50 Jahre SPD Waldbrunn

Abgeordnete ehren zahlreiche Parteigenossen

468 Geehrte und Grusswortredner 50 Jahre SPD Waldbrunn

Die geehrten Parteimitglieder mit Generalsekretärin MdB Katja Mast, MdB Lothar Binding, MdL Georg Nelius, MdL i.R. Gerd Teßmer, Kreisvorsitzender Jürgen Graner und Vorsitzendem Bürgermeister Klaus Schölch. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn.  Mit der Gründung der SPD Dielbach durch den späteren baden-württembergischen Umweltminister Harald B. Schäfer als ersten Vorsitzenden, begann am 25. Januar 1962 die Geschichte der organisierten Sozialdemokratie auf dem Winterhauch. Ursprung war die Gegnerschaft zur als rückwärtsgewandt empfundene Politik vom CDU-Kanzler Konrad Adenauer. Bereits bei der ersten Wahlteilnahme im gleichen Jahr konnte der junge Ortsverband vier Mitglieder in den Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Dielbach entsenden.

Mit dieser Gründung begann das, was der heutige Landtagsabgeordnete Georg Nelius als „roten Leuchtturm“ im „schwarzen“ Odenwald bezeichnet, nämlich eine sozialdemokratische Erfolgsgeschichte im ländlich geprägten Raum, indem noch immer die CDU rund um Waldbrunn die Mehrheiten stellt.

Im Jahr 1969 wurde im Sportheim in Schollbrunn einer weitere SPD-Ortsverband gegründet, wie ein handschriftlich geführtes Protokollbuch belegt, berichtet Chronist Willy Volz. Das genaue Gründungsdatum habe sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln lassen. Als erster Vorsitzender stand Adolf Backfisch der jungen SPD vor.

Nachdem sich die Winterhauchdörfer im Zuge der Gemeindereform zur Gemeinde Waldbrunn zusammenschlossen, und das SPD-Mitglied Gerhard Hauck zum ersten Bürgermeister wählten, kam es 1976 zum Zusammenschluss der Ortsvereine und damit zur Gründung der SPD Waldbrunn. Vorsitzender des 82 Mitglieder starken Verbands wurde Adolf Gehrig. In den Folgejahren erhielt jedes der sechs Ortsteile einen eigenen Ortsteilsvorsitzenden, wodurch man den Genossen der Dörfer Gehör im Gesamtverband verschaffen wollte. Mai- und Weihnachtsfeiern waren neben den Wahlen auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindeebene die Höhepunkte der Arbeiterpartei auf dem Winterhauch. Auch bundespolitische Prominenz fand immer wieder den Weg in den Odenwald. So wurde 1978 Bundesminister Dr. Volker Hauff am Katzenbuckel begrüßt.




Eine neue Ära begann 1981 mit der Wahl von Klaus Schölch zum Vorsitzenden. Dieses Amt behielt er inne, ehe er 1997 zum zweiten Waldbrunner Bürgermeister gewählt wurde. Nach Gerhard Hauck, hatte somit auch dessen Nachfolger ein SPD-Parteibuch. Auch in den Folgejahren war man politisch und gesellschaftlich aktiv und erhielt als „rote Hochburg“ immer wieder prominenten Besuch diverser Landes- und Bundespolitiker der sozialdemokratischen Partei.

Ein weiterer Meilenstein innerhalb der Parteigeschichte war die Wahl Klaus Schölchs zum Bürgermeister von Waldbrunn. Im zweiten Wahlgang setzte er sich gegen vier Mitbewerber durch, nachdem im ersten Wahlgang lediglich wenige Stimmen zur absoluten Mehrheit gefehlt hatten. Den SPD-Vorsitz in Waldbrunn übernahm Willi Volz, bevor Wilfried Münch von 2001 bis 2007 an die Spitze der Waldbrunner Genossen gewählt wurde. Im Beisein von Gründervater Minister a.D. Harald B. Schäfer feierte man 2002 das 40-jährige Bestehen. Auch der Kreisverband war mit den Feierlichkeiten zum 140-jährigen Bestehen der SPD zu Gast am Fuße des Katzenbuckels. Nachdem Wilfried Münch den Vorsitz aus persönlichen Gründen abgeben musste, sprang Bürgermeister Klaus Schölch in die Bresche und übernahm 2009 ein zweites Mal den Vorsitz der SPD Waldbrunn.

