1.050 Kilometer per Rad durch Deutschland

500 Deutschlandbiker

Die Deutschland-Biker mit ihren Betreuern Stefan und Andreas Puffer beim Start in Garmisch. (Foto: privat)

Billigheim. Das „Race Across Germany“ – also die Durchquerung der Republik der Länge nach per Rennrad von Flensburg ganz im Norden Deutschlands nach Garmisch-Partenkirchen im Süden der Republik gibt es nun schon seit mehreren Jahren. Meist wurde die Strecke von einer zehnköpfigen Radlergruppe in 48 Stunden bewältigt. In diesem Jahr hatten die Nord-Süd-Radler allerdings Konkurrenz bekommen, gab es doch eine sechsköpfige Gruppe um den Billigheimer Radsportler Bernhard Puffer, die sich vorgenommen hatte, die gleichen 1.000 Kilometer in Süd-Nord-Richtung zu absolvieren.

Als Billigheimer lag es für Bernhard Puffer natürlich nahe, den ebenfalls aus Billigheim stammenden 24-Stunden-Europameister Michael Kochendörfer (VfR Waldkatzenbach) in sein Team zu holen. Der Extrembiker ließ sich nicht lange bitten, obwohl er als reiner Mountainbiker völliges Neuland betrat, als er sich auf das Rennrad-Abenteuer einließ. Erschwert wurde das Vorhaben durch die Zielsetzung, die ganze Strecke in Rekordzeit von unter 40 Stunden am Stück unter die Räder zu nehmen.


Nach einigen Wochen der Vorbereitung traf man sich Anfang Juli in Garmisch und besprach bei einem gemeinsamen Abendessen die Einzelheiten. Reinhard Mediske hatte die Tour hervorragend vorbereitet, sodass nur wenige Fragen offen blieben.

So startete die Gruppe am kommenden Morgen um 6:30 Uhr in der Früh. Es ging vorbei am Ammersee, nach Augsburg, Donauwörht, Frankenhöhe und weiter nach Schweinfurt und in die Rhön. Um das Tempo stets hoch zu halten, wechselten sich die Rennradler in der Führungsarbeit permanent ab. Ähnlich wie Radprofis bei Etappenrennen wie der Tour de France. Alle zwei Stunden wurden die Sportler an vorher festgelegten Standorten aus dem Begleitfahrzeug heraus mit Getränken und Essen versorgt, war doch die ausreichende Kalorienzufuhr Grundvoraussetzung für das Gelingen der Deutschlanddurchquerung.

Gegen 22 Uhr montierten die Biker ihre Lampen. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Hälfte der Strecke geschafft. Weiter ging es durch Niedersachsen in Richtung Göttingen und Hannover. Eine zehnminütige Pause, bei der die Biker mit einem „Power Napping“ genannten Kurzschlaf, brachte den Fahrern neue Energie.  Die Nacht wurde solchermaßen gestärkt ohne größere Schwierigkeiten bewältigt. 700 Kilometer lagen am Morgen hinter der Gruppe.


Weiter ging es Richtung Bremen und Zeven. Bei optimalem Wetter, von den angekündigten Schauern blieb man glücklicherweise verschont, lag man im Zeitplan. Gegen 14:15 Uhr ging es in Wischhafen zur Elbüberquerung auf die Fähre. Die Überfahrt nutzten die Athleten, um die Energiespeicher mit Nudeln, Reis, Tofu und Suppe neu zu füllen. Wieder an Land waren 880 Kilometer geschafft und noch ca. 170 Kilometer lagen vor der Gruppe um Puffer und Kochendörfer.

Itzehoe  und Schleswig wurden durchquert. Nachdem die Strecke bisher dahin fast ausschließlich auf Nebenstraßen absolviert worden war, musste man nun eine stark befahrene Bundesstraße nutzen. Ein Teil dieser Straße war sogar für Radfahrer gesperrt, was man bei den Planungen aus Unwissenheit nicht berücksichtigt hatte. So wurde man mit dem Ziel vor Augen von einer Polizeistreife gestoppt.

Nachdem man den Beamten das Vorhaben erläutert hatte, bewiesen sich die Uniformierten als Freund und Helfer, indem sie die Gruppe auf Nebenstraßen lotste. Allerdings musste man dadurch einen längeren Umweg in Kauf nehmen.


Um 20.20 Uhr erreichte die Gruppe das Ziel, die Stadt Flensburg. Insgesamt war man trotz des Umwegs lediglich 38 Stunden unterwegs. Die reine Fahrzeit lag sogar bei nur 33:22 Stunden für 1.050 Kilometer. In Flensburg wurden die Biker vom Stadtpräsidenten empfangen und dadurch in ihrer Leistung gewürdigt. Das Ende der Strapazen, die nicht nur körperlich, sondern auch mental enorm waren, wurde mit einem guten Flensburger Bier gefeiert.

In diesem Rahmen dankten die Rennradfahrer, die durch die Leistung bewiesen, dass man eine tolle, harmonische Gruppe gebildet hatte, auch bei den zwei Begleitern, die knapp 40 Stunden lang durch die Versorgung mindestens ebenso gefordert waren wie die Sportler selbst.

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