Kreistag will interne Ausschreibung bei Chancengleichheit

LogolraFraktionsübergreifender Antrag abgelehnt

Adelsheim. Die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Verwaltung und Finanzen, der im Adelsheimer Rathaus unter Vorsitz von Landrat Dr. Achim Brötel tagte, war übersichtlich. Im Mittelpunkt stand ein fraktionsübergreifender Antrag aller neun im Kreistag vertretenen Kreisrätinnen, die erreichen wollten, dass für die ab 1. Dezember 2012 zur Neubesetzung anstehende Stelle des/der Beauftragten für Chancengleichheit und Frauenförderung (derzeit: 50 %) eine Aufstockung auf 100 % erfolgt. Außerdem sollten den Kreisrätinnen verschiedene Mitspracherechte bei der Auswahl und Entscheidung zugebilligt werden.

Zum Hintergrund: Die langjährige Stelleninhaberin Adelheid Knoll geht zum 1. Dezember 2012 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Die Verwaltung beabsichtigt deshalb, den auf die Beauftragte für Chancengleichheit und Frauenförderung entfallenden Stellenanteil mit gleichem Auftrag und im gleichen Umfang wie bisher zunächst nur intern auszuschreiben. Demgegenüber wollten die Kreisrätinnen eine Aufstockung auf 100 % bei gleichzeitiger öffentlicher Ausschreibung erreichen. Außerdem sollten aus jeder Fraktion zwei Personen, davon mindestens eine Kreisrätin, an der Formulierung des Ausschreibungstextes und den Vorstellungsgesprächen beteiligt werden. Die Wahl schließlich sollte in einer öffentlichen Gremiensitzung des Kreistags stattfinden.




Landrat Dr. Brötel erläuterte die Position der Verwaltung hierzu. Demgemäß habe er ohnehin vorgehabt, die nach der Hauptsatzung eigentlich ihm obliegende Entscheidung über die Stellenbesetzung dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen zu übertragen, um der besonderen Bedeutung der Stelle Rechnung zu tragen. Mit einem Stellenanteil von 50 % liege der Neckar-Odenwald-Kreis allerdings schon jetzt im oberen Bereich vergleichbarer Landkreise, wie eine Umfrage ergeben habe. Für eine Aufstockung gebe es deshalb zumindest derzeit keinen Grund. Dass man zunächst generell nur intern ausschreibe, beruhe auf einer diesbezüglichen Absprache mit dem Personalrat. Die Formulierung des Ausschreibungstextes und die Durchführung der Vorstellungsgespräche seien zudem Geschäfte der laufenden Verwaltung. Die eigentliche Personalentscheidung selbst müsse wie auch in allen anderen vergleichbaren Fällen hingegen nichtöffentlich erfolgen.

In der Diskussion vertraten die Kreisrätinnen Heide Lochmann (SPD) und Gabi Metzger (Grüne) noch einmal die Position der Antragstellerinnen. Der Status quo reiche ihrer Meinung nach gerade nicht. Deshalb wolle man mit dieser Stelle ja bewusst über das hinaus, was bisher gemacht worden sei, um so auch mehr Öffentlichkeitswirkung zu erzielen. Frauen müssten bestärkt und ermutigt werden, sich mehr zuzutrauen und auch Leitungsfunktionen zu übernehmen.

Dass Frauen gerade in der Verwaltung ihren Weg auch in den Hierarchien gehen werden, stand für den Landrat allerdings außer Frage. Schon jetzt sei der berufliche Nachwuchs gerade im gehobenen Dienst fast ausschließlich weiblich. Die Frauen hätten nahezu durchweg die besseren Noten, sowie später auch die besseren Examensergebnisse und erbrächten auch in der täglichen Arbeit hervorragende Leistungen.


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Kreisrätin Lochmann zeigte sich „enttäuscht“, dass die Verwaltung nicht bereit sei, auf die Ideen der Kreisrätinnen einzugehen, die hier „etwas ganz Neues machen“ wollten. Eine externe Ausschreibung könne frischen Wind und neue Ideen bringen.

Letztendlich beschloss das Gremium allerdings mit großer Mehrheit, am bisherigen Stellenumfang von 50 Prozent festzuhalten und die Stelle zunächst nur intern auszuschreiben. Die Verwaltung räumt den Kreisrätinnen jedoch die Möglichkeit ein, ihre inhaltlichen Vorstellungen zum Stellenprofil in den nächsten Tagen in das Verfahren einzubringen. Die Wahl des/der künftigen Beauftragten für Chancengleichheit und Frauenförderung soll in einer nichtöffentlichen Sitzung des Ausschusses für Verwaltung und Finanzen mit dem Ziel erfolgen, einen möglichst nahtlosen Übergang zum 1. Dezember 2012 zu erreichen.

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