Windkraft sorgt in Mudau für Kontroverse

von Liane Merkle

Windkraft Steinbach

Die Steinbacher Windkraftanlage ist bereits heute vielen ein Dorn im Auge. Nun könnten rund um Mudau weitere Anlagen entstehen. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. Die Grund- und Hauptschule im Ortsteil Mudau wird demnächst ein neues sportliches Gesicht bekommen. So wird eine neue 100m-Laufbahn gebaut, eine Umrandung beim vorhandenen Kleinspielfeld und der Sprunggrube installiert und die Sitzflächen aus U-Steinen erneuert.

In seiner jüngsten öffentlichen Sitzung vergab nun der Gemeinderat unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Bauarbeiten zur Ausführung von Anfang August bis Bauende spätestens Ende September an die Firma HLT-Bau Neckargerach zusammen mit der Firma Polytan Sportstättenbau GmbH zum Angebotspreis von 89.792 Euro. Diese erforderlichen Arbeiten waren zuvor durch das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim öffentlich ausgeschrieben worden. Für die gesamte Maßnahme an der GHS Mudau wurden bereits 140.000 Euro im Vermögenshaushalt zur Verfügung gestellt, wobei man aber mit einer erhöhten Investitionssumme rechnet.


Während der anstehenden Sommerferien werden im Schloßauer Kindergarten diverse Sanierungsmaßnahmen mit einem finanziellen Gesamtaufwand in Höhe von 44.354 Euro durchgeführt, die bis Ende September abgeschlossen sein sollen. Als Ergebnis der durch das Architekturbüro Stetter aus Wagenschwend ausgeschriebenen Arbeiten stimmte der Gemeinderat nun der Vergabe von Gewerken als günstigste Bieter an folgende Firmen zu: Firma Michael Hemberger aus Mudau (Trockenbodenarbeiten mit Wärmedämmung und Abtrennungen) für 16.271 Euro, Firma Manni aus Kreuzwertheim (Metallbau und Verglasungen) für 7.671 Euro, Firma Holderbach aus Götzingen (Fensterbauarbeiten) für 6.536 Euro und Firma Gero Wissmann aus Kirchzell (Maler- und Gipserarbeiten) für 5.049 Euro.

Gleichzeitig ermächtigte der Gemeinderat die Verwaltung zur ,,freihändigen“ Vergabe von Arbeiten zur Elektroinstallation, Sanitärinstallation sowie Abbruch- und Maurerarbeiten.

Gebiete für Windkraftanlagen

Mit der Offenlegung der Pläne, Begründungen und umweltbezogenen Informationen geht das Verfahren zur Teilfortschreibung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Mudau zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen in die Endphase. Bereits zuvor waren ein Aufstellungsbeschluss, Bürgerbeteiligung, Behördenanhörung und mehrere Vorberatungen in den Ortschafts- und Gemeindegremien durchgeführt worden.

Während diverse Änderungswünsche privater Grundstückseigentümer abgelehnt und nicht in das Verfahren einbezogen werden konnten, wurden gegenüber der bisherigen Planung bei zwei Konzentrationsflächen Änderungen durchgeführt. (Fläche Kinzert auf der Gemarkung Schloßau) Erweiterung der Fläche im Hinblick auf Restriktionen innerhalb der ursprünglichen Ausdehnung durch militärische Belange und (Fläche Neuhof auf der Gemarkung Mudau) Abrücken der Gebietsgrenze um 300 Meter zur Schaffung eines Abstandes zum Golfplatz.

Zwei weitere Anträge lehnte das Gremium nun ebenfalls ab, so den Antrag des Golfclubs mit zwei Gegenstimmen, den Standort ,,Neuhof“ gänzlich aufzugeben – auch wenn dieser Antrag für die Gemeindeverwaltung durchaus nachvollziehbar sei – und einen privaten Antrag, die Fläche ,,Lenzberg“ in Richtung Scheidental zu erweitern einstimmig und entsprechend dem Votum der Ortschaftsgremien Scheidental und Reisenbach.

