Auch mit schweren Gewichten ist Inklusion leicht

Kraftdreikämpfer um Oliver Caruso begeisterten bei Fest des Kultusministeriums

500 Warminski Leitheusser Caruso

Auch mit schweren Gewichten kann Inklusion einfach und leicht sein. Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (l.) selbst griff am Pavillon des Special Olympics-Teams der Johannes-Diakonie in Stuttgart zu den Gewichten. Oliver Caruso (Mitte) stand ihr zur Seite.  (Foto: pm)

Stuttart/Schwarzach. (da) An der Gesellschaft teilhaben und teilnehmen zu können, darum geht es bei der sozialen Inklusion. Chancen dafür eröffnet ganz besonders der Sport. Dies zeigte sich auch bei der Festveranstaltung „Starke Schülerinnen und Schüler braucht das Land“, mit der das Kultusministerium jetzt in Stuttgart „60 Jahre Baden-Württemberg“ feierte. Ziel der Veranstaltung war es, die Qualität der Schulen im Bundesland zu demonstrieren. 400 junge Akteure präsentierten dazu rund 1000 Gästen Schulprojekte aus den Bereichen Technik und Wirtschaft und gestalteten ein Bühnenprogramm mit Musik, Tanz, Akrobatik, Dichtung, Kunst – und inklusivem Sport.


„Die Schulen stellen vor, welche tollen Projekte auf die Beine gestellt werden können, wenn junge Menschen voller Engagement und Begeisterung gemeinsam mit Lehrkräften an einem Strang ziehen“, brachte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer das Festprogramm auf den Punkt.

Engagement und Begeisterung ist auch auf dem Schwarzacher Hof der Johannes-Diakonie Mosbach zu erleben. Hier ziehen Schüler der Schwarzbach Schule, Mitarbeitende des Wohn- und Freizeitbereichs, Athleten des SV Germania Obrigheim und Landestrainer Oliver Caruso an einem Strang. Oder vielmehr: Sie stemmen gemeinsam Gewichte, und das sehr erfolgreich. Achtmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze brachten die Kraftdreikämpfer der Johannes-Diakonie jüngst aus München von den Special Olympics mit. Gute Gründe für Christian Rettich vom Ministeriumsreferat Sport und Sportentwicklung, die Beteiligten nach Stuttgart einzuladen.

Hier zeigten die Athleten nicht nur, was in ihnen steckt. Denn bei dem Projekt geht es nicht allein um sportliche Leistung. Ebenso spielten Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung eine Rolle, erläuterte Caruso. Und bei all dem steht die Inklusion im Mittelpunkt. „Gerade Sport ermöglicht, Hemmschwellen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen“, ist die Erfahrung des Landestrainers. Deshalb standen neben den Schwarzacher Sportlern mit Nico Müller und Matthäus Hofmann auch zwei der besten deutschen Nachwuchs-Gewichtheber auf der Bühne. „Ein echter Erfolg, und das zu erleben, macht richtig Spaß“, zeigte sich der ehemalige Weltmeister und Olympia-Dritte Caruso beflügelt. „Ein gelebtes Inklusionsmodell“, anerkannte ebenfalls Jörg Huber, Pädagogischer Vorstand der Johannes-Diakonie.


Das Bild imponierte gleichermaßen den Repräsentanten des Kultusministeriums sichtlich. Denn schon Markus Brock vom SWR hatte in der Anmoderation des Projektes darauf hingewiesen: Der Regierungsbehörde sei Inklusion ein ganz wichtiges Anliegen. Das daraus auch Unterstützung folgt, dafür ist Caruso dankbar. Er braucht sie auch, denn für ihn geht es immer weiter. Den inklusiven Verein „Kraft-Werk Schwarzach“ hat er bereits gegründet. Was nur noch fehlt, sind Trainingsräume. Sind diese erst einmal vorhanden, kann vielleicht auch die Ministerriege Baden-Württembergs nach Schwarzach kommen. Für sie hat Gabriele Warminski-Leitheußer Caruso nach einem Training gefragt.

500 Kraftdreikaempfer

Zweimal pro Woche trainieren Jugendliche mit Behinderung auf dem Schwarzacher Hof die Disziplinen Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben. Was sie aus sich herausholen können, auch das zeigten sie jetzt auf der Bühne im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart. (Foto: pm)

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