Golfer fühlen sich von Windkraft bedroht

Kommt mit dem Windpark das aus für den Golfplatz – 1050 Unterschriften übergeben

von Liane Merkle

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Idyllisch gelegen, der Golfplatz in Mudau. Nun fürchten die Golfer wegen des geplanten Windparks um ihre Existenz. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. Einen breiten Rahmen nahm in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates der Tagesordnungspunkt „Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan“ ein. Nicht zuletzt auch wegen zahlreicher Bürgerbedenken und den Aktivitäten der Bürgerinitiative „Gegenwind“ befasste sich das Gremium unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger nochmals eingehend mit den vorgebrachten Bedenken und Ablehnungen, die sich hauptsächlich auf die Gemarkung „Neuhof“ beziehen.

Sowohl der Golfclub als auch die Bürgerinitiative sprechen sich derzeit vehement gegen den Bau von Windkraftanlagen in diesem Bereich aus. Dabei hatte auch die Bürgerinitiative „Gegenwind Mudau“ Gelegenheit, ihre Ziele zu erläutern.

Peter Meidl übernahm diese Aufgabe als profunder Kenner der Materie (wir berichteten) und überreichte die Unterschriftenliste mit inzwischen 1.050 „bekennenden“ Gegnern des Standorts auf Gemarkung „Neuhof“. Er machte deutlich, dass man den Gemeinderat nicht im MUSS der Flächenausweisung behindern will, aber die Gesundheit der Menschen vorrangig vor der Wirtschaftlichkeit sehe und sich daher für die landesplanerische Mindest-Konzentrationsflächen ausspreche.

Man gehe davon aus, dass die geforderte Mindestfläche mit einem Mindestabstand von 2.000 Metern zur nächsten Wohnbebauung genügen müsse, so der Gegenwind-Sprecer. Der Schutz von Natur, Landschaft und Erholungsgebieten sollte dann Priorität vor der Wirtschaftlichkeit haben. Außerdem befürchtet man mit dem Bau nur weniger Windkraftanlagen den Beginn eines Windparks, dessen Ausmaß man sich nicht vorstellen wolle.




Herbert Münkel störte, dass es der Bürgerinitiative (BI) offensichtlich nur um den Neuhof geht. Doch für Peter Meindl gelten die Forderungen der BI für alle angedachten Ausweisungsgebiete, er machte aber auch deutlich, dass keinen Flächennutzungsplan auszuweisen, katastrophale Auswirkungen hätte, weil dann dem Wildwuchs bzw. der Landschafts-Verspargelung Tür und Tor geöffnet wäre. Dennoch appellierte er an das Gremium, sich seiner Verantwortung gegenüber den Bürgern bewusst zu sein.

Ein Appell, dem sich Roland Schölch anschloss indem er an die Aussage des Bürgermeisters erinnerte, wonach keine Entscheidung gegen den Willen einer breiten Bevölkerungsschicht fallen soll. Im Beisein zahlreicher Zuhörer beschloss der Gemeinderat nicht, wie ursprünglich angedacht, in Wahrnehmung der Funktion der Gemeinde Mudau als Eigentümer von Flächen in den künftigen Konzentrationszonen eine Projektstudie für die Realisierung von Windkraftanlagen mit folgende Inhalt in Auftrag zu geben: Art und Anzahl möglicher Windkraftanlagen innerhalb der drei geplanten Konzentrationsflächen Neuhof, Lenzberg und Kinzert, Definition denkbarer Standorte und Visualisierung auf dieser Grundlage, Vorschlag für die Erschließung der Anlagen bezüglich Bau und laufende Unterhaltung und Aussagen über Lärmbelästigung und Schattenwurf.

Bürgermeister Dr. Rippberger: „Interessenten für die Windkraftflächen in Mudau gehen derzeit davon aus, dass im Gebiet Neuhof 6 bis 8 Anlagen, im Lenzberg 2 bis 3 Anlagen und im Kinzert 3 bis 4 Anlagen erstellt werden“. Für die nun in Auftrag gegebene Studie sollen diese Anlagenzahlen die Obergrenze darstellen. Nach Einhaltung des Mindestabstandes von 1.000 Meter werden für die Fläche Neuhof eher 5 Anlagen erwartet.

Die Verwaltung wurde mit zwölf Pro- und vier Gegenstimmen beauftragt, zunächst die Kosten zu klären und einen Vergabevorschlag auszuarbeiten. Zudem soll am Samstag, 13. Oktober eine gemeinsame Besichtigungstour von Gemeinde- und Ortschaftsräten von Windparks im Wald und in Siedlungsnähe bei bereits bestehenden Anlagen in Rheinland-Pfalz stattfinden, wo jetzt erst die Widerstände aufkämen.

