„Windpark Waldbrunn – Gesundheitskiller?“

„Infraschall statt Gammastrahlen?“

Entsteht durch Windkraftanlagen krankmachender Infraschall? Besorgte Bürger aus dem Höllgrund sowie aus Waldkatzenbach sehen hier ein enormes Gefährdungspotenzial. (Foto: Wikipedia)

Waldbrunn. Im Höllgrund formiert sich derzeit Widerstand gegen die Ausweisung von Windkraft-Vorrangflächen im Bereich des Markgrafenwalds/Max-Wilhelmshöhe auf der Gemarkung des Waldbrunner Ortsteils Mülben, die vom Gemeinderat vor der Sommerpause beschlossen wurde (wir berichteten). In diesem Zusammenhang haben die Bewohner des Unter- und Oberhöllgrunds eine Unterschriftensammlung durchgeführt haben, die vor wenigen Tagen sowohl an Bürgermeister Klaus Schölch als auch an die Mitglieder des Gemeinderats ging.




Insbesondere die Gefahr des Infraschalls bleibe derzeit ohne Berücksichtigung, so die Briefschreiber. Da es sich bei Windkraftanlagen nicht um „irgendeine kleine, kurzlebige Maßnahme, sondern um eine langjährige Investition mit massiven Eingriffen in das Landschaftsbild und die Natur und unkalkulierbaren Auswirkungen auf die Gesundheit aller“ gehe, die „Investoren (…) die ausgewiesenen Standorte nicht aus Liebe zur Umwelt, sondern aus reinem Geschäftsinteresse“ nutzen, fordern die Unterzeichner im „Interesse aller Einwohner von Waldbrunn, bei der Änderung des Flächennutzungsplans die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und alle anderen Interessen dieser lebenswichtigen Prämisse unter zu ordnen.

„Wir fordern Sie ausdrücklich auf, den Mindestabstand zwischen Windkraftanlagen und den ersten Häusern des jeweiligen Ortes auf 2600 m fest zu setzen. Dies ist der Abstand, bei dem der Infraschall nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen keine biologische Beeinträchtigung bei den Menschen hervorruft. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden Gesamtkonzepts mehrerer Kommunen sollte es möglich sein, geeignete und verträgliche Windkraft-Standorte (bspw. Auf abgelegenen Waldflächen) mit 2,5 km Entfernung zu allen bewohnten Häusern zu finden“, so der Brief weiter.

Abschließend geben die Unter- und Oberhöllgrunder Unterzeichner, zu bedenken, dass die Infraschallauswirkungen nicht nur den Höllgrund, sondern alle umliegenden Waldbrunner Ortsteile und damit alle Bürger treffen.

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So ähnlich könnte es bald auf dem Höhenrücken des Markgrafenwalds aussehen. (Montage: NABU Waldbrunn)

Infos im Internet:
www.NABU-Waldbrunn.de

Unterschriftensammlung Windkraft

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17 Kommentare

  1. Windpark Waldbrunn – der unterschätzte Gesundheitskiller?
    Infraschall statt Gammastrahlung?

    Die Gemeindeverwaltung Waldbrunn plant, die ursprünglich vorgesehene Windparkfläche von 90ha auf etwa 250 ha große Windkraft-Vorrangfläche auf der
    Max-Wilhelmshöhe durch eine Änderung des Teilflächennutzungsplans auszuweisen.
    Damit sollen die Gemeinden Zwingenberg, Binau und Neckargerach von der Ausweisung geeigneter Flächen auf deren Gemarkung entlastet werden.

    Der Waldbrunner Bevölkerung werden Ausmaß und Auswirkungen dieses gewaltigen Eingriffs in das bisher wenig beeinträchtigte Landschaftsbild erst nach und nach bewusst, denn die öffentlichen Informationen der Gemeindeverwaltung zu diesem Vorhaben fließen äußerst spärlich.
    Es geht um elf bis vierzehn Windkraftanlagen, jede davon etwa 200 m hoch, so dass die Rotorblätter gegenüber den Wohnsiedlungen in Waldkatzenbach, Strümpfelbrunn, Mülben und der Ortsteile Wkb.-Unterhöllgrund und Strbr.-Oberhöllgrund die Wipfel der Bäume um ca. 170m, oder noch höher, überragen würden.
    Betroffen wären zudem viele nahe Ortsteile in den Nachbargemeinden Mudau, Limbach und Eberbach.
    Etliche Waldbrunner sowie die Erholung suchenden Urlauber der Gemeinde wären von dieser Veränderung unmittelbar betroffen durch:

