Im Labyrinth mit Günter Wagner

Guenter Wagner

Günter Wagner. (Foto: pm)

Mosbach. Die große Sommerausstellung des Kunstverein Neckar-Odenwald in Mosbach steht bevor.

Am kommenden Sonntag, 22.07.2012 öffnen im Alten Schlachthaus die Pforten einer Schau mit Werken des Bildhauers Günter Wagner, die – im Rahmen des Mosbacher Sommers – gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Mosbach ausgerichtet wird. Unter dem Titel „LABYRINTHE“ zeigt der Künstler seine Objekte – ein Plastiker, den man getrost einen gereiften Meister seines Fachs nennen darf, der immer auf der Suche geblieben ist.


Die Werke Wagners sprechen in einer lebensvollen Sprache zum Betrachter, in der durch die sinnliche Dreidimensionalität der Arbeiten das Thema „Raum“ und in der Vergänglichkeit der verwitternden Eisen-Oberflächen das Thema „Zeit“ aufleuchtet. Große Faszination geht vom Bedeutungsmittelpunkt dieser Ausstellung aus – dem Motiv der Labyrinthe, einem mythischen Begriff, der eine Grundbefindlichkeit der menschlichen Existenz umkreist und den Günter Wagner in Zusammenhang mit seinen Werken auch in dieser Tiefe verstanden sehen will.

Die Kunsthistorikerin Martina Wehlte-Hoeschele in einem Text über die Arbeiten des Künstlers: „Günter Wagner ist ein intellektueller Künstler, für den der Mensch zwar nicht in figürlicher Darstellung aber als unmittelbarer Bezugspunkt seines Schaffens präsent ist. Das Thema „Labyrinthe“, mit dem er sich seit einigen Jahren auseinandersetzt, ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Vorstellungen, die sich mit dem Labyrinth verbinden, kreisen um ein Urbild des Menschen, das Ausdruck seiner geistigen Orientierung in der Welt aber auch seines unbedarften Spieltriebs ist, seiner Freude am planvollen Gestalten und seiner Lust am Verwirren, aber auch der Angst vor dem Irren.“


Der Kunstverein freut sich, diesen Künstler gewonnen zu haben. Günter Wagner legte die Grundlagen seines Schaffens in zwei Studiengängen – dem der Graphik und Malerei an der Universität Marburg und von 1977-1981 dem Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei Markus Lüpertz. Die Mosbacher kennen ihn schon seit langem durch seine Großplastik „Berührung“, die seit 1997 im LGS-Park zu sehen ist. Diese Arbeit ist ein Beispiel für eine große Begabung Wagners: die Fähigkeit, den Antagonismus von Ernst und Spiel zu vermählen und in eine Form zu bringen, die beweist, dass ein Kunstwerk gleichzeitig sowohl Einfachheit wie auch Tiefe ausstrahlen kann. Doch Günter Wagner war auch schon Gast des Kunstvereins – im Jahre 1999 zeigte er eine eigens für das Alte Schlachthaus geschaffene Installation. So wie damals ist auch bei der diesjährigen Ausstellung wieder der Vereinsvorsitzende Werner Zeh Vermittler und Ausstellungskurator.

Nun bietet sich also die Gelegenheit, ganz neue Arbeiten Wagners kennenzulernen. Werke, die beweisen, dass es immer noch von enormer Faszination ist, dem Elementaren der Form- und Gestaltwerdung nachzuforschen. Dabei bleibt die Arbeit Wagners abstrakt – aber nicht auf eine nüchtern rationale, sondern auf eine Weise, die die Sinne des Menschen berührt.

Dauer der Ausstellung/Öffnungszeiten

22.07. – 09.09.2012 – Do., Sa., So. von 14 – 18 Uhr

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