Größtmögliche Sicherheit beim KWO-Rückbau

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg fordert Nachbesserungen beim Rückbau des AKW Obrigheim

Obrigheim. „Im AKW Obrigheim lagern noch immer fast 350 hochradioaktive Brennelemente. Es ist bislang nicht festgelegt, wann diese ausgebaut und in Castor-Behälter umgeladen werden sollen“, erläutert BUND-Landesgeschäftsführer Berthold Frieß anlässlich der öffentlichen Informationsveranstaltung zum Rückbau des AKW Obrigheim und einer freiwilligen Bürgerbeteiligung des Umweltministeriums zur 3. Abbaugenehmigung, „bei allen Rückbauten von Atomreaktoren in Deutschland wurden die Brennelemente vor Beginn des Rückbaus aus den Anlagen entfernt. Dass dies in Obrigheim anders gehandhabt wird, ist faktisch ein Rückschritt. Wir fordern die größtmögliche Sicherheit auch beim Rückbau, deshalb müssen die Brennelemente aus dem Nasslager entfernt werden.“


Der Versuch der Atomaufsichtsbehörde und der Kraftwerkbetreiber, mit der Informationsveranstaltung und dem freiwilligen Anhörungsverfahren mehr Transparenz zu schaffen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. „Bürgerbeteiligung darf aber nicht zur Beliebigkeit verkommen. Es muss gewährleistet sein, dass das Ergebnis eines Verfahrens auch verbindlich Eingang in die Entscheidung findet“, so der BUND-Landesgeschäftsführer.

Zudem müssten die Erfahrungen aus Obrigheim in kommende Rückbauverfahren in Baden-Württemberg einfließen, zumal die Betreiber und die Aufsichtsbehörde identisch sind. „Es ist auch im Hinblick auf die anstehenden Kraftwerksrückbauten unumgänglich, im Falle des AKW Obrigheim höchstmögliche Sicherheitsstandards zu setzen“, sagte Frieß. An den weiteren baden-württembergischen AKW-Standorten Philippsburg und Neckarwestheim gibt es bereits je einen stillgelegten Reaktor. Jeweils ein weiterer Reaktorblock läuft bis Ende 2019 beziehungsweise Ende 2022 weiter.

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