    • hörbare Störgeräusche und Lichtschatten-Blitze
    • das fragwürdige Panorama des bisher wenig beeinträchtigten Landschaftsbildes
    • und durch den -zwar nicht hörbaren, aber umso gefährlicheren Infraschall

    dessen Risiko für die Gesundheit unzähliger Bürger nach maßgeblichen Gutachten, wie dem von Prof. Dr. Jur. Erwin Quambusch, als gravierend betrachtet werden muss.
    Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, empfehlt die Studie dringend einen Abstand von mindestens 2,5 km zu den Ortsrändern ein zu halten.
    Der in Waldbrunn vorgesehene Abstand zu der Hälfte seiner Ortsteile beträgt aber lediglich 700m.

    Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass diese Anlagen neben den hörbaren Geräuschen auch den für das menschliche Ohr nicht hörbaren Infraschall erzeugen. Dieser jedoch belastet bei dauerhafter Beschallung den menschlichen Organismus in erheblichem Maße. Durch diesen tieffrequenten Schall werden u. a. die Zellen des menschlichen Gehirns zur Resonanz (Schwingungen ähnlich wie in einer Mikrowelle) angeregt und auf diese Weise geschädigt. Die Schädigungen können bis hin zu Bewusstseinsveränderungen führen. Grundlage dieser Beeinflussung ist die Empfindlichkeit des Gehirns auf so genannte Gehirnwellen. Sie entstehen aus unzähligen elektro-chemischen Entladungen der Nervenzellen, die ihrerseits winzige elektromagnetische Felder erzeugen. Deren Frequenz liegt normalerweise zwischen einem und 40Hz, also im tieffrequenten Infraschallbereich.

    Bei den Windkraftanlagen geht es letztendlich nicht um irgendeine kleine, kurzlebige Maßnahme, sondern um eine langjährige Investition mit massiven Eingriffen in das Landschaftsbild und die Natur und unkalkulierbaren Auswirkungen auf die Gesundheit aller! Die Investoren nutzen die ausgewiesenen Standorte nicht aus Liebe zur Umwelt, sondern aus reinem Geschäftsinteresse.

    Daher ist es im Interesse aller Einwohner von Waldbrunn, bei der Änderung des Flächennutzungsplans die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen und alle anderen Interessen dieser lebenswichtigen Prämisse unter zu ordnen. Ein grenzüberschreitendes Gesamtkonzept mehrerer Kommunen sollte es stattdessen leisten können, geeignete und verträgliche Windkraft-Standorte mit mindestens 2,5 km Entfernung zu allen bewohnten Häusern zu finden.

    Dipl.-Ing. Robert Weisz Waldkatzenbach-Unterhöllgrund, 14.09.2012

  2. wenn’s dem eigenen interesse dient, wird die wahrheit gern etwas zurechtgebogen. infraschall beginnt erst unter etwa 15 hz, darüber hat man hörbaren schall. die frequenz, die windräder typischerweise aussenden, beträgt etwa 1 hz. die meisten hirnzustände wiederum liegen deutlich über dieser frequenz, wenn man nicht gerade hynotisiert wird.

    ich kann also keine beeinträchtigung erkennen, wie sie hier beschrieben wird. da schwingt (im wahrtsen sinne des wortes) viel esoterik mit.

    schließlich würde ich gerne alternativen hören. wäre herrn weisz ein akw oder ein kohlekraftwerk lieber? windräder nur in abständen über 2,5km zu siedlungen, das ist in deutschland nicht machbar. auf strom verzichten und zurück auf die bäume will auch kaum jemand. und nun?

  3. Ich finde es zum kotzen – ja, das bewusst so ordinär -, dass die ewig stänkernden modernisierungsfeinde nun wieder aus ihren löchern kommen.
    Selbst ohne sinn und verstand strom verbrauchen, wo er herkommt ist ja egal, solange er nicht vor der eigenen haustüre produziert wird. Sollen doch andere die nachteile meines komforts tragen.

    Diese erklärten windparkgegner leben sowas von ökologiefeindlich. In nicht modernisierten altbauten, die irrsinnig viel energie verschwenden, nur im auto unterwegs, hab noch keinen von denen in bussen und bahnen gesehen oder laufen und radfahren.

