„So eine Nacht“ begeistert in Reisenbach

von Liane Merkle

500 Theatergruppe Reisenbach

Die Theatergruppe Reisenbach. (Foto: Liane Merkle) 

Reisenbach. „So eine Nacht“ war nicht nur Titel und Inhalt des Dreiakters, den die Reisenbacher Theatergruppe unter der gekonnten Regie von Tanja Müller auf der perfekt eingerichteten Bühne im alten Schulhaus gleich zweimal vor ausverkauftem Haus aufführte.

Die Aussage passte auch durchaus für das begeisterte Publikum, das sich nicht nur vor Lachen kugelte, sondern das auch die Leistung der noch jungen Laientruppe würdigte, die sich zwar auf Souffleuse Silke Geier verlassen konnte, sie aber nicht in Anspruch nehmen musste. Für die funktionierende Technik zeichnete Markus Cichy verantwortlich und für das gelungene Ambiente im wunderschön herbstlich geschmückten Dorftheater sorgten Markus Rechner, Udo Geier und Rainer Schäfer.

In die Geschichte konnte sich jeder Anwesende gut hineinversetzen, schließlich ist man ja in einer vereinsgeprägten Gegend aufgewachsen und besonders authentisch wurde die Story, weil jeder Schauspieler genauso redete wie ihm der Schnabel gewachsen war.




Zur Geschichte: Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Musikkapelle will Vereinsvorstand und Kassier Alfred Ackermann (perfekt personifiziert von Mario Gaibler) unter Einsatz seiner Familie mit gutem Beispiel voran gehen. Das trifft vor allem Gattin Trude, alias Corinna Schwing. Der ungeplant von der Uni heimgekommene Sohn Micha, den Dominik Grimm zum Leben erweckte, wird zum Bierkrüge spülen verdonnert, der 80-jährige Opa Ackermann (diese schwierige Rolle meisterte Kunibert Schmitt) soll beim Fest für 50 Jahre als Fahnenträger geehrt werden und der ältere Sohn Dieter, alias Steffen Banschbach, hat einige Unstimmigkeiten mit seiner Freundin Anita (Janina Schmitt). Und dann meldet sich in der größten Hektik auch noch Zita (Nadine Lenz), eine alte Schulfreundin von Trude, zu Besuch an. Dass es an solchen Tagen meist knüppeldick kommt, zeigt sich, als zu allem Übel die „Rote Rita“ (Für diese Rolle zog Sandra Walter alle notwendigen Register) als Kurschatten von Opa Ackermanns letztem Kuraufenthalt, auftaucht. Prompt wird das geldgierige Biest mit Zita verwechselt und von Alfred zum Kassendienst eingeteilt.

Und natürlich reiht sich Chaos an Chaos, Verwicklung an Verwicklung und die eine oder andere Boshaftigkeit wird auch noch ausgelebt. Auf jeden Fall fühlten sich die Zuschauer superwohl in ihrem Beobachtungsposten. Es gibt immer mehr Vermisste, die in den unmöglichsten Situationen wieder auftauchen, immer mehr Verwirrungen, die z. B. Trude an den glaubhaften Rand der Verzweiflung treiben bis sich endlich so einiges wieder aufklärt, die „Rote Rita“ nach eine KO durch Zita sicher hinter Schloss und Riegel ist und Alfred Ackermann „so einer Nacht“ zum Trotz seine Familie wieder zum Arbeiten auf das Fest schickt, weil ja schließlich „vor allem seine Familie mit gutem Beispiel voran gehen muss“.

 

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