Unduzo im „Wohnzimmer“ der Kulturkommode

von Martin Hammer

 

Unduzo osterburken

(Foto: Michael Pohl)

Osterburken. Die A-cappella-Konzerte im Rahmen des Programms der Kulturkommode Osterburken sind seit Jahren Publikumsmagneten und haben bis heute dank verschiedenster Stilrichtungen für die Liebhaber unterhaltsamer Gesangskunst nichts von ihrem Reiz verloren. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass – anders als bei Veranstaltungen dieser Art gewohnt – nicht die Aula des GTO sondern der Saal der Alten Schule die Bühne für das Quintett „Unduzo“ war. Die intime Atmosphäre im „Wohnzimmer“ der Kulturkommode förderte ungemein den Kontakt zwischen Künstler und Publikum. Und so plauderten die jungen Männer, die sich im Verlauf ihres Musikstudiums in Freiburg zu einer A-cappella-Formation zusammen gefunden haben, von Anfang an munter drauf los.

Es waren die zumeist skurrilen Geschichten, welche die Entstehung ihrer Songs erklären – und jeder der fünf Jungs durfte an diesem Abend dabei seine Entertainment-Qualitäten unter Beweis stellen. Die Liedtexte von „Unduzo“ erzählen von verunglückten Beziehungen mit Frauen, den Konsequenzen von Murphys Gesetz und beleuchten die unterschiedlichen Betrachtungsweisen zum Frühlingsbeginn. Im „Görmänni Räggi“ werden gnadenlos die typisch deutschen Eigenheiten offen gelegt und in „Halbkünstler“ erfährt das Publikum schließlich, wieso das aktuelle Programm der Vokalartisten überhaupt diesen Namen trägt: man hat unzählige kreative Ideen und keine davon findet künstlerische Vollendung. Das ist im Falle von „Unduzo“ natürlich absolutes Understatement, denn was die fünf Sänger am Selbstkomponiertem auf die Bühne bringen, ist A-cappella vom Feinsten.




Man merkt, dass die Jungs ihr Musiker-Handwerk gelernt haben, denn die fünfstimmigen Arrangements sind anspruchsvoll und ausgefeilt, die Melodien sind nicht nur Transportmittel für die Texte sondern geradezu Teil der Geschichten – beinahe möchte man von durchkomponierten Stücken sprechen. Im Ensemble als auch in Soli bieten Till Schumann (Countertenor), Patrick Heil (Tenor), Cornelius Mack (Bariton), Richard Leisegang (Bassbariton) und Julian Knörzer (Bariton) gesanglich hohes Niveau. Letzterer konnte auch mit seinen fantastischen Beatbox-Einsätzen begeistern, denn sie brachten unheimlichen Drive in die Stücke. Bei manchen Songs hätte man meinen können, eine voll instrumentierte Band auf der Bühne zu hören.

Stilistisch kennt „Unduzo“ keine Grenzen: von Balladen über Rock bis hin zu heißen Disco-Rhythmen haben die Jungs alles im Gepäck, was ihre Stimmen hergeben. Dabei wird auch durchaus mal ein Kanon über ein klassisches Thema in ein tanzbares Latin-Stück verwandelt oder orientalische Harmonien mit gewollt komischen Bauchtanzeinlagen gewürzt.

Schließlich endete ein unterhaltsamer Abend für die A-cappella-Fans in Osterburken – natürlich nicht, ohne noch einige Zugaben von „Unduzo“ eingefordert zu haben.

Infos im Internet:  

www.kulturkommode.de

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