    Verbrauchen also selbst energie ohne ende und beschweren sich dann darüber, dass er vor der haustüre produziert werden soll. Dass andere menschen derzeit die nachteile eures konsums tragen interessiert euch nicht die bohne. Habt ihr schon mal am kwo demonstriert. erdölarbeiter in drittweltländern unterstützt…nein, nix. Jetzt wo eure immobilienpreise bedroht scheinen, wollt ihr mit dem fantasieargument infraschall die leute aufwiegeln.

    Wo soll der strom herkommen? Habt ihr solaranlagen? Erdwärme, niedrigenergiehauser, hybridautos?

    Wenn ihr das mit ja beantworten könnt, dürft ihr protestieren, auch alternativen solltet ihr anbieten. Dieses ekelhafte st. florians-prinzip ist jämmerlich.

  4. Die elektro-magnetische Aktivität der Gehirnzellen kann nicht beeinflusst werden durch Druckwellen. Das sind zwei völlig verschiedene Schwingungstypen. Das wäre identisch mit der Annahme, mechanische Meereswellen würden elektromagnetische Funkwellen beeinträchtigen.

  5. Das Thema Infraschall durch Windkraftanlagen wird mir oft zu sehr bagatellisiert. Sicherlich kursieren auch einige unwissenschaftliche und unsachliche Einschätzungen dazu, aber um (derzeit meist angloamerikanische) Forschungen wie die von Prof. Alec Salt kommt man nicht so einfach drum rum, sollte sich zumindest objektiv damit auseinandersetzen:
    z.B. hier http://oto2.wustl.edu/cochlea/wind.html

    Solange eine potenzielle gesundheitliche Auswirkung nicht ausreichend erforscht ist und ausgeschlossen werden kann, wäre m.E. mehr Abstand (zw. WKA u. Wohnhäusern) mehr Vorsorge. Auf Grundlage einer GIS-gestützten Standort-Analyse, die wir einmal für den NOK durchgeführt haben, würde ich davon ausgehen, dass Abstände von 1 – 1,5 km für den Neckar-Odenwald-kreis machbar wären, wenn man regional und interkommunal an die Planung ginge.

    • Absichtliche Irreführung oder Unwissen?

      Zunächst einmal ist Herr Salt kein Professor, sondern Dr. Natürlich leistet auch ein Dr. gute Forschungsarbeit, aber wozu diese unnötige Aufblähung? Meinen Sie, eine Landsbevölkerung damit beeindrucken zu müssen?

      In 1000m Entfernung hat man bei sehr starkem Wind etwa 55dB Infraschall. Die angeführten Forschungen von Salt ergaben, daß die Beeinflussung erst ab 65db beginnt (s. http://oto2.wustl.edu/cochlea/saltlichtenhan.pdf).

      Danke, Herr Hahl, wir können also alle beruhigt sein.

      • Sehr geehrte Mitleser,
        sehr geehrter Herr Seifert,

        es wäre schön, wenn dies so zuträfe, wie Sie, herr Seifert, es schreiben. Aus dem Artikel von SALT u. LICHTENHAN (2011), zu dem Sie einen Link gesetzt haben, lese ich die Sache etwas anders. Die Autoren unterscheiden vier gesundheitliche Auswirkungen durch Infraschall. Zumindest für die ersten beiden Punkte werden keine Begrenzungen durch Schalldruckpegel (in dB) genannt.

        Diese zwei Punkte betreffen 1. Auswirkungen auf das Innenohr (endolymphatisch) durch Niedrigfrequenz-Schallwellen und 2. Empfindlichkeit des Innenohrs für (nicht hörbaren) Infraschall. – Einige potenziellen Krankheitssymptome durch dauerhaften Infraschall und tieffrequenten Schall werden im Artikel unter dem ersten Link, den ich gesetzt habe, angegeben.