Die rechtlichen Stellungnahmen sind nicht abhängig von persönlichen Meinungen oder „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ hierzu gab gem. den Vorgaben des Landes Baden-Württemberg Jürgen Glaser vom Ing.-Büro für Kommunalplanung seinen Bericht ab. Nach dem Beschluss des Gemeinderates soll die Offenlegung zeitnah ab Ende der Sommerferien erfolgen, Gemeinderat Hans Slama empfahl zusätzlich, das Gespräch mit dem Golfclub nicht einschlafen zu lassen und möglicherweise eine Alternative zu finden.


Andreas Schölch meinte, man habe es jetzt in der Hand, die auszuweisende Fläche einzuschränken. Michael Hemberger erinnerte an die tödliche Gefahr des Atomstroms und wo genau die Windkraftanlagen tatsächlich stehen werden, wenn man sich an die jetzigen Abstände halte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dadurch dann ein Golfspieler gestört wird“.

Auch wenn keinem Gremiumsmitglied die durch Gesetz vorgeschriebene Konzentration der Windkraftanlagen gefällt, so stimmten doch auch Franz Brenneis und Wolfgang Niemesch ihrem Vorredner zu, denn „es trifft uns alle, aber wir brauchen den Strom und wir wohnen hier und sehen es täglich im Gegensatz zu den Golfspieler, die lediglich im Sommer und dann 14-tägig mal hier vor Ort sind.“

Der Bürgermeister versuchte weiter zu schlichten, indem er erläuterte, dass bis heute noch nicht sicher sei, wie viele Windkraftanlagen letztendlich tatsächlich hier angeschlossen werden. Denn jede einzelne müsse ja zusätzlich genehmigt werden. Zur Kenntnis nahm das Gremium weiter die Erläuterungen von H.Simon vom Büro für Umweltschutz über die diesbezügliche Verträglichkeit mit den NATURA-2000-FFH- und den Vogelschutzgebieten, die keine der vorgestellten Konzentrationsflächen tangieren.

Ein hessisches Vogelschutzgebiet wird durch „Kinzert“ gefährdet. Rotmilan, Schwarzstorch und Graureiher werden daher ebenso im Artenschutz berücksichtigt wie Haselmaus, Gelbhaarunke und Fledermaus können den Standort einzelner Anlagen im Zuge der Genehmigungsverfahren beeinträchtigen. Die festzulegenden Ausgleichsmaßnahmen werden nicht wegen der geringen Stellflächen problematisch, sondern wegen des erheblichen Eingriffs ins Landschaftsbild.


Zum bevorstehenden Ausbau der Neckarstraße im Ortsteil Scheidental erfolgte die Auftragsvergabe der Tiefbauarbeiten an die Firma Schweikert aus Schöntal-Oberkessach mit einer Auftragssumme in Höhe von 372.336 Euro und die Herstellung der Straßenbeleuchtung wurde an die EnBW Regional aus Öhringen zum Angebotspreis von 22.246 Euro vergeben.

Ein Ärgernis hat sich laut Ortsvorsteher Klaus Schork mit der Telekom ergeben, „die ihren Kabelsalat von einer Scheune hängt“ und sich wegen 350 Euro Material gegen eine Beteiligung an den Tiefbauarbeiten der EnBW wehrt. Diesen Fall will jedoch die Gemeinde weiter verfolgen und eine positive Klärung anstreben. Zur weiteren Erschließung des Baugebietes ,,Burggewann“ in Schloßau ist der Umbau sowie die Dimensionserhöhung des Kanals im Römerweg erforderlich. Obwohl noch keine Probleme bei der Abwasserableitung bekannt wurden, „sind die Kanalhaltungen im Römerweg rein rechnerisch mit 104 Prozent ausgelastet“. Um möglichen kommenden Problemen rechtzeitig aus dem Wege zu gehen, wurden die Ingenieurleistungen zur Sanierung und Umgestaltung der Abwasseranlage im Römerweg an das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim für 22.700 Euro als außerplanmäßige Ausgaben vergeben.

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