankenhaus, und die überaus fleißige und quirlige Mama habe den „all-inclusive-Service“ überaus genossen und ihren Nachwuchs damit in Erstaunen versetzt.

Den zahlreichen Glückwünschen zum heutigen Jubeltag schließt sich unsere Redaktion mit den besten Wünschen für Gesundheit gerne an.

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