        Alec Salt, PhD, ist Professor an der Medizinischen Universität Washington; das entnehme ich zumindest folgender Seite: http://ent.wustl.edu/oto/otoweb.nsf/RC/28817C798ADCB4DA8625734C006914DF?OpenDocument&C=Research

        Ich selbst bin weder Physiker noch Mediziner. Ich kann lediglich die Artikel, die wir nun kennen, und einige weitere Publikationen, lesen und die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen sowie unterschiedliche Studien miteinander vergleichen und deren Ergebnisse gegenüberstellen. Dadurch ergibt sich für mich eine Sensibilität für das Thema „Infraschall“ und „Niedrigfrequenzschall“ (sowie auch den ganz „normalen“ hörbaren Störschall) durch evtl. zu nah an Wohnhäusern positionierte Windkraftanlagen. Als deutschsprachige Studie würde ich noch eine Publikation des Robert-Koch-Instituts http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/22wFEQ7q9U2VE.pdf empfehlen, die jedoch, 2007 erschienen, neuere Ergebnisse von SALT u.a. noch gar nicht aufgreifen konnte. Mehr als für diese Thematik sensibilisieren kann und will ich auch gar nicht.

        *** *** ***

        Um was geht es bei dieser Diskussion eigentlich? – Es geht meines Erachtens hier NICHT darum, die dringende Erfordernis der Energiewende anzuzweifeln! Es geht hier nicht darum, die Vor- u. Nachteile von „konventioneller“ Energie (Atomkraft u. fossile Energieträger) und erneuerbarer Energie gegenüberzustellen. Die Entscheidung für die Energiewende steht hier überhaupt nicht zur Debatte! (Ich persönlich stehe übrigens spätestens seit „Tschernobyl“, also seit 1986, sehr kritisch zur Atomkraft und deren Störfall-Risiken sowie deren ungelöste Probleme bei der Endlagerung; zudem anerkenne ich zweifellos die fossilen Energieträger als Verursacher des anthropogenen Treibhauseffekts und des Klimawandels mit all seinen Auswirkungen auf Gesellschaft, Ernährung, Weltwirtschaft, Artenschutz usw.) – Auch die Frage, ob Windkraft in den Mittelgebirgen (und nicht nur offshore) sinnvoll ist, steht hier gar nicht auf dem Prüfstand, zumal die politischen und unternehmerischen Weichen längst gestellt wurden.

        Für mich stellt sich einzig und allein die Frage, wie die Planung und Realisierung der Windkraft für unsere Region nun am vorteilhaftesten durchgeführt werden könnten. Die aktuellen Pläne, zahlreiche Windkraftanlagen auch im Neckar-Odenwald-Kreis zu nutzen, wirken sich selbstverständlich auf viele ganz unterschiedliche Faktoren aus, bspw.: Landschaftsbild u. Kulturlandschaft, Tourismuswirtschaft u. Regionalmarketing, Naturhaushalt und Ökologie, Gesundheit (hörbarer Schall, Infraschall, ggf. Schattenwurf), Immobilienwerte, Lebensqualität u. Wohnwert, last not least Landflucht-Themenkreis u.v.m.

        Ich kann sowohl diejenigen Menschen gut verstehen, die nicht erfreut sind, wenn in nur 700 m Abstand zu ihren Wohnhäusern (teils sogar weniger bei Einzelhäusern oder „Splittersiedlungen“) über 200 m hohe Windkraftanlagen oder Windparks entstehen sollen, wie ich auch fraglos die Kommunen oder Großgrundbesitzer verstehen kann, die mit den erzielbaren Pachteinnahmen sinnvolle Verwendung hätten.

        Aus meiner Sicht wäre es eine geringere Belastung für die Region, für die Tourismuswirtschaft und für die betroffenen Bürger, wenn man es beispielsweise schaffen könnte, zehn oder gar noch weniger regionale und interkommunale „Groß-Windparks“ im NOK einzurichten statt 25, 50 oder 80 (?) kleine Konzentrationsflächen zu entwickeln (die sich ergeben könnten, wenn jede Kommune im NOK durchschnittlich drei Vorrangflächen ausweisen würde). Falls zehn oder noch weniger Groß-Windparks (ich nenne sie hypothetisch „Windenergie-Zentren“) im Abstand von ca. 1200-1500 m zu Wohnhäusern u. Ortsrändern eingerichtet werden könnten, wäre dies auch gesellschaftlich verträglicher und nicht zuletzt ökologisch tragfähiger. Unterm Strich also nachhaltiger (im Sinne von Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft).

        Sogar für die Effizienz bei der Umsetzung erneuerbarer Energien bzw. Windenergie wäre eine solche Zentralisierung an wenigen großen Sammelplätzen positiv, denn solche gesellschaftlich verträglichen „Windenergie-Zentren2 wären nicht zuletzt einfacher und rentabler ans Stromnetz anzuschließen, als wenn noch deutlich mehr neue Stromleitungen, Trassen und Trafos in der Landschaft errichtet werden müssten. – Zudem hätten solche Sammelplätze ggf. auch mehr Ausbaupotenzial für andere Erneuerbare als kleine „Konzentrationsinseln“ in jeder Kommune.

