Kreis-Kliniken behandeln Kinder aus Krisenregionen


Die Hilfsorganisation ‚Friedensdorf International’ vermittelt die jungen Patienten


Der kleine Patient aus Angola wurde schnell zum Liebling bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wirbelsäulenchirurgie Buchen. (Foto: privat)

Buchen. Die unentgeltliche Behandlung eines elfjährigen, unfallverletzten Jungen aus Angola in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie bildete nach Worten von Chefarzt Dr. Andreas Zeugner „den Anfang einer längerfristigen Kooperation mit dem Friedensdorf International“.

Im Rahmen dieses kürzlich von Dr. Zeugner initiierten und der Geschäftsführung getragenen Projekts haben die Neckar-Odenwald-Kliniken und die Kinder-Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ vereinbart, schwerwiegend gesundheitlich beeinträchtigten Kindern aus internationalen Krisen- und Kriegsgebieten gemeinsam zu helfen. Dabei wählt die Organisation Friedensdorf International die Kinder aus, bringt sie nach Deutschland und stellt einzelne der jungen Kriegsopfer den Neckar-Odenwald-Kliniken zur Behandlung vor.

Dort werden sie dann operiert oder konservativ behandelt und solange betreut, bis sie ohne ärztliche Hilfe wieder in ihren Heimatländern leben können. Kostenlose radiologische Unterstützung wurde dem Projekt von der Fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis für Radiologie, Neurologie und Psychiatrie Mosbach zugesagt, und das Medizintechnik-Unternehmen ‚Medtronic’ will bei Operationen einzusetzende Implantate spendieren.




Der erste von ‚Friedensdorf International’ in Buchen vorgestellte Patient stammt aus Angola und erlitt vor ca. zwei Jahren eine gravierende Verletzung des 1. und 2. Halswirbels. Sein Name soll auf Wunsch der Hilfsorganisation nicht genannt werden.

Eine ausführliche Untersuchung des Jungen ergab, dass die festgestellte Fehlverheilung zur Korrektur eine sehr komplizierte Operation erfordere, die Fehlstellung andererseits bisher außer einer schiefen Kopfhaltung eine relativ geringfügige Symptomatik aufweise. Da die Fehlstellung der Wirbel aber gegen das Rückenmark drücke, sei von langfristig auftretenden Problemen auszugehen.

Chefarzt Zeugner empfahl seinen Kooperationspartnern bei der Kinderhilfsorganisation deshalb, das Kind nach Möglichkeit in seinem Heimatland zu beobachten, um bei einem möglichen Auftreten von neurologischen Symptomen eine Operation erneut zu erwägen. So wurde vereinbart, das Kind nach Ablauf eines Jahres in Angola zu röntgen und die Aufnahmen der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie in Buchen zukommen zu lassen.

© www.NOKZEIT.de


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