Ehrliche Musik ohne Computerhilfe

von Liane Merkle

Ehrliche Musik ohne Computerhilfe

Unser Bild zeigt von links: Rainer Swoboda, Uwe Seitz, James Joyce. (Foto: Liane Merkle)

Waidachshof. Einmal im Jahr kommt Jimmy, besser bekannt als James Joyce für zwei Wochen nach Deutschland. Und in dieser kurzen Zeit absolviert er mit seinen „German Friends“ Rainer Swoboda und Uwe Seitz mindestens sechs Konzerte in wechselnden Locations. Nur eine davon ist fix, und das ist der „Kolbe“ auf dem Waidachshof, der dann – auch schon traditionell – absolut „ausverkauft“ ist.

Kein Wunder, denn gute ehrliche Musik ohne Computerunterstützung, Playback und andere technische Finessen ist eine kostbare Rarität. Und genau das beherrschen „James Joyce and Friends“.

Neudeutsch „unplugged“ spielen sie traditionelle keltische Musik aus Irland, England und Schottland. Dabei erzählen sie Geschichten und Anekdoten aus dem angelsächsischen Raum, wobei man schon sehr genau hinhören muss. Zwar beherrscht Jimmy die Deutsche Sprache sehr gut, aber der irische Slang verfälscht doch das eine oder andere.




Geboren wurde der Profi-Musiker 1956 in Dublin, wo er natürlich mit der Musik der legendären Dubliners
und Chieftains
aufgewachsen ist und schon früh seine Liebe zu dieser Musik entdeckt hat. Heute gilt der Ire als Meister der Mandoline, Gitarre, Tin Whistle und Bodhorn und natürlich singt er auch ganz hervorragend. Dr. med. Rainer Swoboda aus Walldürn ist der „friend“, der dabei die zweite Stimme ertönen lässt und gleichzeitig seine Virtuosität an der Gitarre beweist. Und dann gehört zu dem Trio noch – wirklich unverzichtbar – der Sennfelder Uwe Seitz, das Genie im Dudelsackbau und –spiel. Ihm und seinen Instrumenten zuzuhören ist ein echter Genuss, was der lautstarke und immer wieder aufbrandete Applaus in der Besenwirtschaft „Zum Kolbe“ bewies.

Schon die schwungvolle Eröffnung mit Mandoline, Banjo und Gitarre zog alle in Bann und ließ sie auch nicht mehr los bei Stücken wie „The Spanish Lady“ oder „Smash“, The cliffs of Doony“ oder den Giggs, wie die Tänze in Irland genannt werden, die man bei einem gewissen Alkoholspiegel auf den Tischen genießt. Spätestens jetzt gab es kein Halten mehr, und das Publikum im „Kolbe“ klatschte den Rhythmus des schmissigen Irish Folk mit großer Begeisterung mit.

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