MdB Binding referiert zum Banken-Crash

SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus hatte Finanzexperten Lothar Binding zu Gast – „Das Nichthandeln der Bundesregierung in der Finanzkrise ist unverantwortlich.“

500 MdB Lothar Binding bei 60plus 092 1

Das Foto zeigt MdB Lothar Binding mit EX-MdL Gerd Teßmer und dem Kreisvorstand der SPD-Arbeitsgemeinschaft mit Wilfried Nies und Hildgund Beichert. (Foto: privat)

Neckar-Odenwald-Kreis. (rt) Auf riesiges Interesse stieß die Idee vom Kreisvorsitzenden der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus Wilfried Nies, mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding  einen Finanzfachmann in den Kreis zu holen, um aus erster Hand über Zusammenhänge, Hintergründe, aber auch über die Möglichkeiten der Politik zu informieren, wie die riesigen Steuerverluste des Staates durch Geldtransfer ins Ausland verlaufen und wieweit sich ein Staat oder eine Regierung dagegen wehren könne.


Bei vollem Haus konnten Wilfried Nies und Hildgund Beichert SPD-Mitglieder aus dem gesamten Kreisgebiet, den früheren Landtagsabgeordneten Gerd Teßmer und viele Sympathisanten und interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger willkommen heißen. Nies meinte, dass eine solche Information mit Diskussionsmöglichkeit an der Zeit sei.

„Wenn Billionen Euro Schwarzgeld anscheinend legal in „Steueroasen“ geparkt werden können, muss der Bürger politisches Handeln erwarten können. Es kann nicht sein, dass ein Großteil ordnungsgemäß Steuern entrichtet und andere mit Riesensumme ihre Pflichten umgehen können. Da muss sich, so Nies, der normale Bürger doch ziemlich dumm vorkommen“.

Gerne griff MdB Lothar Binding diese Bemerkung auf. Im Verlauf der Veranstaltung stellte er die „Steuersparmodelle“ vor und machte deutlich, wie schwer es für die Politik sei, derartige „Steuerverkürzungen“ schon im Ansatz zu verhindern, also so lange wie sich das Geld noch in Deutschland befinde.  MdB Binding erläuterte die Bankstrukturen mit ihren zahlreichen „Töchtern“ und „Dependancen“ in der ganzen Welt.

Dies habe in den letzten Jahren aber auch deshalb zugenommen, weil die Banken ihre Geschäftsfelder deutlich über das reine Bankgeschäft hinaus erweitert hätten. Es habe sich gezeigt, sich in diesen „neuen Feldern“ des Handelns mit Derivaten, Leerverkäufen und Fonds weit mehr und schneller Geld verdienen lasse als im traditionellen Bankgeschäft mit Einlegern und Kreditnehmern. Dass man dabei die Risiken nicht habe sehen wollen, habe zum Bankencrash geführt.

Für den normalen Bürger, der sein verdientes Geld mit Zinsen anlegen wolle und den Kreditnehmer, der für nachprüfbare Investitionen Geld aufnehme, hätte dadurch das Interesse der Bankinstitute erheblich gelitten. Wie der Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion Lothar Binding anhand  zahlreicher Einzelbeispiele darstellte, versuchten derzeit die Finanzpolitiker im Bundestag über alle Parteien hinweg , durch gezielte Maßnahmen dafür zu sorgen, dass das Kapital der Einleger nicht noch mehr Schaden nehme und dass Vertrauen zurückgewonnen werde.


Diese Art der Finanzhilfen müssten dem Bürger aber auch erklärt werden. Das habe gerade auch erst der Bundespräsident angemahnt. „Was die Bundeskanzlerin, die CDU und besonders die FDP in Berlin zur Zeit zur Bankenkrise sagen und machen oder nicht machen, ist unverantwortlich“, war das Fazit von MdB Lothar Binding am Ende eines höchst informativen, aber auch höchst anspruchsvollen Informationsnachmittags. 

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: