Seckach will Kleinzentrum werden

Gemeindehaushalt im „grünen“ Bereich

von Liane Merkle


Die Dorfmitte von Zimmern beschädigte das Kommunalparlament in Seckach. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. Einen hohen Papieraufwand kennzeichnete die Vorbereitungen und Durchführung der jüngsten öffentlichen Sitzung des Seckacher Gemeinderates im Sitzungssaal des örtlichen Rathauses.

Dabei ging es unter der Leitung von Bürgermeister Thomas Ludwig auch um die Neugestaltung eines Dorfplatzes in der Ortsmitte von Zimmern im Rahmen des Entwicklungsprogramms „Ländlicher Raum“. Hierzu wurde nun aufgrund vorangegangener Submission durch das Büro IFK-Ingenieure aus Mosbach die Firma Melchior aus Freudental zum Angebotspreis von zunächst 29.672 Euro mit der Lieferung und Herstellung von Verblendmauerwerk am Dorfplatz beauftragt. Die Kosten hierfür seien bereits im Gesamtantrag in Höhe von 177.000 Euro beinhaltet, betonte der Bürgermeister.


Obwohl die Firma mit großem Abstand und ursprünglich 50.236 Euro als günstigster Bieter hervor ging, lag sie doch ein gutes Stück über der Kalkulation. Hierzu erläuterte Bernd Stuck vom Ing.-Büro, dass man einen Kostenausgleich habe erwirken können durch Reduzierung der Verblendung um 35 qm in der Fläche, die alternativ begrünt werden, und zudem in der Stärke der Verblendsteine von 8 auf 5 Zentimeter. Den Vorschlag aus dem Gremium, Kosten durch Eigenleistung bei diesem Gewerk einzusparen, lehnte man auf Anraten von Barbara Schmitt (Bauamt) ab, vor allem weil man keine Gewährleistung hätte.
Der Bewilligungsbescheid des Regierungspräsidiums Karlsruhe für den 1. Bauabschnitt zur neuen Ortsmitte von Zimmern belaufe sich auf 164.450 Euro, wobei eine zehnprozentige Eigenleistung durch die Dorfgemeinschaft erwartet wird.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt sprach sich das Gemeindegremium für einen weiteren Ausbau der Breitbandstruktur in der Gemeinde Seckach aus. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt zu ermitteln, ob im Ortsteil Seckach mit dem Kinder- und Jugenddorf Klinge eine Unterversorgung vorliegt und eine finanzielle Förderung von Investitionsmaßnahmen für den Breitbandausbau möglich wäre. Bereits seit dem Jahre 2008 befasst sich die Gemeinde mit dem Thema „schnelles Internet“. Da sowohl die Gemeinde als auch die Lokale Agenda „Breitband“ immer wieder auf zu langsame Internetverbindungen angesprochen werde, will man hier nun eine genauere Überprüfung und eventuelle Abschaffung dieses Missstandes angehen.

Ebenfalls um das Thema Internet ging es für die Gemeinderäte als man beschloss, die Neueinrichtung der Homepage für die Gemeinde Seckach zu befürworten. Inzwischen ist sie etwas in die Jahre gekommen, und man will nun einen professionell orientierten Internetauftritt. Die Verwaltung wurde ermächtigt, entsprechende Angebote einzuholen.

Zustimmend zur Kenntnis und mit einem dicken Lob an Kämmerer André Kordmann nahm das Gremium den Zwischenbericht zum Haushaltsverlauf 2012. Kordmann erläuterte, dass die Gesamteinnahmen im Verwaltungshaushalt mit 3.922.910 Euro bisher 52,21 Prozent des Jahresbetrags bei 47,73 Prozent der Gesamtausgaben erreicht haben. Insgesamt sei man „im grünen Bereich“ mit wenigen Änderungen gegenüber dem Haushaltsansatz.

Im Rahmen der Gewerbesteuereinnahmen könne nach der bisherigen Entwicklung davon ausgegangen werden, dass aus der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe der Planansatz erreicht wird, wogegen bei der Grundsteuer B (übrige Grundstücke) mit leichten, bei der Gewerbesteuer mit deutlichen Mehreinnahmen gegenüber der Haushaltsplanung zu rechnen sei. Aus Erfahrung bezüglich der Gewerbesteuerumlage wird man aber einen Großteil dieser Mehreinnahmen den Rücklagen zuführen.
Aufgrund positiver Kassenbestände konnte die Gemeindekasse ihren Zahlungsverpflichtungen stets nachkommen, so der Tenor im Haushaltsbericht.


Einen breiten und aufwändig vorzubereitenden Raum nahm der Tagesordnungspunkt „Aufstellung des einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar“ ein. Hierbei besteht die Leitvorstellung des Regionalverbandes Rhein-Neckar-Odenwald darin, die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang zu bringen und die Region so zu einer dauerhaften, großräumig ausgewogenen Ordnung mit gleichwertigen Lebensverhältnissen in den Teilräumen zu führen.

Mit seinem Inkrafttreten bildet der einheitliche Regionalplan den für alle Gebietskörperschaften verbindlichen räumlichen Ordnungs- und Gestaltungsrahmen, etwa bei der Ausweisung von Flächen für Verkehrswege, Wohn- oder Industriegebiete. Unter anderem ist in diesem Planentwurf auch davon die Rede, dass der ländliche Raum als eigenständiger und gleichwertiger Lebens- und Wirtschaftsraum gestärkt werden soll. Dies wurde seitens der Gemeinde Seckach und des Gemeinderates ausdrücklich begrüßt, zumal in einem vorangegangenen Planentwurf davon die Rede war, dass den ländlichen Räumen lediglich die Funktionen „Naherholung und Tourismus“ zum Nutzen der gesamten Metropolregion zugewiesen werden sollte. Allerdings legt man Wert auf Ausweisung der S-Bahnlinien und Bahnhöfe sowie Windkraftplanung mit ausdrücklichen regional bedeutsamen Vorrangflächen.

Weiter wurde aufgrund der tatsächlichen Lage Seckachs und der Funktionen, die die Gemeinde wahrnimmt, beantragt, Seckach als Kleinzentrum in die Landesplanung wieder aufzunehmen.

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