„Bayreuth meets Zwingenberg“

Interview mit Rainer Zaun und Mario Klein

Bayreuth meets Zwingenberg

Bayreuth meets Zwingenberg: Mario Klein und Rainer Zaun (v.l.) zu Gast bei den Schlossfestspielen

Zwingenberg. (lra) Wenn die 30. Zwingenberger Schlossfestspiele am Freitag, 03. Juli, um 19.30 Uhr mit  Ludwig van Beethovens Oper Fidelio eröffnet werden, dann sind dabei auch zwei Männer mit von der Partie, die sich unter die Auserwählten des Bayreuther-Festspielensembles zählen dürfen.

Mario Klein, Bass, den Gastverpflichtungen schon an Opernhäuser wie Leipzig, Köln oder Mannheim geführt haben, hat in den vergangenen drei Jahren dort in Wagners „Meistersingern“ auf der Bühne gestanden. Er wird in der aktuellen Zwingenberg-Saison den Kerkermeister „Rocco“ verkörpern. Bassbariton Rainer Zaun, auf den Bühnen von Berlin, Hamburg, San Francisco oder Barcelona zu Hause, ist heuer zum sechsten Mal in Folge auf dem Grünen Hügel engagiert, derzeit ist er dort im „Lohengrin“ zu erleben. Dennoch konnte er es einrichten, nach fünfjähriger „Zwingenberg-Abstinenz“ in diesem Sommer auch wieder im Schloss hoch über dem Neckar, in der Rolle des „Don Pizarro“ zu gastieren.


Herr Zaun, Herr Klein, Sie haben mehrere Jahre lang bei den Schlossfestspielen Zwingenberg mitgewirkt, und auch in den Bayreuther „Meistersingern“ haben Sie gemeinsam auf der Bühne gestanden. Nun sind Sie beide hier im Neckartal in „Fidelio“ aktiv. Verbindet Sie über das Berufliche hinaus auch eine persönliche Freundschaft?

Klein: Ja, wir sind Kumpels aus Braunschweiger Zeiten, wo wir beide ab 1998 für einige Jahre engagiert waren. Auch danach sind wir uns immer wieder begegnet: in Zwingenberg, in Cottbus, in Bayreuth…

Wie kommt es, dass Sie dieses Jahr beide wieder in Zwingenberg mit von der Partie sind?

Zaun: Ich habe mich immer informiert, was hier so lief. Hinzu kommt, dass auch meine Lebensgefährtin Evelyn Wehrens hier beispielsweise in My fair Lady oder letztes Jahr in der Dreigroschenoper gesungen hat. Da war ich als Gast in Zwingenberg. Dann hörte ich, dass man in Erwägung zog, Rheingold bei den Schlossfestspielen aufzuführen. Ich fragte nach und wir kamen ins Gespräch für die Partie des Wotan. Naja, aus dem Rheingold ist nun Fidelio geworden und da ich den Pizarro seit sechs Jahren nicht mehr gesungen hatte und ich ihn gerne mal wieder auffrischen wollte, habe ich den Kontakt intensiviert.

Klein: Nun, ich bin dieses Jahr eh nicht in Bayreuth, die Meistersinger sind ja ausgelaufen. Ich war von 2002 bis 2008 durchgehend hier in Zwingenberg, 2009 musste ich wegen Bayreuth absagen. Aber ich liebe Zwingenberg und bin immer sehr gern hierher gekommen. Als ich wusste, dass ich diesen Sommer frei sein würde und vom Plan hörte, Rheingold aufzuführen, fragte ich bei Intendant Karsten Huschke wegen der Partie des Fafner an. Ich erhielt eine mündliche Zusage und sagte Rainer Bescheid, der sich dann auch bewarb. Und jetzt sind wir hier, bei Fidelio. Ich habe den „Rocco“ auch schon lange nicht mehr gesungen und freue mich darauf.

Was macht für Sie den Reiz von Bayreuth aus?

Zaun: Das ist halt professionelles Arbeiten auf allerhöchstem Niveau. Das ist, wie zur Nationalelf zu gehören.

Klein: Ich habe immer drei Träume gehabt: in Bayreuth zu singen, in München und in Wien. Einer davon hat sich nun erfüllt. Außerdem war ich immer schon Wagnerianer, da mitmachen zu dürfen, das ist einfach großartig. Hinzu kommt das schöne Umland von Bayreuth und das angenehme Ambiente in der Stadt. Ich kenne inzwischen eine ganze Menge Bayreuther, mit denen ich auch mal ein Bierchen trinke.


Ist da das beschauliche Zwingenberg eine Art „Kontrastprogramm“?

Zaun: Hier lassen sich wunderbar neue Partien ausprobieren oder bekannte Partien wieder auffrischen und vertiefen. Die Atmosphäre ist super, bei den Proben geht es immer recht lustig zu, es macht einfach Spaß. Und dann die wunderschöne Naturkulisse!

Klein: Ja, das ist eines der schönsten Fleckchen Deutschlands. Und da ich aus Speyer stamme, liegt es auch noch nah bei der Heimat.

Herr Zaun, wie lassen sich für Sie Zwingenberg und Bayreuth derzeit unter einen Hut bringen?

Zaun: Das war Teil der Verhandlungen mit beiden. Man muss halt zu bestimmten Terminen hier oder dort sein. So muss ich eben pendeln.

Werden Sie auch künftig in Zwingenberg anzutreffen sein?

Klein: Wenn was Schönes kommt und man mich will, gerne.

Zaun: Ja, wenn’s von den Terminen her passt und man mich will, ebenfalls sehr gern.

Die Fragen stellte Barbara Nolten-Casado-

Info: Kartentelefon: 06263-771 oder www.schlossfestspiele-zwingenberg.de

 

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