In all den Jahren habe man als Partei zur positiven Entwicklung Waldbrunns  beigetragen, berichtete Chronist Willi Volz und nannte dabei zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen in allen Lebensbereichen als Beispiele.

Zum Festbankett anlässlich des 50-jährigen Bestehens konnte der 2. Vorsitzende Heinz-Dieter Ihrig die Generalsekretärin der SPD Baden-Württemberg MdB Katja Mast, MdB Lothar Binding als Betreuungsabgeordneten, MdL Georg Nelius, MdL i.R. Gerd Teßmer, Kreisvorsitzenden Jürgen Graner, die SPD-Kreistagsfraktion mit der Vorsitzenden Heide Lochmann an der Spitze, sowie aktuelle und ehemalige Mandatsträger auf Gemeinde- und Ortsteilebene im Bürgersaal Waldkatzenbach willkommen heißen.

In ihrer Festansprache streifte Generalsekretärin Katja Mast mit der Bildungs-, Arbeits- und Sozialpolitik die drei Themenfelder für die Sozialdemokraten stehen. Dabei plädierte sie für die Einführung eines Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro und die Einführung eines Tariftreuegesetzes, das in Stuttgart von Parteifreund Finanzminister Nils Schmid gerade vorbereitet wird. Neben den politischen Ausführungen berichtete Mast, dass sie wie die SPD Waldbrunn mit Ex-Minister Harald B. Schäfer verbunden sei. Als junge Politikerin habe er ihr geraten, für den  Bundestag zu kandidieren, was sie dann auch getan habe. Abschließend lobte sie die Wahl von Peer Steinbrück zum Spitzenkandidaten der SPD für die Bundestagswahl 2013.

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In Grußworten lobten MdB Lothar Binding, MdL Georg Nelius, MdL i.R. Gerd Teßmer, Kreisvorsitzender Jürgen Graner und Bürgermeister Klaus Schölch die SPD Waldbrunn. Auch in diesen Ansprachen kam immer wieder die herausragende Bedeutung des „roten“ Gemeindeverbands in einem „schwarzen“ Umfeld zum Ausdruck. Dass es sich um einen sehr aktiven Ortsverein handle komme auch bei den guten SPD-Wahlergebnissen auf dem Winterhauch immer wieder zum Ausdruck, lobten die Grußwortredner. Bürgermeister Schölch hob darüber hinaus das Engagement der vielen „namenlosen“ Parteimitglieder hervor, ohne die man die Aufgaben nicht bewältigen könnte.

Anschließend nahmen die Abgeordneten die Ehrungen langjähriger Parteigenossen vor. Für ihre zehnjährige Mitgliedschaft wurden Christoph Schölch, Rainer Ihrig, Jürgen Ludwig und Birgit Thompson ausgezeichnet. Seit 25 Jahren gehören Renate Kessler und Kurt Kessler der SPD an. Seit 35 Jahren ist Fritz Bucher Parteimitglied. Für ihre 40-jährige Treue zur sozialdemokratischen Partei wurden Christel Schnetter, Wilfried Münch, Verena Heil, Wolfgang Bracht, Helmut Deschner, Karl Deschner, Gunter Engelhardt, Gerd Floigl, Karl Haaß, Heinz Henrich, Dieter Krieger, Guido Schäfer, Heinz Schölch, Peter Schulz, Karlheinz Wetterauer und Dieter Wiersdorf ausgezeichnet. Sogar seit 45 Jahren gehört Rudolf Freihaut zur SPD, wofür er ebenfalls geehrt wurde.

Nach den Schlussworten von Norbert Bienek ging man zum gemütlichen Teil über. Musikalisch umrahmt wurde das Festbankett von der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach. 

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