Naturdenkmal Geistereiche kann „aufatmen“

Auch Bismarcklinde ist weiter standsicher

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Abgebrochener Ast und Pilzfruchtkörper der Geistereiche. (Foto: pm)

Mosbach. Nachdem im Frühjahr 2012 ein etwa 200 Jahre alter, vier Meter langer und über 45 cm dicker, trockener Ast an der Krone des Naturdenkmals Geistereiche abgebrochen ist und am gesamten Stamm die Fruchtkörper von holzzerstörenden Pilzen auftraten, war schnelles Handeln seitens der Stadtverwaltung Mosbach gefordert.

Eine eingehende Baumuntersuchung durch einen Sachverständigen sollte Klarheit bringen über die Stand- und Bruchfestigkeit sowie über notwendige baumerhaltende Maßnahmen. Mit Hilfe verschiedener Untersuchungsmethoden wie dem Zugversuch, der Bohrwiderstandsmessung und der visuellen Beurteilung wurden die Stand- und Bruchfestigkeit des Baumes durch das Baum-Sachverständigenbüro Tanja Sachs aus Pfedelbach nachgewiesen und der Baum als eingeschränkt verkehrssicher eingestuft.




In der kommende Woche werden nun die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherheit und zur mittel- bis langfristigen Erhaltung des Baumes vom Fachbetrieb Baumpflege Sachs durchgeführt. Unter anderem gilt es, lose Holz- und Rindenteile am Stamm sicher zu befestigen, da diese sehr wichtig für die Artenschutzfunktionen des Baumes sind. Weiterhin wird durch fachgerechte Rückschnittmaßnahmen die Vitalität des Baumes gefördert. Auch im Umfeld der Geistereiche müssen benachbarte Kronen moderat zurückgeschnitten werden, um u.a. den Lichteinfall in die Krone zu verbessern. Bereits in der vergangenen Woche wurde der Wurzelraum unter der Eiche mit Präparaten beimpft, die einerseits die holzzerstörenden Pilze parasitieren und somit ihre Auswirkungen auf den Baum eindämmen und andererseits die Symbiose der Baumwurzeln mit den „guten“ Bodenpilzen verbessern und unterstützen.

Auch die Bismarcklinde in der Zwingerstraße von Mosbach war Ziel einer eingehenden Untersuchung, da der städtische Baumkontrolleur Christian Thumfart auch hier einen großen Fruchtkörper des holzzerstörenden „Lackporling“ in der Krone festgestellt hat. Die Untersuchung der Morschungen mittels Schalltomografie zeigte den fortscheitenden Fäuleherd im Stamm auf. Trotz dieses Ergebnisses ergab die Bohrwiderstandsmessung, dass der Baum weiter standsicher ist. Die ebenfalls als Naturdenkmal ausgewiesene, ca. 150 Jahre alte Linde wurde als erhaltungswürdig beurteilt und soll durch den Einbau von neuen Kronensicherungssystemen in Form von Gurten und Seilen verkehrssicher gemacht und durch gezielte Schnittmaßnahmen langfristig erhalten werden. Für die Begutachtung dieser beiden Bäume und die Maßnahmen zu ihrer Erhaltung und Verkehrssicherheit wendet die Stadt allein in diesem Jahr über 4.500,- EURO auf.

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Mitarbeiter vom Baumbüro Sachs und städt. Bauhof bei der Untersuchung der Geistereiche. (Foto: pm)

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