Aus besonderem Odenwälder Holz geschnitzt

Trotz vieler Schicksalsschläge feiert Frieda Mai heute ihren 95. Geburtstag

von Liane Merkle

Frieda Mai

(Foto: Liane Merkle)

Mudau. Auf ein bewegtes Leben mit familiären Höhen und Tiefen, Schicksalsschlägen und Entbehrungen, aber auch innerer Erfüllung kann am heutigen Mittwoch die Mudauerin Frieda Mai, geb. Henn zurückblicken. Sie feiert ihren 95. Geburtstag und sicherlich zahlreiche Gratulanten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis sowie natürlich der Familie und Verwandtschaft werden die herzlichsten Glückwünsche zu diesem doch seltenen Wiegenfest übermitteln. Stolz darf die Jubilarin auch darauf sein, dass zu den Gratulanten acht Enkel und acht Urenkel zählen.

Geboren wurde Frieda Mai am 12 September 1917 als sechstes von sieben Kindern der Eheleute Heinrich und Franziska Henn in Mudau, wo sie aufwuchs, zur Schule ging und im Kaufhaus Schäfer – besser bekannt als „d’Schäferle“ eine Lehre als Verkäuferin absolvierte. Im Juli 1940 heiratete sie den Handelsreisenden Ewald Schäfer aus Hesselbach und schenkte ihm zwei Söhne. Doch beim Fliegerangriff auf das Mudauer Schulhaus, wo die Familie damals im Obergeschoss wohnte, kam einer dieser beiden Buben am 27. März 1945 ums Leben. Ehemann Ewald fiel den Kriegswirren zum Opfer und kehrte, wie so viele seiner Alterskameraden vom Kriegseinsatz nicht mehr heim.




Doch die Jubilarin war und ist aus dem besonderen Holz der Odenwälder geschnitzt und Begriffe wie Resignation oder Aufgabe gehörten und gehören nicht zu ihrer Lebenseinstellung, und so schaffte sie die Herausforderungen einer allein erziehenden Mutter in einer äußerst schwierigen Zeit. Im Juni 1957 heiratete sie den Metzger Hans Mai, mit dem sie nach Mannheim zog, um dort eine Gastwirtschaft in der Nähe des Bahnhofes zu betreiben.

Doch auch diese Ehe durfte sie nur kurz genießen, denn Hans Mai verstarb bereits nach drei Jahren an einer Lungenembolie und hinterließ ihr eine kleine Tochter. Auch jetzt gab Frieda Mai nicht auf. Sie hatte ja schon Übung als allein Erziehende. Sie machte weiter mit der Mannheimer Wirtschaft und arbeitete dann noch in der Gastronomie bis sie 1983 in ihren geliebten Heimatort Mudau zurückkehrte.

Die rüstige Rentnerin hatte schmerzhaft gelernt, das Leben zu nehmen wie es kommt und dabei so gut wie möglich zu genießen. So waren Reisen im In- und Ausland lange Zeit ihre große Leidenschaft, Geselligkeit und Vereinsleben hielten sie fit und auf Trab, ebenso ihre Nachkommen, die ihr jede Menge der beliebten selbst gestrickten Socken zu verdanken haben.

Inzwischen fällt ihr das Laufen ein wenig schwer, doch noch immer liest die Jubilarin jeden Tag ihre Zeitung und verfolgt das regionale und überregionale Geschehen mit viel Interesse. Zum heutigen Jubeltag gratulieren außerdem Tochter Martha sowie unzählige Freunde und Bekannte.

Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zum 95. Geburtstag schließen wir uns gerne an und wünschen weiterhin alles Gute vor allem Gesundheit.

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