Zur Jahresmitte Plus bei Ausbildungszahlen

Positive Zwischenbilanz kurz vor der Sommerpause – Hauptgeschäftsführer Dieter Müller: „Handwerk ist High-Tech“

Rhein-Neckar-Odenwald. (pm) So hoch wie lange nicht mehr ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge bei der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald zum Stichtag 30. Juni 2012.

Dieter Müller, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Mannheim, vermerkt es mit Stolz: 521 junge Menschen haben bereits jetzt einen festen Ausbildungsvertrag mit einem hiesigen Handwerksunternehmen abgeschlossen, und das bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahresmonat von rund 7,6 Prozent. „Vor einem Jahr waren erst 488 Verträge in der Lehrlingsrolle registriert“, erläutert Müller. Und wörtlich: „Es ist sicher noch etwas früh für eine endgültige Aussage. Aber steigt die Zahl in den nächsten Monaten so weiter, könnten wir auch in diesem Jahr wieder an die 2.000er-Marke kommen.“


Die aktuelle Zahl an neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen sei vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erfreulich. „Die Schülerzahlen sinken, die Auswahl der geeigneten Bewerber für einen Ausbildungsplatz im Handwerk wird entsprechend schwieriger“, beschreibt Müller die Situation. Und weiter: „Viele Handwerksbetriebe sind noch auf der Suche nach dem passenden Auszubildenden. Dabei tun sich gerade die Unternehmen schwer, die technisch anspruchsvolle und sehr komplexe Berufe ausbilden. Handwerk ist heute in vielen Bereichen Hightech und erfordert ein großes Interesse an technischen Zusammenhängen, das nicht jeder mitbringt.“ Und gute Schülerinnen und Schüler ziehe es leider häufig an die Hochschulen – „dabei gibt es auch im Handwerk unzählige Karrierechancen“, weiß Müller und weist darauf hin, dass die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems viele Wege nach oben ermögliche. „Wer will, kann nach seiner Ausbildung im Handwerk sogar ohne Abitur einen Hochschulabschluss erreichen.“


Sehr positiv wertete Müller andererseits die Bereitschaft der Handwerksunternehmen der Region, Ausbildungsplätze anzubieten. „Die Konjunktur brummt, oft jagt ein Auftrag den anderen – da ist es nicht überall selbstverständlich, sich die Zeit für die Ausbildung eines jungen Menschen im laufenden Betrieb zu nehmen“, sagt Müller. Doch bei den meisten Unternehmen sei mittlerweile die Botschaft angekommen, dass sie sich möglichst früh die Fachkräfte von morgen sichern sollten, versichert der Hauptgeschäftsführer. Dazu gehöre einerseits, Fachkräfte zu halten und permanent weiterzubilden, andererseits aber eben auch, neue junge Kräfte auszubilden.

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