Der Arbeitsmarkt im Juli 2012

Zahl der Arbeitslosen im Juli leicht gestiegen. Mehr als ein Drittel aller Arbeitslosen ist über 50 Jahre

Tauberbischofsheim. (aat) Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Tauberbischofsheimer Arbeitsagentur im Vergleich zum Vormonat um 93 auf 5249, die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.  Die durchschnittliche Quote in Baden-Württemberg liegt bei 3,9 (Vormonat 3,7) Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist durch Urlaubszeit und Auslaufen vieler Ausbildungsverhältnisse üblich“, erklärt Guido Rebstock, kommissarischer Leiter der Tauberbischofsheimer Agentur für Arbeit. „Nicht nachvollziehbar ist für mich jedoch, dass der Anteil der Älteren an allen Arbeitslosen mit steigender Tendenz bei 39 Prozent liegt während ihr Anteil bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nur etwa 29 Prozent beträgt. Die deutsche Bevölkerung wird älter und Arbeitnehmer Ü50 verfügen über eine breite berufliche Erfahrung sowie hohe soziale Kompetenzen. Mit Blick auf den steigen-den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften ist für mich eine hohe Erwerbstätigkeitsquote von Älteren eine wichtige Maßnahme zur Steigerung des Fachkräfteangebots.“


Die Vermittler der Arbeitsagentur stehen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gerne beratend zur Seite, wenn es um Einstellungen und Beschäftigung von Älteren geht. Die beiden Jobcenter im Agenturbezirk Tauberbischofsheim nehmen am Programm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte in den Regionen“ teil.

Der Anteil der Arbeitslosen insgesamt aus dem Bereich des Arbeitslosengel-des I (Sozialgesetzbuch III – SGB III) liegt bei 44,7 Prozent (Vormonat 41,9 Prozent), aus dem Bereich der Grundsicherung bei 55,3 Prozent (Vormonat 58,1 Prozent).

Im Main-Tauber-Kreis liegt die Arbeitslosenquote wie auch im Vormonat bei 3,2 Prozent (Vorjahr 3,4). Zum Stichtag waren 2301 Menschen arbeitslos gemeldet, fünf mehr als im Juni (Vorjahr 2420).

Diese verteilten sich auf die drei Geschäftsstellenbezirke im Main-Tauber-Kreis wie folgt: Hauptagentur Tauberbischofsheim 849 Arbeitslose bei einer Quote von 2,8 Prozent (Vormonat 2,7), Geschäftsstelle Bad Mergentheim 733 Arbeitslose bei einer Quote von 3,0 Prozent (Vormonat 2,9) und Geschäfts-stelle Wertheim 719 Arbeitslose, die einer Quote von 4,0 Prozent entsprechen (Vormonat 4,2).

Im Neckar-Odenwald-Kreis ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gestiegen (Vorjahr 3,9). Zum Stichtag waren 2948 Menschen arbeitslos gemeldet, 88 mehr als im Juni (Vorjahr 3007). In der Geschäftsstelle Mosbach waren bei einer Quote von 3,8 Prozent (Vormonat 3,7) 1596 Menschen arbeitslos gemeldet, in Buchen bei einer Quote von 3,9 Prozent (Vormonat 3,7) 1352 Arbeitslose.

Ein Blick auf die Zu- und Abgangsdaten zeigt die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. 1410 Menschen haben sich neu arbeitslos gemeldet, 1318 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.


Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe und Verwaltungen zeigt sich an der Entwicklung der gemeldeten Arbeitsstellen. Im Juli meldeten die Betriebe den Mitarbeitern des Arbeitgeberservices 753 neue Arbeitsstellen (35 mehr als im Juni). 815 Angebote konnten abgeschlossen werden. Dies sind 145 mehr als im Vormonat.

Die Zahl der zu besetzenden Arbeitsstellen insgesamt ist im Vergleich zum Juni 2012 gesunken: Der Bestand an offenen Stellen lag im Juli bei 2449, da-von entfielen auf den Main-Tauber-Kreis 1666 (im Juni 1701) und auf den Neckar-Odenwald-Kreis 783 Stellen (im Juni 798).

Der statistische Berichtszeitraum für den Ausbildungsmarkt läuft in Anlehnung an den üblichen Ausbildungsbeginn vom 01. Oktober bis zum 30. September. Eine umfassende Beurteilung wird erst im September möglich sein. Seit Oktober 2011 meldeten sich im Tauberbischofsheimer Agenturbezirk 1876 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das sind 262 Bewerber bzw. 12,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden 2349 Ausbildungsstellen gemeldet, das entspricht einem Plus von 266 Stellen bzw. von 12,8 Prozent zum Vorjahr.

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