10 Jahre Förderverein St. Mauritius Hemsbach

Ein Rückblick auf die Tätigkeiten des Vereins

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Die Restaurierung im Jahr 2006.  Unten: Die Kirche in ihrem „neuen“ Erscheinungsbild. (Fotos: pm)

Hemsbach. (jc) Vor genau zehn Jahren machte sich eine Gruppe Hemsbacher und Adelsheimer Katholiken um den damaligen Pfarrer Karl Berberich Sorgen um den – zumindest – „geographischen „Mittelpunkt der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach“ , wie der Pfarrer die Hemsbacher Mauritiuskirche bezeichnet hatte. Der Grund: Das Jahrhunderthochwasser 1993 hatte der Kirche erheblich zugesetzt, Gelder der Pfarrgemeinde Adelsheim, zu der Hemsbach gehört, waren für die Außenfassade und das Dach Ende der 1990er Jahre aufgebraucht. Doch auch im Innern der Kirche lag einiges im Argen: Die wertvollen Fresken und Bilder im Innenraum mussten gesichert werden, sodass man neue Wege und Mittel finden musste, die im Jahr 1281 erstmals urkundlich erwähnte Kirche in gutem Zustand zu erhalten.

Wer dann die Idee zur Gründung eines Fördervereins hatte, ist nicht überliefert, jedoch wurde sie zügig in die Tat umgesetzt: Am 9. September  2002 fanden sich bereits 36 Mitglieder im Gemeindesaal Hemsbach zur Gründungsversammlung des Fördervereins St. Mauritius Hemsbach ein. Als erster Vorsitzender wurde Peter Hauk aus Adelsheim gewählt, als Stellvertreter Andreas Wörner. Der Posten der Kassierin wurde Iris Schwab übertragen und Schriftführer wurde Julien Christof. Alle vier sind auch heute noch im Amt, daneben gibt es im Vorstand noch mehrere Beisitzer und Pfarrgemeinderat Hermann Wörner, den jeweils amtierenden Pfarrer sowie den Ortsvorsteher Christoph Groß.




Der Verein stieg dann auch bald darauf in seine Arbeit ein und verkaufte selbst erstellte Weihnachtspostkarten. Mit der Teilnahme am Osterburkener Weihnachtsmarkt und der Ausrichtung eines Adventskonzertes der Violinensembles des Ganztagsgymnasiums Osterburken (GTO) kamen weitere Aktionen dazu. Letzteres wurde durch die Zusammenarbeit mit den Schulleitern und Musiklehrern des GTO zu einem jährlichen Markenzeichen und soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden.

In den zehn Jahren bot der Verein auch zu Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals, beim Mauritiusfest oder bei anderen Gelegenheiten viele Kirchenführungen an. Die wertvollsten Verdienste um die 

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Erforschung der Geschichte der Mauritiuskirche gebühren dem 2011 verstorbenen ehemaligen Schulleiter des GTO, Dr. Elmar Weiß. Er war es auch, mit dem der Verein 2003 eine Auflage eines Kirchenführers herausgab. Er verzichtete auf ein Honorar und so übernahm der Verein die Herstellung der Publikation, die auch heute noch erhältlich ist.

In den Folgejahren richteten die Vereinsaktiven die Arbeit auf die Innenrestauration der Kirche. Sie war notwendig geworden, da neben Hochwasserschäden von 1993 auch allgemeine „Alterserscheinungen“ der Kirche beseitigt werden sollen. Die letzte Komplettrenovation hatte von 1963 bis 1966 stattgefunden;  seither war der bauliche Zustand der Kirche nicht besser geworden.

So konnten die Kirchengemeinde und das kirchliche Bauamt auch mit den Mittelzusagen des Fördervereins die Restaurations- und Erhaltungsarbeiten im Wert von ca. 120.000 Euro ausschreiben und von August 2005 bis April 2006 durchführen lassen. Einen Teil dieser Kosten hatte der Förderverein aus gesammelten Spenden und Einnahmen übernommen. U.a. wurden damals die Orgel, die wertvollen Fresken und Bilder und die Altäre restauriert.

Mit einem Festakt zum 725-jährigen Bestehen der Kirche, bei dem Dr. Elmar Weiß den Festvortrag hielt, feierten die Hemsbacher dann im September 2006 die Wiedereröffnung.

Nach diesem Höhepunkt wurden aber weiterhin Veranstaltungen über die Jahre angeboten und auch mitorganisiert, so das Osterfrühstück, eine feierliche Maiandacht, Mauritiusfeste oder das jährliche Adventskonzert mit den Ensembles und Solisten des GTO. Mit Unterstützung von Albert Rückert brachte der Verein ein Schild mit einer kurzen Zusammenfassung der Kirchengeschichte an der Fassade an.

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Die im Jahr 1281 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Kirche gilt übrigens als älteste im Neckar-Odenwald-Kreis. Sie gehört zu den ältesten kirchlichen Bauwerken des ehemaligen Bistums Würzburg überhaupt. Im Mittelalter war die Kirche ein populärer Wallfahrtsort. Der „Altar der drei Jungfrauen“ versprach Heilung von Rückenschmerzen. Sehenswert ist eine Madonnenstatue aus den Jahren um 1450.

Es lohnt sich also weiterhin, etwas für dieses schmucke Kleinod zu tun, das regelmäßig von Besuchern aus ganz Deutschland und darüber hinaus besichtigt wird. Der Verein zählt heute rund 75 Mitglieder, die Dringlichkeit der Probleme hat sich durch die Innenrestauration 2006 sicherlich reduziert. Dennoch möchte man im nächsten Jahr einen Teil der angesammelten Geldmittel der Kirchengemeinde zugutekommen lassen, um die wertvollen Fenster der Kirche zu verbessern und zu erneuern. Vorsitzender Peter Hauk zieht ein Resümee: „Wir danken herzlich allen Mitgliedern und Helfern und allen, die unsere Arbeit in den zehn Jahren unterstützt haben, und werden uns weiterhin  für unsere Mauritiuskirche einsetzen.“

Infos im Internet:

www.stmauritius-hemsbach.de

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