Ausbildungsberufe in der Region sichern

Gespräch der CDU-Kreistagsfraktion in der Gewerbeschule Mosbach

Neckar-Odenwald-Kreis. Zur Vorbereitung der Kreistagssitzung führte die CDU-Kreistagsfraktion zuvor ein informatives Gespräch mit der Schulleitung der Gewerbeschule Mosbach. Weiter beschloss man einen Prüfantrag zur Einrichtung einer Ruf-Taxilinie Eberbach-Waldbrunn.

 

Schulleiter OStD Direktor Andreas Hoffner und stv. Schulleiter Ralf Schmidt stellten die Gewerbeschule Mosbach vor. 73 Lehrkräfte unterrichten die 40 Klassen im Teilzeitbereich im Rahmen der dualen Ausbildung in Fachbereichen Bau-, Eletro-, Fahrzeug-, Farb- und Metalltechnik sowie die 24 Klassen im Vollzeitbereich. Die Gesamtschülerzahl ist seit 2009 rückläufig. Neben der demographischen Entwicklung spiegeln sich hier konjunkturelle Entwicklungen, aber auch die Bereitschaft der Wirtschaft, ausreichend Ausbildungsplätze anzubieten wieder; hinzu kommen die Auswirkungen des Weggangs der Bundeswehr und des Abwanderns von Ausbildungsberufen. Im laufenden Schuljahr hat die Gewerbeschule Mosbach 1.071 Schüler, 584 im Teilzeit- und 487 im Vollzeitbereich. Hier ist z.Zt. das Technische Gymnasium mit 160 Schülern das „Flaggschiff“; mit dem neuen Profil „Gestaltungs- und Medientechnik“ wird das TG im kommenden Schuljahr dreizügig geführt. Darüberhinaus bietet die Gewerbeschule im tertiären Bereich Vorbereitungskurse für Meister und Schweißlehrgänge an.


 

Die Schulleitung unterstrich die Bedeutung der Gewerbeschule für die Region. Der Rückgang an Ausbildungsplätzen hat in einigen Berufsfeldern zu geringen Schülerzahlen geführt, so dass die Abwanderung der Ausbildung in die benachbarten Zentren droht. Nach Auffassung der CDU-Fraktion sei diese Befürchtung sehr konkret, da der geplante Abbau von Lehrerstellen durch die neue Landesregierung zur Konzentration führe. Hier sei allerdings darauf hinzuweisen, dass ein regionaler Ausgleich geschaffen werden muss; denn die S-Bahn verkehre in beide Richtungen. Zugleich appelliere man an die Wirtschaft in unserem Raum, genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Denn wenn die Ausbildung im Kreis nicht mehr angeboten werde, sei zu befürchten, dass Jugendliche verschiedene Ausbildungsberufe nicht mehr wählen, wenn die Fahrten in die Oberzentren nicht zumutbar seien; die Folge sei dann ein Facharbeitermangel in den Betrieben.

 

Befürchtungen hat man auch vor den Auswirkungen der neuen Bildungspolitik im Land, die zu einem Rückgang von Schülern an den Berufskollegs und Berufsfachschulen, die sich bislang bewährt haben, führen kann. Das Fallen der Notenhürde habe zur Folge, dass man es mit schwierigeren Schülern zu tun habe; dafür brauche man aber kleine Klassen, um sie zielgerecht zu fördern. Der Diskussion schloss sich ein Rundgang an, wo man sich davon überzeugen konnte, dass der Landkreis als Schulträger hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen hat; aber es wurden auch Wünsche geäußert.


Weiter richtete man einen Prüfantrag an die Verwaltung, mit dem Rhein-Neckar-Kreis eine Ruf-Taxilinie Eberbach – Waldbrunn einzurichten. Eberbach als wichtiger Bahnhofsknotenpunkt für die Gemeinde Waldbrunn sollte in den Abendstunden über eine Ruf-Taxilinie erreichbar sein.

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1 Kommentar

  1. Der Rückgang der Auszubildenden kombiniert mit den derzeitigen konjunkturellen Problemen und der abnehmenden Bereitschaft der Wirtschaft eine zufriedenstellende Anzahl von Ausbildungsplätzen anzubieten, macht es für künftige Schulabgänger nicht einfach.Das Angebot für Auszubildende sieht in einigen Bereichen schlecht aus. Unternehmen sollten mehr gefördert werden, dass die Bereitschaft ausreichend Ausbildungsplätze anzubieten steigt.So kann man der Entwicklung entgegen wirken, um Quantität und Qualität von Ausbildungen zu steigern. Ich bin der Überzeugung, dass regionale Ausbildungsmöglichkeiten sehr wichtig sind. Die Bedeutung von regionalen Schulen, wie die Gewerbeschule Mosbach sollte nicht unterschätzt werden. Wenn bestimmte Ausbildungen nicht mehr angeboten werden könnten, müssten Auszubildende weite Strecken in die Oberzentren auf sich nehmen. Das ist kontraproduktiv für die persönliche Entwicklung, sehr anstrengend und trägt nicht zu einer zunehmenden Zufriedenheit der Auszubildenden bei. Stattdessen ist zu befürchten, dass einige die gewünschte Ausbildung erst gar nicht beginnen oder vorzeitig abbrechen. Der daraus folgende Fachkräftemangel könnte erhebliche Folgen für die Unternehmen bedeuten.

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