Keine Garantie für Ärztlichen Bereitschaftsdienst

Schnelle Schließung scheint vom Tisch – Die Zukunft bleibt aber weiter offen

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Die Vertreter der Kassenärzte waren nicht bereit, eine Bestandsgarantie für den Bereitschaftsdienst in Adelsheim abzugeben. (Foto: privat)

Adelsheim. (lra) Am Dienstagnachmittag fand auf Einladung von Landrat Dr. Achim Brötel im Adelsheimer Rathaus ein Gespräch über die Zukunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes statt. Seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, die den Standort Adelsheim erklärtermaßen schließen will, nahmen daran der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Fechner (Stuttgart) und der Sprecher des KV-Bezirksbeirats Nordbaden Dr. Christoph Kaltenmaier (Aglasterhausen) teil. Die Position des Neckar-Odenwald-Kreises, der genauso wie zahlreiche Städte und Gemeinden und eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern statt dessen nachdrücklich für den Erhalt der Bereitschaftsdienstpraxis in Adelsheim kämpft, vertraten neben dem Landrat der Landtagsabgeordnete Georg Nelius (SPD), der Kreisvorsitzende des Gemeindetags Bürgermeister Peter Kirchesch (Zwingenberg), sowie die Bürgermeister Klaus Gramlich (Adelsheim), Jürgen Galm (Osterburken), Thomas Ludwig (Seckach), Gerhard Baar (Rosenberg), Rainer Houck (Schefflenz) und Hans-Peter von Thenen (Ravenstein), die Kreisrätinnen und Kreisräte Roland Burger (CDU), Heide Lochmann (SPD), Simone Heitz (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Klaus Ludwig (FDP), sowie der Kreisbeauftragte für den ärztlichen Notfalldienst im Neckar-Odenwald-Kreis Dr. Paul Kalmbach (Mosbach) und speziell für den Standort Adelsheim Dr. Joachim Rösch (Seckach) und Dr. Eberhard Köppler (Adelsheim).




In dem zweistündigen, teilweise sehr kontrovers geführten Gespräch, konnte letztlich kein Einvernehmen erzielt werden. Während die Vertreter des Neckar-Odenwald-Kreises die große Bedeutung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes gerade im ländlichen Raum noch einmal herausstellten und darauf hinwiesen, dass die Wege für die Bürgerinnen und Bürger, im Falle von Hausbesuchen genauso aber auch für die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte bei einer Schließung des Standorts Adelsheim schlicht und ergreifend zu weit würden, verwiesen die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung auf die von ihren Beschlussgremien festgelegten Richtgrößen für Notfalldienstbereiche mit künftig mindestens 70 Ärzten, die in Adelsheim bei weitem nicht erreicht werden.

Wie wichtig der ärztliche Bereitschaftsdienst vor Ort ist, zeigen aber nicht zuletzt auch die aktuellen Fallzahlen. So gab es zwischen Weihnachten und Dreikönig dieses Jahr nur in Adelsheim allein 993 Patientinnen und Patienten, von denen die weitaus meisten persönlich in der Notfallpraxis in der Unteren Austraße vorsprachen. Umgekehrt wurden in dieser Zeit durch die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte aber auch 153 Hausbesuche gemacht. Inzwischen haben zudem rund 4.800 Bürgerinnen und Bürger durch ihre Unterschrift den Fortbestand des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Adelsheim gefordert.

Zumindest eines konnten die Vertreter des Neckar-Odenwald-Kreises allerdings erreichen: eine schnelle Schließung des Standorts Adelsheim scheint vom Tisch, wenngleich Dr. Fechner sich außer Stande sah, eine „Bestandsgarantie über 3 bis 5 Jahre hinaus“ abzugeben. Die Zukunft des ärztlichen Bereitschaftsdienstes ist somit weiter offen. Immerhin ist die KV aber bereit, den Dialog fortzusetzen. Das ist ein Signal, das vielleicht doch noch hoffen lässt. Schließlich kennt jeder Grundsatz, wie in der Diskussion mehrfach betont wurde, auch Ausnahmen, wenn es dafür sachliche Gründe gibt. Solche Gründe sehen die Vertreter des Neckar-Odenwald-Kreises aber zuhauf, zumal auch die örtlich zuständigen Ärztinnen und Ärzte unisono den Bereitschaftsdienst im Status quo fortführen wollen.

Über Einzelheiten des Gesprächs wurde zwischen den Beteiligten Stillschweigen vereinbart.

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