        ***

        Aber wie gesagt: Es lässt sich auch sehr gut nachvollziehen, wenn sich Kommunen in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage mögliche Pachteinnahmen nicht entgehen lassen möchten. Auch hier besteht fraglos ein gewisser Handlungsdruck. – Die ganze Entwicklung der Windkraft im Neckar-Odenwald-Kreis, wie in etlichen anderen ländlichen Regionen, ist somit unter vielen verschiedenen Aspekten zu sehen. Es geht nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“ der Realisierung von Windkraftanlagen. – Ich persönlich würde für eine „Nachhaltige Entwicklung einer Windkraft-Landschaft“ plädieren.

        Mehr will ich dazu an dieser Stelle nun auch nicht mehr schreiben.

      • Ich bin perplex! Wer von uns kann nicht richtig lesen?

        In ihrem 1. genannten Punkt liegt die Reizschwelle im Infraschallbereich bei 80dB (siehe Diagramm auf Seite 4 des Dokuments). Das liegt offenbar deutlich über den oben genannten 55dB.

        Punkt 2 betrifft nur die Empfindlichkeit des Innenohrs und macht keinerlei Aussage über die Schädlichkeit. Wenn ich meine Frau streichle, dann spürt sie das, aber sie bekommt davon keine blauen Flecken. Ich schmecke ein Milligramm Salz auf der Zunge, ich werde davon aber nicht krank.

        Um dem ganzen die Krone aufzusetzen:
        Haben Sie eigentlich schon bemerkt, daß die Forschungen nicht am Menschen, sondern an Meerschweinchen durchgeführt wurden!? Meinen Sie nicht auch, daß solch ein Geschöpf vermutlich etwas empfindlichere Ohren hat als ein Mensch?

        Wenn also das Meerschweinchen erst ab 65dB in Unruhe versetzt wird, dann wird das beim Menschen erst deutlich darüber der Fall sein. Aber das scheint hier ignoriert zu werden. Schon bevor ein Windrad steht, drehen manche Leute durch.

      • Nachtrag zur Versöhnung:

        Damit Ihr Beitrag nicht völlig umsonst war, merken wir uns: Keine Meerschweinchenzucht im Umkreis von 250 Metern um Windräder!

      • Herr Seifert, Sie sollten Ihre Erkenntnisse über WKA-Mindestabstände für Meerschweinchenzuchtanlagen unbedingt direkt an Professor Alec Salt durchgeben (dessen Adresse an der Uni Wachington finden Sie ja in dem von mir gesetzten Link), um ihn aufzuklären, dass seine Schlussfolgerungen, bspw. auf S. 10 des betreffenden Textes, völlig fehlgeleitet sind, wenn er nämlich ausführt „We conclude that the ear exhibits a number of complex physiological responses to infrasound at moderate levels that may exist in the vicinity of wind turbines under some operating conditions.“ und weiter „It is therefore premature to assert that long term exposure to wind turbine noise can have no physiological effect on humans.“ Und im anderen, von mir verlinkten Beitrag schreibt der gute mann dann auch noch: „We agree that the effects of wind turbine noise on humans are largely unexplored and more research is needed. We believe that the infrasound levels generated by some large wind turbines are unusual in the environment and that there have been no systematic long-term studies of prolonged exposure to such sounds on humans or other animals.“ – Ich meine, bester Herr Seifert, Sie müssen die wissenschaftliche Welt über Ihre neuen Erkenntnisse unbedingt aufklären! Schon wegen der Meerschweinchen. Mit versöhnlichen Grüßen, Ihr Michael Hahl

      • Und übrigens, da Sie so schön schreiben „Schon bevor ein Windrad steht, drehen manche Leute durch.“ (pfiffige Metapher übrigens!): Es macht durchaus Sinn, sich auch kritische Gedanken zu machen, BEVOR Windräder auf unseren Odenwaldhöhen „durchdrehen“. Denn hinterher, wenn alles steht, ist es schlichtweg zu spät, sich bspw. über optimierte Mindestabstände (aus der Anwohner-Perspektive) oder effiziente Sammelstandorte Gedanken zu machen. – Es ist schon merkwürdig, wie konstruktive und im Grunde genommen sachdienliche Kritik in dieser Sache allzu oft gleich zu allerlei überzogenen Reaktionen führt, als fürchte man um seine heiligen Kühe oder als gäbe es nur ein Ja oder Nein zur Windkraft und keine Spielräume zur Optimierung ihrer Standorte.