Gemeinderat Andreas Schölch riet, die Offenlegung abzuwarten und das Gutachten erst in Auftrag zu geben, wenn man genau wisse, wohin die Richtung gehe und welche Flächen tatsächlich zum Tragen kommen. Ortsvorsteher Klaus Erich Schork erinnerte an die Entscheidung des Ortschaftsrates gegen die Ausweisung des Gebietes Neuhof, den man auch nicht untersucht haben möchte.

Hans Slama lobte den bisher sehr sachlichen Umgang mit dem Thema von allen Beteiligten und empfahl gemeinsames Handeln im großen Konsens. Genauer sollten die geplanten Gutachten noch nicht eingeholt werden, sondern das weitere Vorgehen in Absprache mit den Bürgern erfolgen, um die Gemeinde weiter lebens- und liebenswert zu erhalten.



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In einem weiteren Tagesordnungspunkt gab der Gemeinderat seine Zustimmung zum Aufbau einer Motorikanlage im Außenbereich der Grundschule Schloßau. Gleichzeitig stellte man fest, dass die Anlage in das Eigentum der Gemeinde übergeht und von dieser auch unterhalten wird. Die Firma SIK-Holz aus Niedergörsdorf wurde mit der Lieferung der Motorikanlage zum Auftragspreis von 10.472 Euro beauftragt. Dieser außerplanmäßigen Ausgabe wurde ausdrücklich zugestimmt.

Die Grundschule Schloßau möchte dadurch ihr pädagogisches Angebot erweitern und sieht in der Bewegung der Kinder einen Schlüssel für eine gesunde Entwicklung. Dabei sollen Gleichgewichts-, Balancier- und Kletterübungen im Mittelpunkt stehen.

Ebenfalls als außerplanmäßige Ausgaben wurde dem Auftrag zur Lieferung eines zentralen Spielgerätes inklusive zweier Bolzplatztore durch die Firma ABC-Team Spielplatzgeräte aus Ransbach-Baumbach zum Auftragspreis in Höhe von 11.395 Euro zugestimmt.

Keine Probleme gab es auch bei der Grüneinbindung in der Langenelzer Straße. Hierbei wurde die Firma Peter Volk Garten- und Landschaftsbau aus Mosbach mit der Ausführung der Bepflanzungsarbeiten zum Angebotspreis von 24.189 Euro beauftragt.


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Planungskosten in Höhe von 57.500 Euro fallen für die Entwurfsplanung für das Baugebiet „Brückengut III“ an und müssen nun in den Nachtragshaushalt eingestellt werden, da man diese Entwurfsplanung aufgrund vorangegangener Erfahrungen komplett fertig stellen will.

Hier war ein Einwand von Reinhard Münch aus der Bürgerfragestunde im Hinterkopf des Gremiums, wonach es paradox sei, die Ausweisung von Windkraftanlagen und die Erweiterung des Baugebiets „Brückengut“ in einer Tagesordnung abzuklären, da sich – nicht nur seiner Meinung – diese beiden Punkte ausschließen würden. Dennoch wurde dieser Punkt mit drei Gegenstimmen befürwortet.

Gemäß dem Antrag eines privaten Grundstücksbesitzers auf Errichtung von Weihnachtsbaumkulturen auf Steinbacher Gemarkung in einer Größenordnung von 3,01 Hektar, folgte das Gremium der Empfehlung des Steinbacher Ortschaftsrates, die Zustimmung für drei der vier angefragten Flächen zu verwehren. Wie Bürgermeister Dr. Rippberger abschließend der Sitzung bekannt gab, werden die Fahrbahndecken auf den Straßen Mörschenhardt/Schloßau und Mörschenhardt/Ernsttal saniert werden. Ebenso sehe man eine Möglichkeit, dass die Wanderbahn komplett asphaltiert wird und wolle diese Chance im Auge behalten.

Den in der letzten Sitzung von Gemeinderat Schölch angeklagten „unsachgemäß“ entstandenen Mehrkosten beim Straßenbau in Mörschenhardt sei nach Aussage des Bürgermeisters sowohl von Seiten des Landratsamtes als auch durch die Bau ausführende Firma vehement widersprochen worden. Demnach sei hier in keiner Weise unsachgemäß gearbeitet worden. 

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1 Kommentar

  1. Die Energiewende darf nicht zu einer sozialen Schieflage führen. Echt bitter, wenn nun sogar die Golfer um ihre Existenz fürchten, da blutet mir das Herz!

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