Christine Denz aus Kreisvorstand verabschiedet

500 Abschied Christine Denz

Christine Denz und der teilerneuerte grüne Kreisvorstand. Das Bild zeigt von links: Vorsitzender und Bundestagskandidat Hans Detlef Ott, Christine Denz, Co-Vorsitzende Christine Böhm, Beisitzerin Anna Leischner. (Foto: pm)

Mosbach. (dr) Beim Kreisverband Neckar-Odenwald von Bündnis 90/Die Grünen geht eine Ära zu Ende: wie bereits berichtet, ist die langjährige Kreisvorsitzende Christine Denz zurückgetreten und gehört fortan dem Vorstand nicht mehr an (NZ berichtete).

Sie habe sich das lange und gründlich überlegt, sagte die scheidende Vorsitzende in ihrer Abschiedsrede. Doch habe es innerhalb des Vorstandes Unterschiede in der Beurteilung dessen gegeben, wie die Arbeit des Kreisverbandes nach dem Stuttgarter Regierungswechsel ausgerichtet werden solle. Hier sei die Kommunikation nicht so gelaufen, wie sie sich das gewünscht habe. Hinzu komme, dass sie selber nach ihrer Pensionierung als Sonderschullehrerin ihr Leben neu sortiere. Sie habe vor, ihren Einsatz für das Thema „Erneuerbare Energien“ noch stärker auszuweiten und hier über den Neckar-Odenwald-Kreis hinaus zu wirken. Selbstverständlich fühle sie sich nach wie den grünen Zielen der Nachhaltigkeit, des respektvollen Umgangs mit alle Lebewesen sowie der Schaffung einer gerechteren und solidarischen Gesellschaft zutiefst verbunden. Auch bleibe sie ja Kreisrätin der Grünen.




In ihren sehr persönlich gehaltenen Dankesworten unterstrich die Co-Vorsitzende Christine Böhm, dass die „Ära der beiden Christinen“ für die Odenwälder Grünen eine prägende Zeit gewesen sei. Die Zusammenarbeit habe stets reibungslos geklappt, man habe sich blind aufeinander verlassen können und sich „wechselseitig Prokura gegeben“. Zahllose Veranstaltungen, Diskussionen, Wahlkampagnen auf allen politischen Ebenen hätten die beiden Vorsitzenden während der letzten 12 Jahre federführend organisiert, die Auseinandersetzung um das Kernkraftwerk Obrigheim geführt und gemeinsam Leserbriefe geschrieben. Man werde auch weiterhin in Verbindung bleiben – schließlich habe die Energiewende im Neckar-Odenwald-Kreis zwar zunehmend viele Väter, aber nur eine Mutter, und die heiße Christine Denz. Als symbolischen Dank bekam Christine Denz Theatergutscheine für die Badische Landesbühne geschenkt – die habe die laufende Theatersaison mit Thema „Leben“ überschrieben, dies sei ein gutes Motto für die Zeit „nach dem Vorstand“.

Als Nachfolger von Christine Denz wurde als neuer Kreisvorsitzender – neben Christine Böhm, die im Amt bleibt – Hans Detlef Ott aus Aglasterhausen gewählt. Er ist auch Kandidat für die Bundestagswahl im September – eine Kombination, die der „Neue“, den viele unter seinem Kürzel HDO kennen, als „sicherlich günstig“ einschätzte.  Da Ott dem Kreisvorstand bislang bereits angehörte, wurde Anna Leischner aus Elztal als Beisitzerin nachgewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Klaus Brauch-Dylla, Siglinde Mack, Dorothee Rittmann-Minninger und Markus Schwab bleiben im Amt. 

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1 Kommentar

  1. Ein Meilenstein politischer Kultur- ein Appell an PolitikerInnen

    Christine Denz gibt ihr Amt als Vorstand von Bündnis90/Die Grünen im Neckar-Odenwald-Kreis zurück, dies ist ein politisch sehr bedauerlicher Vorgang und ein großer Verlust.
    Dennoch spiegelt der Artikel ein hohes Maß an politischer Kultur wieder, da Denz zum einen offen Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen den führenden Köpfen als Begründung angibt, der Versuchung jedoch widersteht, Details auszubreiten und damit ihren Kontrahenten Achtung zollt. Darüber hinaus erweist sie ausdrücklich und konkret Respekt indem sie klar benennt, wo die Zusammenarbeit ‚bestens funktioniert‘ hat.
    So wünsche ich mir den Umgang zwischen Politikern, sowohl innerhalb einer Partei als auch zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Parteien; Probleme werden ohne Floskeln und mit klaren und deutlichen Formulierungen benannt und der Ton bleibt den Personen gegenüber respektvoll.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gabriela Fischer-Rosenfeld

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