Landrat befürchtet Ende der Kreise

„Rückt die Kreisreform  jetzt doch mit großen Schritten näher?“

Neckar-Odenwald-Kreis. Die SPD hatte in ihrem Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2011 ausdrücklich gefordert, dass so genannte Regionalkreise künftig die Aufgabe von Regierungspräsidien und Landkreisen übernehmen sollten. Für den Neckar-Odenwald-Kreis würde das das Ende seiner Selbständigkeit und die Zuordnung voraussichtlich zu Mannheim oder Heilbronn bedeuten. Für Landrat Dr. Achim Brötel ist das allerdings eine Vorstellung, der er erklärtermaßen überhaupt nichts Positives abgewinnen kann. Im Gegenteil: Es stehe zu befürchten, dass Vieles von dem, was den Neckar-Odenwald-Kreis gerade auszeichne, dann unwiederbringlich verloren gehe und der Ländliche Raum wieder einmal der klare Verlierer einer solchen Reform sei.

Neuen Auftrieb erhalten die Befürchtungen des Landrats jetzt leider aber durch Äußerungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel, die am vergangenen Wochenende in der Presse veröffentlicht wurden. Schmiedel wird dort mit den Worten zitiert, dass er auf einen Umbau der Verwaltung setze, um die grün-roten Sparziele in den kommenden Jahren zu erreichen. Dabei werde man um „strukturelle Veränderungen“ am Verwaltungsaufbau nicht herumkommen. Dass dabei ausdrücklich die Polizeireform als Beispiel für mögliche Veränderungen genannt wird, lässt Landrat Dr. Brötel sogar besonders hellhörig werden.




Nachdem diese Reform ebenfalls zur Auflösung von 37 Polizeidirektionen, darunter auch der Polizeidirektion Mosbach, und deren Überführung in 12 regionale Mammutpräsidien führe, erwäge der Vergleich von Schmiedel in ihm den Eindruck, dass damit jetzt auch ganz offen einer neuerlichen Kreisreform das Wort geredet werde. Dann solle man das, so Brötel, redlicherweise allerdings auch unmissverständlich so beim Namen nennen und nicht verklausulieren, damit man sich inhaltlich mit einer solch weit reichenden Frage auseinandersetzen kann.

Um Klarheit zu erhalten, hat Brötel sich deshalb umgehend an den SPD-Fraktionsvorsitzenden gewandt und bittet in seinem Schreiben um Auskunft darüber, ob dieser für eine Beibehaltung der Landkreise in ihrem heutigen Zuschnitt eintrete oder unter „strukturellen Veränderungen“ statt dessen die Bildung von Regionalkreisen verstehe. Auf die Antwort wird man sicher nicht nur im Neckar-Odenwald-Kreis sehr gespannt sein.

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