Bühnen für Schlossfestspiele wird gebaut

Buehnenbau Zwingenberg

Noch kann die Bühne für die Zwingenberger Schlossfestspiele, die innerhalb von zwei Tagen im Schlosshof von sieben Mitarbeitern der international renommierten Firma Nüssli errichtet wird, nur erahnt werden. Aber die Monteure wie Andreas (zweiter von rechts) sind Profis und freuen sich jedes Jahr auf ihre „Urlaubsbaustelle“. (Foto: LRA)

Zwingenberg. (lra) Jetzt, wo in Zwingenberg die ganz konkreten Vorbereitungen und Proben beginnen, tauchen die Schlossfestspiele auch im Internet immer häufiger auf. Auf der Seite des Unternehmens Nüssli beispielsweise, das ein führender, weltweit tätiger Anbieter auf dem Gebiet des „temporären und modularen Bauens“ ist. Mit anderen Worten: Das Schweizer Unternehmen mit einer Niederlassung unter anderem in Gießen macht Eventbau, Messebau und Ausstellungsbau. Und es sorgt schon seit vielen Jahren dafür, dass die Bühne und die beiden Techniktürme im Schlosshof Zwingenberg in kürzester Zeit und solidester Qualität stehen. Darüber wird eben auch auf der Internetseite von Nüssli berichtet.


Andreas ist einer der sieben Monteure, die sich nach immerhin sechs Jahren hoch über dem Neckar schon beinahe heimisch fühlen. „Das ist für uns eine richtige Urlaubsbaustelle“, erklärt er in einem Zungenschlag, der seine Heimat nicht verleugnen lässt: Andreas und fünf seiner Kollegen kommen aus Arnstadt in Thüringen und bereisen seit Jahren gemeinsam die Baustellen dieser Republik, an denen Tage später große Events oder Messen stattfinden. Diese Baustellen sind fast immer sehr viel größer als die in Zwingenberg. Da werden schon mal ganze Stadien aufgebaut oder „richtig große“ Bühnen oder Podeste von über 1000 Quadratmeter Fläche – wie kürzlich im VW-Werk in Wolfsburg – gestellt. Oder die Nüssli-Männer kümmern sich um alle Bauten rund um den „Ironman“ in Frankfurt, bei dem es außer Lauf-, Schwimm- und Radstrecken eben auch Zelte, Bühnen, Sitzgelegenheiten und vieles mehr braucht.

„Da freuen wir uns auf Zwingenberg, weil das so klein und überschaubar ist und die Leute wie Geschäftsführerin Heike Brock oder der technische Leiter Volker von Schwanenflügel uns hier so nett empfangen“, erzählt Andreas, der am Morgen mit den Kollegen seiner Kolonne gekommen ist und schon am Abend des nächsten Tages wieder abreisen wird – ohne den ganz großen Stress gehabt zu haben. Denn auch wenn sie knapp 40 Tonen Material, das von LKW´s den schmalen Weg zum Schloss hoch gebracht wird, verbauen müssen, so kennen sie doch die in aller Regel nur in Kleinigkeiten veränderten Pläne, nach denen sie vorgehen müssen. Und können es daher eher gemütlich angehen lassen.

Am Abend wird dann gegrillt. Und getrunken. Das ist schon beinahe ein Ritual. Die eigentlich obligatorischen original Thüringer Rostbratwürste wird es diesmal nicht geben, dafür waren sie schon zu lange nicht mehr daheim. „Aber wir werden auch was anderes Gutes finden, das unser Koch grillen kann“, ist Andreas zuversichtlich. „Unser Koch“ hat wirklich in der Gastronomie gelernt. Tatsächlich ist keiner der sieben gelernter Gerüstbauer. Nur ein Veranstaltungstechniker kommt annähernd „vom Fach“. Andreas selbst hat sein Medizinstudium nach fünf Jahren geschmissen, ist zu Nüssli gegangen und hat es angeblich nie bereut: „Wir leben hier freier, sind immer an der frischen Luft und kommen rum. Und wenn es im zeitigen Frühjahr oder im Herbst weniger Baustellen gibt, dann können wir ganz andere Dinge machen.“ Dann richtet der 42jährige Thüringer mit einem Kumpel alte Häuser in seiner Heimat her. Und im Winter ist er wochenlang Skifahren, eine weitere Leidenschaft.


Jetzt aber hat er keine Zeit mehr zum Plaudern, sonst „schauen die Kollegen ´n bisschen schief“. Denn fertig werden soll die Bühne samt 10 Meter hoher Techniktürme allemal. Und das ist Teamwork, da muss jeder zupacken und sich jeder auf den anderen verlassen können. „Wenn das passt, dann können wir auch gemeinsam feiern“, erklärt Andreas in Vorfreude auf den feucht-fröhlichen Grillabend. Danach werden sie in ihre Schlafsäcke im Forsthaus direkt auf der Baustelle kriechen und am Morgen pünktlich und erstaunlich fit weiter arbeiten, um den Plan einzuhalten. Die nächste Baustelle wartet.

Karten für die Zwingenberger Schlossfestspiele (3.- 12. August 2012) im Vorverkauf gibt es telefonisch unter 06263/771 (Mo-Fr 10-12 und 14-16.30 Uhr, Fr 10-12 Uhr), bei den Touristeninformationen in Mosbach und Eberbach oder unter www.schlossfestspiele-zwingenberg.de  und natürlich an der Abendkasse, sofern die Veranstaltung nicht ausverkauft ist. 

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