Drohende Kindergarten-Schließung bewegt Gemüter

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Die Sanierung des Kindergartens in Zimmern soll 650.000 Euro kosten. Geld, das weder politische noch Kirchengemeinde derzeit aufbringen können, sodass im Sommer die Schließung droht. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Die Zuhörerreihen im Sitzungssaal des Seckacher Rathauses reichten nicht aus. Und schon TOP 1 der öffentlichen Gemeinderatssitzung –  die „Bürgerfragestunde“ – zeigte den Grund dafür: „Wird der Kindergarten geschlossen oder nicht? Was sind hier die nächsten Schritte?“, fragten die Bürger aus Zimmern, vor allem weil sich nach langen Jahren wieder junge Menschen in diesem Ortsteil ansiedeln und der Ortschaftsrat sich auch aus diesem Grund einmütig gegen die Schließung ausgesprochen hatte.

Ein Lösungsvorschlag der Gemeindeverwaltung war die Umwandlung des Kindergartens in eine Kleinkindgruppe gewesen. Leider gibt es dafür bisher aber offensichtlich keinen Bedarf. Darüber hinaus liegt die Trägerschaft des Kindergartens in den Händen der Kirchengemeinde, und das Gebäude selbst stellt durch seine Dreifachnutzung (Wohnung, Saal, Kindergarten) ein Problem dar. Denn die ermittelten Sanierungskosten in Höhe von mindestens 650.000 Euro sind für die Kirchengemeinde nicht zu schultern, und daran ändert auch nichts, dass die politische Gemeinde bei möglichem Erhalt des Kindergartens für diesen Part 90 Prozent der Kosten übernehmen müsste.

Im Moment – so Bürgermeister Thomas Ludwig – hoffe man noch auf eine rettende Idee und nehme gerne auch Vorschläge der Bürger entgegen. Die Verwaltung gebe noch nicht auf und suche weiter nach einem Ausweg, der jedoch bis Ende Juni – wenn der Vertrag auslaufe – gefunden sein sollte. Das Gemeindeoberhaupt bedauerte sehr, zum jetzigen Zeitpunkt noch keine detaillierte Antwort geben zu können.




Im Zuge der Umsetzung der örtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen im Ortsteil Seckach ist für den Eingriff ins Gewässer, der durch die Maßnahmen verursacht wird, ein ökologischer Ausgleich zu erbringen, erläuterte Bürgermeister Thomas Ludwig. Hierbei geht es um eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit entlang der Seckach und dem Hiffelbach durch den Rückbau der Sohlschwellen. Diese Arbeiten seien in den örtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen, welche bereits im Dezember vorigen Jahres durch den Zweckverband „Seckach/Kirnau“ an die Firma Lintz und Hinninger aus Mosbach vergeben wurden, enthalten. Wie mitgeteilt wurde, habe das Landratsamt der Gemeinde Seckach im Zuge der Planungsbesprechungen empfohlen, doch auch gleich die Sohlschwellen außerhalb der Ortslagen zurückbauen zu lassen – was in Kürze gesetzlich vorgeschrieben sein wird – , da derzeit noch mit einer Förderung in Höhe von 70 Prozent zu rechnen sei. Die Gesamtkosten belaufen sich hierbei auf 229.000 Euro, wobei nach Abzug der Fördermittel ein Eigenanteil für die Gemeinde in Höhe von 82.000 Euro verbleibt.

Im Detail erläuterten Waldemar Ehrmann vom Landratsamt und Dipl.-Ing. Patrick Herrmann vom Planungsbüro Wald + Corbe die Maßnahme. Demnach sollen durch die Gewässer zweiter Ordnung wie Seckach und Hiffelbach Biotope vernetzt und Fischwanderung möglich gemacht werden. Die vorhandenen Sohlschwellen bestehen größtenteils aus Stahlbeton, manche aus Holz bzw. Steinblöcken. Geplant sind alternativ u.a. Wanderkorridore mit ausreichenden Fließtiefen, bestehend aus Steinriegeln mit Schlupföffnungen. Das Ganze soll die Fließstruktur verbessern, aber auch Ruhebecken für Fische im Aufstieg bieten. Der Gemeinderat stimmte den vom Planungsbüro Wald + Corbe vorgestellten Planungen für die Beseitigung dieser Sohlschwellen zu und beauftragte die Verwaltung, entsprechende Fördermittel zu beantragen.

 Weiter beschloss das Gremium die Annahme von Spenden an das Feuerwehrwesen in Höhe von 1.520 Euro und für die Heimatpflege in Höhe von 390 Euro. 

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