22. Odenwälder Kartoffelwochen erfolgreich beendet

500 Kohlbacher Hof

Mit großem Interesse verfolgten die Gäste die Erläuterungen von Uwe Böhm zum modernen Ernteablauf und zur Entstehung neuer Kartoffelsorten. (Foto: Emmerich)

Odenwald. (pm) Erfolgreich gingen am 3. Oktober die 22. Odenwälder Kartoffelwochen zu Ende, an denen sich über 30 Gastronomiebetriebe beteiligt hatten. Neben den kulinarischen Genüssen erwarteten die Besucher auch touristische Aktionen, die ebenfalls sehr gerne gebucht wurden.

Bereits die Eröffnungsgala in der Reichenberghalle in Reichelsheim kam gut an. Sehr viele Gäste nahmen begeistert teil und ließen sich neben einem kreativen Mehrgangmenü die Krönung der neuen Kartoffelhoheiten, Königin Melissa I. und Prinzessin Lisa I., nicht entgehen. Für die Köche und Servicekräfte war die Auftaktveranstaltung wieder eine Herausforderung: „Es macht einfach einen Riesenspaß, bei der Eröffnungsveranstaltung mitzumachen“, berichtete Dieter Mohr vom Odenwald-Gasthaus Mümlingstube in Erbach, für den die Kartoffelwochen mit die umsatzstärkste Zeit im Jahr sind. „Dabei kann man einige neue Stammgäste gewinnen und hat die Möglichkeit, die vorhandenen Stammgäste zu halten.“ So war es dann auch in anderen Betrieben: „Die Kartoffelwochen liefen bei uns sehr gut. Die Leute sind teilweise von weit her gekommen und haben Kartoffelgerichte gegessen“, bestätigt Gerald Vollrath vom Gasthaus „Zum Raupenstein“ in Lindenfels-Winterkasten.




Auch Armin Treusch, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Odenwaldkreis und Mitinitiator der Odenwälder Kartoffelwochen, konnte in seinen Betrieben einige neue Gäste begrüßen. Im Grasellenbacher Landhotel „Kühler Grund“ liefen die Aktionswochen nicht ganz so gut: „Ich glaube, es liegt zum einen daran, dass wir ein Hotel für Tagungen und Gruppen sind und kein Gasthaus. Außerdem haben wir viele Jahre auch nicht mitgemacht – vielleicht muss sich alles erst wieder einspielen“, erklärt Volker Arnold.

Bei den Gästen waren sowohl die klassischen Kartoffelgerichte als auch die neuen Kreationen gefragt. Nach wie vor steht das Odenwälder Kartoffelgemüse hoch im Kurs, das je nach Gaststätte z. B. mit Hausmacher Wurst oder Lammbratwürsten serviert wird. Im Hotel-Waldgasthof „Reußenkreuz“ in Sensbachtal kam der Bachsaibling im Kartoffelmantel gut an, bei Armin Treusch in der Reichelsheimer „Johanns-Stube“ bzw. im „Treuschs Schwanen“ waren die verschiedensten Gerichte von klassisch bis hin zum Kartoffel-Sushi gefragt.

Über die unterschiedlichen Geschmäcker freute sich Thorsten Brehm, Juniorchef des Gasthauses „Zum Laudenauer Tal“ in Reichelsheim-Laudenau: „Als neues Gericht kam meine Kartoffel-Tomatensuppe mit gekräuterten Riesengarnelen sehr gut an. Aber der absolute Wahnsinn waren die Kartoffel-Apfeltaler mit Kräuter-Ingwersauce. Das vegetarische Gericht hatte ich als Test auf die Karte gesetzt und kam dann kaum noch mit der Zubereitung hinterher, so sehr wurde es nachgefragt.“ Bemerkenswert war auch, dass viele Gäste nicht nur in einem teilnehmenden Betrieb während der Kartoffelwochen einkehrten, sondern in mehreren. Sie ließen sich auch immer wieder Empfehlungen bei den Gastronomen hinsichtlich anderer Betriebe, Lieferanten oder Zubereitungen geben.

Neben dem Genuss nehmen die Gäste mehr und mehr die Veranstaltungen mit „Erlebnismehrwert“ an. Großen Zuspruch fanden sowohl die Wanderung mit Armin Treusch durch die Reichelsheimer Gemarkung mit anschließendem Pellkartoffel-Essen in der Johanns-Stube als auch die Betriebsführung über den Kohlbacher Hof in Brensbach mit anschließender Kartoffelverkostung.

Über 30 Personen hatten sich bei Familie Böhm am letzten Kartoffelwochen-Wochenende auf dem Kohlbacher Hof eingefunden, um sich über die Kartoffelzüchtung zu informieren und die verschiedenen Sorten zu verkosten. Auf dem Hof werden auf 80 Hektar Fläche etwa 20 Kartoffelsorten gezüchtet. Teilweise dauert es bis zu zwölf Jahre, bis neue Sorten dann zugelassen sind. Während Uwe Böhm durch den Betrieb führte und den Kartoffelanbau erläuterte, hatte seine Frau Regina sechs verschiedene Sorten gedämpft und für die Verkostung vorbereitet. Die Teilnehmer erfuhren nicht nur die Besonderheiten von Marabel (vorwiegend festkochend), Anuschka (stark ins Feste gehend), Merida und Agria (beide mehlig), Laura (leicht mehlig) sowie Belana (ganz fest), sondern konnten auch die feinen Geschmacksunterschiede entdecken.



Flirten, Chatten & Freunde treffen

Für alle Beteiligten waren die 22. Odenwälder Kartoffelwochen wieder ein Erfolg. „Die Kartoffelwochen sollten länger dauern“, zieht Gerald Vollrath abschließend Bilanz, während sich Thorsten Brehm, Juniorchef im „Laudenauer Tal“, wünschen würde, dass sie über Hessen hinaus noch bekannter würden. Schließlich käme das dem gesamten regionalen Tourismus zu Gute. „Auch die Odenwald Tourismus GmbH zieht eine positive Bilanz zu den Odenwälder Kartoffelwochen. Die Eröffnungsgala war wirklich königlich in diesem Jahr, das Menü, die Dekoration, die kurzweilige Moderation und vor allem die begeisterten Gäste. Wir haben etliche Dankschreiben erhalten. Wenn ich einen Wunsch offen hätte, würde ich uns allen mehr Mitmacher bescheren. Je größer die Auswahl für den Gast ist, umso attraktiver ist das Angebot für ihn. Auch über eine Verlängerung wäre nachzudenken, die zwei Wochen sind so schnell vorbei“, erklärte die Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, Kornelia Brauer.

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