Seckachs „Zeitbank 55+“ als Leuchtturm

von Liane Merkle

Seckach. „Ich liebe Seckach wegen der Bahnlinie, wegen des Fahrdienstes, aber vor allem wegen der Zeitbank, die mir Mut gemacht hat, hier in Seckach alt zu werden“, diese Aussage von Gabriele Greef traf die Meinung der meisten, die sich zur zweiten Jahreshauptversammlung des Vereins „Zeitbank 55+“ im Klinge-Gasthof „St. Benedikt“ eingefunden hatten.

Zusammen mit dem Fahrdienst und vielen, vielen Einzelaktionen dürfte der Verein „Zeitbank 55+“ unter der Rubrik „Soziales Netzwerk“ als führende Erfolgsgeschichte im Rahmen der lokalen Agenda Seckach zu sehen sein. Dieser Erfolg kommt nicht so einfach angeflogen, sondern  ist Teil einer unglaublich engagierten Truppe um die 1. Vorsitzende Elfriede Kohler, die sehr bewusst ihren Teil dazu beitragen wollen, dass ihre Gemeinde für sie im Alter zahlbar lebens- und liebenswert bleibt. Zusätzliche Boni sind die enormen persönlichen Entwicklungen durch die Aufgabenstellungen sowie das enge Miteinander, das wertvolle Freundschaften begründet habe, die die meisten nie vermutet hätten.




Wie Elfriede Kohler in ihrem Bericht ausführte, wird die „Zeitbank 55+“ aktuell von 31 Mitgliedern getragen. Im vergangenen Jahr wurden 77 Tauschstunden verbucht, wobei die Sparte „Allgemeine Hilfsdienste“ die Liste anführt. Die 12 Mitgliedertreffen waren außerordentlich gut besucht, wodurch das Interesse der Mitglieder bekundet wurde. Weiter führte die Vorsitzende aus, dass man die 26 österreichischen und aktuell 8 deutschen Zeitbanken noch enger vernetzen und aus Erfahrungen lernen möchte.

Gemäß dem Gemeindeslogan „Seckach verbindet“ habe man mit der Einladung zu „1. Internationalen Zeitbanktreffen“ in die Klinge erfolgreich Vorreiterrolle übernommen. Präsentiert habe sich der Verein außerdem beim Bahnhofsfest, beim Straßenfest und bei der Ideenbörse für Senioren. Darüber hinaus habe man jetzt druckfrisch einen Gutschein für Zeiteinheiten entwickelt, den beispielsweise Verwandte als Geschenk für eventuell Bedürftige kaufen können oder wie Bürgermeister Ludwig die Idee schon aufgegriffen habe und ihn als Geschenk zu 80. Geburtstagen einzusetzen.

Dieser Gutschein biete aber auch Interessierten die Möglichkeit, den Verein und sein vielfältiges Angebot kennen zu lernen. Für Elfriede Kohler war dieser Gutschein ein Geschenk an alle, die sich über Gebühr für den Verein eingesetzt hatten. Dem Bericht von Schriftführerin Iris Bronner, für die erkrankte Vorstandskollegin vorgelesen von Dieter Frank, war zu entnehmen, dass in drei Vorstandssitzungen neben dem vielfältigen Jahresprogramm auch Straßen- und Bahnhofsfest, Infobörse sowie Internationales Zeitbanktreffen vorbereitet und der neue Gutschein entwickelt worden war. Schatzmeisterin Karin Holzschuh konnte berichten, dass der Verein auf soliden finanziellen Füssen steht und die Kassenprüfer Rita Rothenhöfer und Carmen Reichel bescheinigten ihr eine saubere, ordentliche und korrekte Kassenführung.

Auch als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit fiel die Entlastung auf Antrag von Bürgermeister Thomas Ludwig für Kasse und Vorstandschaft einstimmig aus. Dieser lobte den Arbeitskreis „Soziales Netzwerk“ und zeigte sich stolz über Erfolg und Außenwirkung der Agenda, durch die Seckach u. a. durch die „Zeitbank 55+“ oder den Fahrdienst mit über 400 Fahrten jährlich zu einem echten Leuchtturm in Sachen Bürgerinitiativen geworden sei.


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Die zügig durchgeführten Neuwahlen zur Vorstandschaft unter seiner Leitung brachten folgendes einstimmiges Ergebnis: 1. Vorsitzende Elfriede Kohler, 2. Vorsitzende Gabi Zorn, Schriftführerin Iris Bronner, Schatzmeisterin Karin Holzschuh, Beisitzer Dieter Frank, Kassenprüfer Rita Rothenhöfer und Carmen Reichel.

Bevor Elfriede Kohler abschließend über anstehende Termine und Aufgaben informierte, wurde mit großer Mehrheit dem Antrag von Gabriele Greef entsprochen, die aufwändigen Verwaltungsaufgaben von Vorstandschaft und diversen Mitgliedern grundsätzlich zu belohnen. Mit dem vereinseigenen Medium von Zeiteinheiten sollen auf Grundlage einer einheitlichen Dokumentation maximal die Hälfte der tatsächlich eingesetzten Stunden per Gutschein vergütet werden.

Auf Wunsch der engagierten Ehrenämtler auch weniger, da vielen eine „Vergütung“ für Stunden, die ihnen Freude gemacht haben und die sich „im Rahmen halten“ eher peinlich ist. Damit schloss Elfriede Kohler die harmonisch verlaufene 2. Jahreshauptversammlung des Vereins und leitete zum gemütlichen Teil des Abends über, der visuell durch den Foto-Rückblick von Iris Bronner und Gerhard Knecht begleitet wurde. 

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