Sechs Finisher wandern den Neckarsteig nonstop

von Liane Merkle 

500 Neckarsteig

Beim Start waren es 22 Wanderer … (Foto: Liane Merkle)

Großeicholzheim/Neckarsteig. Bisher hat er seine wandertechnische „Suche nach Grenzen“ bei den drei 24-Stundenwanderungen ausgetobt, „Adventure-Herry“, alias Herbert Hodel seit drei Jahren in Großeicholzheim organisiert. Doch seit der Eröffnung des Neckarsteigs, der über 3.100 Höhenmeter auf 127,5 Kilometer Länge von Bad Wimpfen nach Heidelberg führt, hat es ihn „gejuckt“, diese Strecke einmal am Stück zu bewältigen.

Am vergangenen Wochenende hat er sich zusammen mit 21 weiteren „Verrückten“ diesen Traum – für Otto Normalverbraucher ein Albtraum – gestellt. Los ging es in Bad Wimpfen um 9 Uhr morgens. Alle 22 Wanderfreaks waren hoch motiviert, ausreichend bestückt mit Wasser, Pflaster und anderem Verbandsmaterial sowie Helmlampen, Taschenlampen, bestem Schuhwerk und Kleidung „für alle Fälle“. Bester Laune bewältigten sie so die erste Etappe bis Mosbach, wo im „Brauhaus“ nach 27 Kilometern und fünfeinhalb Stunden die erste Stärkung wartete.




In Neckargerach gaben die ersten vier Wanderer auf, und die nächsten wurden mutlos nach 50 Kilometern in Neckarkatzenbach, wo man für eine kurze Rast für einen kleinen Imbiss einlegte. Und dann war nach Aussage von Herbert Hodel erst mal „Schluss mit lustig“. Denn die nächste Verschnaufpause war erst im Bahnhofscafé von Hirschhorn am nächsten Morgen um 7 Uhr, nachdem die Truppe die ganze Nacht durchgewandert war. 91 Kilometer hatte die motivierte Gruppe bis dahin bewältigt, und die beiden letzten Frauen strichen die Segel. Doch Adventure-Herry war voll des Lobes für das starke „schwache Geschlecht“.

„Da waren’s nur noch sechs“ und die hielten durch bis zum Schluss nachdem alle Wunden und Blasen versorgt und der Magen gefüllt war. Nachdem der SWR bereits vom Start berichtet hatte, wurden die Wanderer in Neckarsteinach bei Kilometer 106 von SWR4 nach ihrem Zustand befragt, aber zu diesem Zeitpunkt hatte der Kopf den „inneren Schweinehund“ absolut besiegt und der Schmerz, der sich nun bei jedem im ganzen Körper breit machte, war zweitrangig geworden. Nach 32 Stunden erreichten die sechs „Unverwüstlichen“, die ihr Training als Finisher der 24-Stunden-Wanderung schon hinter sich hatten, glücklich Heidelberg.

Im Nachhinein gab selbst Herbert Hodel zu, dass sich auch bei ihm einmal der Wunsch breit gemacht hatte „Ich wollt, es wäre Tag und wir wären schon in Heidelberg“, dennoch sei es einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man über sich selbst hinaus wachse. Dann erst könne man den tibetanischen Spruch verstehen, der besagt: „Lieber einen Tag im Leben als Tiger verbringen als 1.000 Jahre als Schaf“.

Sein besonderer Dank richtete sich abschließend an Steff Geier aus Schloßau, die die Truppe mit unglaublicher Umsicht medizinisch und logistisch versorgt habe.

500 Neckarsteig Finisher

… nach 32 Stunden kamen die glorreichen Sechs in Heidelberg an. (Foto: Liane Merkle)

Infos im Internet:

www.neckarsteig.de 

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: