Wohnen in Großherzoglich-Badischer Bahnstation

von Liane Merkle

Schluesseluebergabe Seckach

Bürgermeister Klaus Gramlich, Bürgermeister Jürgen Galm, Bürgermeister Thomas Ludwig,

Martin Kast übergibt Bürgermeister Thomas Ludwig den Schlüssel. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. Im Rahmen des großen Bahnhoffestes unter dem Motto ,,Bahnhofs(t)räume“ gingen für die Gemeinde Seckach mit der offiziellen Freigabe des renovierten Anwesens in der Bahnhofstraße 23 anfängliche Träume nun in Erfüllung. Bei diesem Anwesen handelt es sich um das ehemalige Eisenbahnerwohnhaus, welches von der Gemeinde Seckach als Eigentümerin in den vergangenen 15 Monaten für stolze 780.000 Euro umfassend saniert wurde.

Im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, Ehrenbürger Ekkehard Brand, Firmen- und Kommunalvertretern, den Bürgermeistern Klaus Gramlich aus Adelsheim und Jürgen Galm aus Osterburken, sowie Orts- und Gemeinderäten sorgte der Gesangverein Seckach unter der Leitung von Christa Parstorfer für eine würdige Umrahmung der Übergabefeierlichkeiten. In seinen Ausführungen zur Historie des vor über 100 Jahren durch die Großherzoglich Badische Staatseisenbahn errichteten Gebäudes, ging Bürgermeister Thomas Ludwig auch auf die Funktion des Hauses ein.


Demnach war das Gebäude für die damalige Zeit ein wahrer Prachtbau und sein Zweck war nicht in erster Linie die Bereitstellung von Wohnraum, sondern die Unterbringung der Bahnmeisterei. Grundlage hierfür war die Tatsache, dass das Eisenbahnnetz in unserem Raum in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg mit der Eröffnung der Strecken Walldürn-Amorbach 1899 und Walldürn-Hardheim 1911 noch dichter geworden ist und das Verkehrsaufkommen rasant zugenommen hatte. „Somit zeugt dieses Gebäude von einer glanzvollen Epoche Seckachs als Eisenbahnknotenpunkt mit entsprechendem Personalbesatz“, sagte der Bürgermeister.

Bereits im Jahre 1988 erwarb die Gemeinde Seckach das Anwesen und im Rahmen der seit 2005 laufende Stadtsanierung ,,Ortsmitte Seckach II“ zeigte sich nun die Notwendigkeit, eine umfassende Sanierung des Hauses vorzunehmen. Die Fertigstellung dieser Sanierungsmaßnahme stelle nun eine erkennbare Attraktivierung des südlichen Ortseinganges von Seckach dar und gelte als gelungene Einbindung in die gesamten Maßnahmen der Bahnhofsneuorientierung. Die Gemeinde sei ihrer Vorbildfunktion gerecht geworden, ein ortsbildprägendes Gebäude erstrahle in neuem Glanz und es stehe hier ab sofort sanierter Altbauwohnraum in bester Verkehrslage zur Verfügung.

Entsprechend groß war das Interesse der zahlreichen Bahnhofsfestbesucher, die gerne das Angebot zur Besichtigung angenommen hatten. Ein besonderer Dank von Bürgermeister Ludwig galt an dieser Stelle Sanierungsberater Paul Kessler, dem Architekturbüro Kast, den Mitarbeitern im Seckacher Rathaus, den Bauausführenden Unternehmen und dem Gemeinderat für kooperative und zukunftsweisende Entscheidungen. Abschließend seiner Ausführungen gab der Bürgermeister seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Abschluss dieser Maßnahme als Initialzündung für weitere Bauprojekte sowohl in privater wie auch in öffentlicher Regie wirken möge.


Vor der offiziellen Schlüsselübergabe ging Martin Kast vom gleichnamigen Architekturbüro auf die Sanierungsmaßnahmen ein, die am 4. Mai vergangenen Jahres begannen. Wesentliche Eckpunkte dabei waren die Errichtung eines neuen Daches, Einbau neuer Fenster und Türen, Restauration der Fassade, Elektro-, Heizung- und Sanitärinstallation, energetische Maßnahmen, Estricharbeiten und eine Sanierung der Holztreppe. „Durch die Sanierungsmaßnahme wurden drei bereits vorhandene Wohnungen in einen Standard versetzt, der fast einem Neubau gleichkommt“. Zusätzlich wurde im Dachgeschoss eine weitere Wohnung eingerichtet und für jede Wohneinheit wurde ein Stellplatz ausgewiesen. Insgesamt seien bei dieser Baumaßnahme 14 Gewerke öffentlich ausgeschrieben worden, sagte der Architekt abschließend.

Für die interessierten Besucher war eigens im Rahmen der Besichtigung eine Ausstellung rund um das Thema „Eisenbahn in Seckach“ aufgebaut. Interessant auch eine Spur-I-Anlage sowie die Informationsstände der Büros Dreger und Kast sowie der Lokale-Agenda-Gruppen aus Seckach. Erstmals seit 20 Jahren war auch das ehemalige Empfangsgebäude (Bahnhof) wieder öffentlich zugänglich, das man im Rahmen eines Rundganges über das gesamte Bahnhofsgelände ebenfalls besichtigen konnte.

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