      • Offenbar haben Sie etwas mißverstanden. Meine Bemerkung über Meerschweinchen war nicht als Witz gedacht, sondern es stimmt tatsächlich: Salt hat seine Messungen wirklich nur an Meerschweinchen durchgeführt. Haben Sie seine Arbeit nicht gelesen oder warum ignorieren Sie das?

        Er schreibt in seinen Schlußfolgerungen nichts weiter, als daß Infraschall vermutlich auch Auswirkungen auf den Menschen haben kann, wenn dies bei Meerschweinchen der Fall ist. Das bestreitet auch niemand, es geht doch vielmehr um die Frage, welche Intensitäten schädlich sein können.

        Seine Messungen haben ergeben, daß die Reizschwelle eines Meerschweinchenohrs in einem Bereich beginnt, der einem Abstand kleiner als 250 Metern entspricht.

        Als Mensch in 700 Metern Abstand können Sie also sicherlich ganz beruhigt schlafen.

      • * Die Experimente bzw. Messungen von Schallimmissionen wurden von Salt und seinem Team an Meerschweinchen durchgeführt, korrekt, und auch an Katzen.

        * Dass die Reizschwelle für diverse Schallimmissionen bei diesen Tieren niedriger läge als beim Menschen, ist wiederum eine These von Ihnen; dies mag für den hörbaren Frequenzbereich durchaus zutreffen, aber keineswegs notwendigerweise auch für den Infraschall. Oder gibt es einen Beleg dafür, dass eine Infraschall-Wirkung beim Säugetier Mensch weniger ausgeprägt wäre als bei den oben genannten Säugetieren? Falls ja, immer her mit den Quellen bzw. Textpassagen! Der medizinwissenschaftliche Versuchsaufbau am Washingtoner Institut wäre allerdings sehr unprofessionell, wenn man von einer solchen signifikanten Abweichung ausgehen müsste, muss man aber nicht! – Hörbarer Schall und tieffrequenter Infraschall sind nicht identisch, können bspw. bekanntlich auch nicht mit denselben technischen Geräten gemessen werden.

        * Die Entsprechung mit 250 m Abstand haben Sie sich offenbar aus den 65 dB abgeleitet. Ihr Background also, wie Sie schreiben in einem früheren Beitrag schreiben (weiter oben): „Die angeführten Forschungen von Salt ergaben, daß die Beeinflussung erst ab 65db beginnt.“ Lesen Sie nun bitte nochmals Punkt 2) im betreffenden Text (S.5f.: „Inner ear sensitivity to infrasound“) und verraten Sie mir doch, an welcher Stelle Salt hier von einer Beeinflussung durch Infraschall erst ab 65 dB schreiben würde. Wenn ich Bild 3, S.5 anschaue, erkenne ich darauf einen ermittelten Beginn der Infraschall-Einwirkung ab etwa 20 dB, deutlich ansteigend ab etwa 40 dB.
        Quelle: http://oto2.wustl.edu/cochlea/saltlichtenhan.pdf
        Sehe ich etwas falsch? Ich denke nicht. Falls Sie anderer Meinung sind, bitte Feedback mit Quellen- und Seitenangabe.

        * Ferner dürfen wir davon ausgehen, dass sich tieffrequente Infraschallwellen komplett anders ausbreiten als Schallwellen im höheren Frequenzbereich. (Beispielsweise haben Waldbewuchs oder Lärmschutzmauern, anders als beim hörbaren Störschall, keine dämpfende Wirkung auf Infraschallwellen.) Folglich kann man, wenn es um tieffrequenten Schall geht, sicher nicht einfach auf 250 m umrechnen, so wie man dies im hörbaren Frequenzbereich tut. „Tieffrequenter Schall unterscheidet sich vom sonstigen Hörschall durch seine deutlich größeren Wellenlängen …“ vgl. http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/22wFEQ7q9U2VE.pdf (S. 1583) – (Hierzu auch der Text von Prof. jur. Quambusch, der genau darauf aufmerksam macht, dass man für Infraschallwellen nicht die immer noch übliche TA Lärm heranziehen kann. => Artikel über Google einzusehen)

