Gott ist Fan von Open-Air-Konzerten

von Liane Merkle

Konzert Schloss Waldleiningen

Sopranistin  Ursula Ruperti mit Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. „Ich glaube, der liebe Gott ist ein Fan von Open-Air-Konzerten“, so die Meinung von Stefan Ottersbach als Moderator und musikalischer Leiter des Johann-Strauß-Orchesters Frankfurt, das an zwei aufeinander folgenden Auftritten pünktlich zu Konzertbeginn Traumwetter geschenkt bekam, nachdem es vorher regelrecht geschüttet hatte.

Und so konnten Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Seine Durchlaucht, Andreas Fürst zu Leiningen ihre Versprechen halten, in denen beide zu einem zauberhaften Konzert im traumhaften Ambiente des Schlosshofs Waldleiningen eingeladen hatten. Und zwar mit großer Resonanz, wie die „ausverkaufte“ Veranstaltung bewies, die sich in den vergangenen neun Jahren einen hervorragenden Ruf bezüglich musikalischer Qualität der auftretenden Künstler, Gastfreundschaft vom Team Gemeinde Mudau und Fürstenhaus zu Leiningen sowie kulinarischer Finesse der Schlossküche erarbeitet hat.


Und diesen Ruf konnte auch dieses Konzert unter dem Motto „Von Wien über den Odenwald nach Berlin“ problemlos verteidigen. Dabei bildete die Ouvertüre zur „Fledermaus“ das schwungvolle Entrée des Abends, bei dem so mancher Fuß sichtbar mitwippte. Wie Dirigent Stefan Ottersbach erläuterte, könne man in dieser acht Minuten dauernden Ouvertüre nicht nur die ganze Musik der Fledermaus, sondern überhaupt die ganze Musik von Johann Strauß erleben, die sich aus Walzer, Polka, schneller Polka, Marsch und Galopp zusammen setze.

Dennoch hörte man im ersten Teil des Abends außer der „Furioso-Polka“ und „Da geh ich ins Maxim“ von Emmerich Kálmán ausschließlich Strauß-Stücke vom gleichnamigen Orchester, das von Dr. Heinz Ecker geleitet wird.

Bereichert wurden die virtuosen Darbietungen des grandiosen Orchesters durch den lyrischen Tenor Claus Durstewitz, der mit Auszügen seines breiten Repertoires glänzte. Der gefragte Konzerttenor sang sich mit Können und Charme in die Herzen des Publikums mit dem Lagunenwalzer, dem Maxim, einem bunten Luftballon und „Heut ist der schönste Tag“. Zusammen mit der Sopranistin  Ursula Ruperti, die nicht nur ihre bombastische Stimme, sondern auch ihre Weiblichkeit gekonnt in Szene setzen konnte präsentierte Durstewitz „Machen wir’s den Schwalben nach“ und als Zugabe „Tanzen möcht ich“, was die beiden nach der Pausenstation im Odenwald dann auch taten.


Und sie steckten noch einige Tanzwillige an, auch wenn Ursula Ruperti auf das „gefährliche Pflaster“ im Schlosshof aufmerksam machte, das sie mit dem Lied vom „Bel Ami“ noch unterstrich nachdem sie von „Schlössern, die im Monde liegen“ und im Strauß-Teil vom lieben Nesterl und der Unschuld vom Lande geschwärmt hatte. In Berlin der 30-er und 40-er entführten Stefan Ottersbach und seine Musiker nach der Pause.

Und damit in eine Zeit der Gassenhauer, die jeder sofort mitpfeifen oder –singen konnte. Dazu gehörten Lieder von Paul Lincke aus „Frau Luna“ oder „Berliner Luft“ genauso wie von Werner R. Heymann (aus „Der Kongress tanzt“, „Die drei von der Tankstelle“) oder Theo Mackeben („Bel ami“, „Münchner G’schichten“).

Alles in allem war es dem Publikum auch nach drei Stunden noch nicht zu kalt um Orchester und Solisten immer wieder für Zugaben zurück auf die Bühne zu holen. 

Konzert Schloss Waldleiningen 2

(Foto: Liane Merkle)

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