Schlammschlacht auf der Schwäbischen Alb

Bikes wogen am Ende gut 20 Kilo

Das Kettenblatt konnte nur erahnt werden. (Foto: privat)

Albstadt. Aus allen Erdteilen waren 73 Nachwuchsbiker nach Albstadt gekommen, um am dortigen Mountainbike-Rennen teilzunehmen. Zu erklären war dieses internationale Starterfeld durch die Einstufung der Veranstaltung in der einer der höchsten Kategorien (HC), nur knapp unter einem Weltcup. Außerdem diente Albstadt als Vorbereitung auf die WM in Saalfelden in Österreich.

Somit ging nahezu die gesamte Weltelite der U19-Junioren nach längeren Regenfällen bei übelsten Streckenverhältnissen, pünktlich um 09.00 Uhr an den Start.

Während die Sportler an diesem Morgen bereits hellwach waren, konnte man das von den „Rennkomissären“  der Veranstaltung nicht behaupten konnte, denn anders ist es nicht zu erklären, dass die Biker bei den unbeschreiblich schlechten Streckenzuständen fünf Runden absolvieren mussten, wo eine Verkürzung angezeigt gewesen wäre.

Alessandro Sepp vom Team Wheeler-iXS, der sein zweites HC-Rennen bestritt, befand sich aufgrund der Bundesligapunkte beim Startschuss in der Mitte des Felds. Kein zu großes Risiko eingehen, war das Motto dieses Rennens, denn bei einer Fahrzeit von deutlich über einer Stunde und den widrigen Streckenbedingungen musste man auf „Ankommen“ fahren und genau das tat der junge Fahrer aus Waldbrunn. Und wie vorhersehbar, lichtete sich das Feld aufgrund des schlammigen Untergrundes bereits in der ersten Runde durch viele technische Defekte. Statt nun eine Verkürzung zu veranlassen, zeigten die die Funktionäre weiter im Tiefschlaf, blieb doch die Rundenzahl unverändert. 




Die folgenden Runden wurden für die Biker zur Qual. Stürze und technische Defekte machten den Fahren das Rennen zur Hölle. Insbesondere in den schwierigen Abfahrten, spielten die Mountainbiker mit Gesundheit und Leben, so ein besorgter Betreuer am Streckenrand.

Der Odenwälder hatte sich derweil auf den 30. Rang nach vorne gefahren, während viele arrivierte Biker bereits zum Zuschauen verurteilt waren. Mehrfach musste der junge Sportler – wie viele seiner Kollegen auch – vom Rad absteigen, um den Schlamm mit bloßen Händen aus Schaltung und Bremsanlage zu beseitigen, um anschließend die Kette wieder aufs Blatt zu legen. Dieses jedoch in den Dreckbrocken zu finden, war oft nicht einfach. Um die Massen an Schlamm zu verdeutlichen, muss man sich klar machen, berichtete Sepp, dass sein Sportgerät, das üblicherweise ca. 8-9 Kilo wiegt, nach dem Rennen etwa 20 Kilogramm auf die Waage brachte, die von den Fahrern bewegt werden mussten.

Nach einer Fahrzeit von weit über einer Stunde war das Rennen beendet und Winterhauchbiker Alessandro Sepp fuhr als 28. Ins Ziel, womit er erneut wichtige Bundesligapunkte mit nach Hause nahm. Ein Drittel der Starter sah an diesem Tag das Ziel nicht. Nach diesem „Ausfall“-Rennen wurden die weiteren Klassen verkürzt, sodass die anderen Starter von den Strapazen der U19 profitierten. So mussten die weltbesten Profis am Nachmittag nur vier Runden absolvieren und konnten nach einer  Stunde Fahrzeit den wohlverdienten Feierabend antreten. Ihnen blieben die Qualen der Junioren erspart.

Am Ende sei bemerkt, das Albstadt ein hervorragendes Publikum hat. Trotz der frühen Startzeit, waren an den Schlüsselstellen viele Zuschauer gekommen, um die Biker mächtig anzufeuern. Das Publikum hatte sich an diesem Tag die Note 1+ verdient.

AS Albstadt

Alessandro Sepp sicherte wichtige Bundesligapunkte. (Foto: privat)

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