Eberbach trauert um Mordopfer

Etwa 800 Freunde, Kollegen, Schüler, Bürger nahmen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von den Opfern des Doppelmords. (Foto: Hofherr)

Eberbach. (mh) Unter großer Anteilnahme nahm Eberbach heute in der Stadthalle Abschied von Dr. Dorothee Thaler und Dr. Harald Grote, die am Freitag erschossen in ihrem Haus aufgefunden worden waren (NZ berichtete).
Neben dem neu gewählten Bürgermeister Peter Reichert, dessem Amtseinführung für die Gedenkfeier abgesagt worden war, richteten die grüne Landtagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel, der Stadtratskollege Peter Stumpf und Rektor Helmut Schulz als Vertreter des Hohenstaufen-Gymnasium, wo Grote als sehr geschätzter Pädagoge tätig war, Worte der Trauer an die Anwesenden. Völlige Fassungslosigkeit und viel offene Fragen beherrschten die Stimmung und müssen in den nächsten Tagen und Wochen beantwortet werden.
Dennoch schloss Bürgermeister Reichert seine Ansprache mit Worten der Hoffnung indem er Pfarrer Dietrich Bonhoeffer mit seinen Worten „von wunderbaren Mächten geborgen“ zitierte.




Grote und Thaler waren am Freitag erschossen in ihrem Wohnhaus aufgefunden worden. Heute gab die Sonderkommission Januar bekannt, dass sich der mutmaßlich Täter das Leben genommen hat. Die Motive seien im familiären Bereich verortet, so die Polizei (NZ berichtete).

Nachruf von Charlotte Schneidewind-Hartnagel:

www.charlotte-schneidewind.de/nachruf-fur-dorothee-thaler-und-harald-grote/

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6 Kommentare

  1. Ob eine Trauerfeier mit Trauerreden angebracht ist, solange die Opfer noch auf dem Seziertisch liegen, das darf bezweifelt werden. Ich habe sowas noch nie erlebt.

    Und wenn dann noch in diese Nacht des Grauens mit drei Toten, ein relativ Unbeteiligter glaubt mit den Worten:

    „Refrain: Von guten Mächten wunderbar geborgen,
    erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
    und ganz gewiß an jedem neuen Tag.“

    trösten zu müssen, verstehe ich die Welt nicht mehr.

    In den Ohren der überlebenden Familienangehörigen muss das doch wie Hohn klingen. Glaubt den jemand, dass sie den morgigen Tag getrost erwarten, was immer da kommen mag?

    Wer Vater und Mutter durch Mord verloren hat, ist nicht getrost, er freut sich nicht auf den kommenden Tag und Gottes Beistand am Morgen und am Abend wird er sicher in Zweifel ziehen.

    Es wird lange dauern, bis diese Menschen wieder einen neuen Tag geborgen erwarten werden.

    • Wenn man den mutmaßlichen Täter miteinbezieht, der sich ja selbst getötet hat, sind es in der Tat drei Tote.

      Viele Grüße
      Jürgen Hofherr

    • Dem Erstaunten: Den genannten Refrain empfinde ich als naher Verwandter (Bruder) durchaus nicht als Hohn.Man muss ihn als gläubiger Mensch von Dietrich Bonhöfer aus verstehen, der ihn geschrieben hat und selbst angesichts seines Todes einem englischen Geistlichen die Worte überbringen ließ: This is the end – for me the beginning of life. Dass wir nun mal in einer Welt von oft selbstverschuldetem Leid leben, wissen wir aus täglichen Zeitungsberichten. Wer sich dennoch „in Gott geborgen“ weiß, kann Trauer überwinden – zum Hass kommt es dann schon gar nicht.Tun wir etwas gegen Missgunst, Neid, Hass und Eifersucht! Es gibt nichts Gutes, es sei denn man tut es!

  2. Nachruf
    Mit Fassungslosigkeit und Entsetzen haben wir von Tod von Frau Dr. Thaler erfahren. Unsere Familie verliert mit IHR eine hervorragende Ärztin und überaus kompetente und liebevolle Partnerin.
    Unser großes Mitgefühl an Ihre Kinder und Verwandte. In Dankbarkeit Fam. K. aus R. Bei Trier

  3. Mit Großem Entsetzen Erfuhr ich von dem schrecklichen Unglück von Fr.Dr.Thaler! Sie hinterlässt eine Riesen Lücke als kompetente Ärztin und vor allem sehr liebenswürdigen Menschen und Theraphiebegleitung unseres Sohnes Christian!!!!!! Wir werden Sie sehr Vermissen !!!!
    Unser großes Mitgefühl gilt Ihrer Tochter und Ihren Verwandten.
    Ein Riesen Dankeschön Fam.Mertesdorf/Gilzem

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