        * Nun kam noch das Beispiel, dass ihre Frau vom Streicheln keine blauen Flecken bekommt (was wir auch alle definitiv nicht hoffen) und dass wir Menschen Ihrer Schlussfolgerung nach daher allein von einer messbaren Infraschall-Auswirkung auf das Innenohr ja noch lange nicht geschädigt werden können. – Allerdings forscht und schreibt Prof. Salt ja nun nicht über Streicheleinheiten und blaue Flecken, stattdessen weist er bspw. auf folgende potenzielle Beinträchtigungen durch infraschall hin: Stresssymptome, Schlafstörungen, hoher Blutdruck, Gleichgewichtsstörungen, Tinnitus usw.
        Quelle: http://oto2.wustl.edu/cochlea/wind.html
        Lesen Sie dazu auch nochmals nach im Artikel des Robert-Koch-Instituts, vgl. http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/22wFEQ7q9U2VE.pdf

        * Auf diesen Grundlagen kann ich Ihnen nicht zustímmen, wenn Sie schreiben: „Als Mensch in 700 Metern Abstand können Sie also sicherlich ganz beruhigt schlafen.“ Ich habe bereits Prof. Salt wie folgt zitiert: „We conclude that the ear exhibits a number of complex physiological responses to infrasound at moderate levels that may exist in the vicinity of wind turbines under some operating conditions. … It is therefore premature to assert that long term exposure to wind turbine noise can have no physiological effect on humans.“ Also: „Es ist daher zu früh, zu versichern, dass lang anhaltende Belastung durch das Geräusch von Windkraftanlagen keine physiologischen Auswirkungen auf Menschen haben kann.“
        vgl. http://oto2.wustl.edu/cochlea/saltlichtenhan.pdf

        Sie haben recht, wenn Sie schreiben: „es geht doch vielmehr um die Frage, welche Intensitäten schädlich sein können.“ Ganz genau so ist es! Und wir beide wissen es nicht genau, wo die empfehlenswerte, verantwortungsvolle Distanz zwischen Windparks und Wohnhäusern angesetzt werden sollte, weil wir aufgrund der Forschungen und Schlussfolgerungen bspw. von Salt nicht exakt sagen könnten, ab welchem Abstand eine potenzielle gesundheitliche Beeinträchtigung auszuschließen wäre. Ich gebe zu bedenken, dass bspw. der derzeit vorgegebene Abstand zu Einzelhäusern und Splittersiedlungen sogar noch deutlich unter 700 m liegt, wie Sie wissen. Und selbst die 700 m können wir auf der Grundlage dessen, was wir wissen bzw. wenigstens sachlich zur Kenntnis nehmen müssen, nicht als besonders angemessen betrachten. – Machen wir´s kurz: 1000 m Abstand wären besser. 1500 m Abstand noch besser. Mehr würde im Odenwald leider aufgrund der Siedlungsdichte nicht gehen. So, und das muss jetzt von meiner Seite reichen. Schöne Grüße, Michael Hahl

      • „Schall und Infraschall sind nicht identisch und können nicht mit den gleichen Geräten gemessen werden“? Ihnen fehlen die einfachsten physikalischen Kenntnisse, tut mir leid, das sagen zu müssen. Beides ist identisch, nämlich Schall, nur in der Frequenz unterschiedlich. Grundsätzlich wird beides auch gleich gemessen. Wenn ein einzelnes Schall-Meßgerät den Infraschall nicht messen kann, dann liegt das schlicht daran, daß der Meßbereich bei diesem entsprechend nach unten begrenzt ist, z.B. deshalb weil man mit dem Meßgerät nur den Schall messen will, der für den Menschen hörbar ist, also etwa ein Mikrofon.

        Ihre Argumentationsweise ist hahnebüchen: Eine Studie zu Meerschweinchen, die ergibt, daß für diese keine Gefahr besteht bei den in Deutschland erlaubten Abständen. Und weil einem dieses Ergebnis nicht paßt, wird behauptet, es könnte ja sein, daß der Mensch noch empfindlicher ist.

        Damit schneiden Sie sich aber wiederholt ins eigene Fleisch:
        Meerschweinchen haben nämlich ein weitaus besseres Gehör als Menschen, informieren sie sich doch einfach mal.

