Nachbarrecht des Landes beleuchtet

Vortrag von Dr. Ulrich Kaiser beim Obst- und Gartenbauverein Fahrenbach

Trienz. Dass das Thema „Nachbarrecht in Baden-Württemberg“ für viele eine interessante und wichtige Materie darstellt, zeigt sich schon daran, dass im Trienzer Gasthaus „Zur Linde“ der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war.

In seiner Begrüßung freute ich der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Fahrenbach, Gerhard Kohler, dass man mit Rechtsanwalt Dr. Kaiser hierfür einen kompetenten Referenten gewinnen konnte, der die regionalen Gegebenheiten bestens kenne.

Dr. Ulrich Kaiser beleuchtete in seinem Vortrag nicht nur die theoretischen Hintergründe des Nachbarrechts, sondern verdeutlichte anhand von Fällen aus seiner eigenen Tätigkeit und der Rechtsprechung die komplexe Rechtsmaterie. Das Themenspektrum reichte hierbei von einzuhaltenden Grenzabständen bis hin zu Gerüchen vom Komposthaufen. Erstaunt zeigen sich die Zuhörer auch über skurrile Fälle, wie zu laute Frösche im nachbarlichen Teich, über die jahrelang bis hin zum Bundesgerichtshof gestritten wurde.




Insbesondere wurden die relevanten Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), des Nachbarrechtsgesetzes Baden-Württemberg und die damit korrespondierenden Vorschriften des öffentlichen Rechts, z.B. des Bauplanungsrechts, des Bauordnungsrechts, sowie die Möglichkeit der Kommunen, örtliche Bauvorschriften oder abweichende Bestimmungen in Bebauungsplänen zu erlassen, behandelt.

„Eine friedliche und umgängliche Nachbarschaft ist wichtig und sollte nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, so der Rechtsanwalt der Kanzlei Dr. Kaiser, Kappes, Schwander. Zudem appellierte Dr. Ulrich Kaiser, dass der „gesunde Menschenverstand“ und gegenseitige Rücksichtnahme immer Vorrang vor langwierigen und mitunter teuren Rechtsstreitigkeiten vor Gericht haben müssen. Leider gelte aber auch hier das Zitat von Friedrich Schiller: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“.

Mit zahlreichen Fragen der Zuhörer und einem Ausblick auf die weiteren Aktivitäten des Vereins im laufenden Jahr endete der informative Vortragsabend zum Nachbarrecht.

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