BUND stellt Strafantrag wegen Landschaftszerstörung

Deutliche Kritik an Untätigkeit der Behörden

Metropolregion. (pm) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald kritisiert die systematische Rodung und den anschließenden Umbruch von Streuobst-Grundstücken im Vogelschutzgebiet „Bergstraße Dossenheim-Schriesheim“ und im europäischen Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) Odenwald bei Schriesheim. Nach Aussage des Umweltverbandes wurden die Brachen anschließend mit Reben bepflanzt, wodurch sich der Charakter der Bergstraßen-Landschaft unwiderruflich verändert.




Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND Rhein-Neckar-Odenwald kritisiert vor allem die Untätigkeit der Behörden: „Bereits im Juli haben wir die Untere Naturschutzbehörde sowie in Kopie das Regierungspräsidium Karlsruhe über das Problem informiert und auf die Dringlichkeit hingewiesen. Bis letzte Woche, nach zwei Monaten, hatten wir noch nicht einmal eine Empfangsbestätigung erhalten. Da nicht absehbar ist, ob die von uns befürchteten weiteren Rodungen rechtzeitig unterbunden werden, sehen wir uns jetzt gezwungen, Strafanzeige zu stellen.“

Gerhard Röhner, Naturschutz-Experte beim BUND ergänzt: „Dieser Vorgang ist in der Region einmalig. Das an der Bergstraße typische kleinräumige Mosaik rezenter und ehemaliger Weinbergslagen mit Trockenmauern, Rebbrachen, Obstbaumwiesen und Nutzgärten wurde auf großer Fläche bereits durch eintönigen flächendeckenden Rebanbau ersetzt. Für den bereits eingetretenen Schaden erwarten wir die Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen.“

Im Schreiben an die Behörden hatte der BUND eine detaillierte Liste der Gründstücke erstellt, die die letzten Jahre gerodet wurden und auf besonders gefährdete Flurstücke hingewiesen.

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