        Sie drehen sich im Kreis, die Schädlichkeit für Meerschweinchen beginnt laut Salt erst ab 65dB, ich habe doch bereits geantwortet auf Ihren Einwand was die Innenohrstimulation angeht. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht bereit, alles mehrmals wiederzukäuen. Meinen Sie, indem Sie Ihre Argumente ständig wiederholen, um damit lange Texte zu generieren, können Sie damit beeindrucken nach dem Motto: der längere Text gewinnt?

  6. es ist ekelhaft durchsichtig, zu sehen, daß egoistische gründe eine solche gegnerschaft begründen.
    alle st.-florians-pseudogegner sollten vor der eigenen haustüre kehren und überlegen, kann ich weniger energie verbrauchen, hybridautos, statt alter stinkkisten, häuser dämmen, laufen, radfahren…
    und alternativen aufzeigen, nicht nur dagegen schreien.
    ich will windräder, soviel wie möglich, überall wo möglich…alles besser als fukushima. da hat man ihr gebrüll übrigens auch nicht gehört.

    erik

  7. Natürlich ist das alles Schall und “nur” in der Frequenz unterschiedlich. Genau hier, bei der Frequenz des Infraschalls liegen ja auch die entscheidenden potenziellen Auswirkungen, um die es bei der Forschung bspw. von SALT geht. 3.4.
    Wir haben die Situation, dass (a) die eine These (in diversen Stellungnahmen vertreten) davon ausgeht, es könne bei Infraschallwellen gar keine körperlich-gesundheitlichen Auswirkungen geben, WEIL diese für das menschliche Ohr ja nicht HÖR-bar seien (jenseits der Hörschwelle liegen), während (b) die andere These davon ausgeht, dass es körperlich-gesundheitliche Beeinträchtigungen geben kann, OBWOHL diese Wellen für das menschliche Ohr nicht HÖR-bar sind, aber im Experiment bis zum gewissen Grad nachweisbar – wie bei SALT dargestellt. Damit muss man sich auseinandersetzen und weiter forschen.
    Der Schalldruckpegel von Infraschall oder von tieffrequentem Schall ist für die Hörbarkeit der Schallwellen bedeutend und gut messbar, für andere potenzielle Beeinträchtigungen im nicht-hörbaren Frequenzbereich aber bisher nicht eindeutig erforscht.

    Es entspricht nicht dem Text von SALT, wenn Sie von den 65 db als Schalldruckpegel für eine Beeinträchtigung durch Infraschall ausgehen. Seitenangabe oder das entsprechende Zitat werden von Ihnen nicht genannt.

    Vielleicht werden sich die Hypothesen von Prof. Salt und anderen Forschern, die an diesem Thema dran sind, in der Zukunft nicht bestätigen. Derzeit ist der Forschungsstand zu Infraschall jedenfalls nicht eindeutig; es gibt weiteren Forschungsbedarf.

    Da diese Diskussion nicht objektiv am Text geführt wird, sondern stattdessen unsachliche Argumente (“Ihnen fehlen die einfachsten physikalischen Kenntnisse” usw.) ins Feld geführt werden, muss sie ohnehin beendet werden. Immerhin, wir haben versucht, uns an das Thema anzunähern.

    • nicht genannt? wie oft muß ich mich noch wiederholen?

      seite 4: reizschwelle bei 80db im infraschallbereich
      seite 8: reizschwelle bei 65db (rechtes diagramm)

      ihre thesen a) und b) sind viel zu simpel, diese schwarzweißmalerei ist unter meinem niveau, sorry, das ist mir zu billig. keiner bestreitet, daß infraschall schädlich sein kann. ich jedenfalls bin schon weiter: die bisherige forschung ergab, daß die intensitäten in den üblichen abständen von windrädern keine negativen auswirkungen haben.

      mal was zum nachdenken: warum gibt es wohl keine forschungen und forschungsergebnisse in diesem bereich? sicher auch deshalb, weil ernsthafte wissenschaftler nur das in angriff nehmen, wo sie neue erkenntnisse vermuten und nicht nach einem kurzen blick den hokuspokus durchschauen. es forscht ja auch kein seriöser biologe in loch ness.

      und bitte verschonen sie uns mit verschwörungstheorien, nach denen es daran liegt, daß es bewußt weltweit keine forschungsgelder für diesen bereich gäbe. erstens gibt es genügend wissenschaftler, die frei sind, in dem was sie machen und zweitens gäbe es genug interessen, den erneuerbaren steine in den weg legen.

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