Erinnerungen an den Brandt-Besuch

Ausstellung in der Ver.Di-Bildungsstätte Mosbach zum 100. Geburtstag des Friedensnobelpreisträgers

Brandt Ausstellung

(Foto: privat)

Mosbach. (rt) Gleich mehrere Zeitzeugen, die sich an den Besuch von Willy Brandt im Neckar-Odenwald-Kreis noch erinnern konnten, fanden sich anlässlich der Eröffnung der Willy-Brandt-Ausstellung in der Bildungsstätte auf dem Bergfeld ein. Mit Unterstützung des Obrigheimer Ortsvereinsvorsitzenden Rainer Schäfer und des Binauer Vorsitzenden Gerd Teßmer hatte Kenneth Weidlich, vom Arbeitskreis „Geschichte der SPD“,  eine Ausstellung konzipiert, die sowohl der Person und dem politischen Wirken von Willy Brandt Rechnung trägt, wie auch die Erinnerung an das Jahr 1976 wachruft. In diesem Jahr kam der Friedensnobelpreisträger und SPD-Parteivorsitzende Willy Brandt gleich zweimal in den Neckar-Odenwald-Kreis, im Frühjahr nach Obrigheim in die Neckarhalle und im August in die Elzberghalle in Dallau. Beide Veranstaltungen brachten der Kreis-SPD einen riesigen Besucherandrang und bedeuteten auch den Beginn eines Aufschwungs innerhalb des Kreisverbandes.

Ver.di-Bildungsstättenleiter Harald Kielmann eröffnete die Ausstellung und brachte seine Freude über den guten Besuch zum Ausdruck. Er begrüßte neben den Initiatoren Kenneth Weidlich und Gerd Teßmer den Mosbacher Stadtrat Hartmut Landhäußer und als Moderatorin Kreisrätin Dr. Dorothee Schlegel und Abordnungen zahlreicher SPD-Ortsvereine. Kielmann ging auch auf das Verhältnis der Gewerkschaften zur SPD und zu Willy Brandt ein und wusste von den guten Beziehungen zu berichten, betonte aber die Eigenständigkeit der Gewerkschaft und die Unabhängigkeit von Parteien.




Kenneth Weidlich ging anschließend auf die Bedeutung von Willy Brandt als Bundeskanzler und als SPD-Parteivorsitzender für Deutschland ein. „Mit seiner neuen Ostpolitik hat Willy Brandt die Menschen in Ost und West näher gebracht und die Wiedervereinigung möglich gemacht“. Im Weiteren wies Kenneth Weidlich auf die verschiedenen Lebensphasen von Willy Brandt hin. Er machte deutlich, dass mit dem Regierungswechsel Anfang der 70er Jahre die Aussöhnung mit Polen begann und auch innerhalb Deutschlands Reformen und ein neues Umweltbewusstsein Einzug hielten. Seine Forderung „mehr Demokratie wagen“, wurde schrittweise umgesetzt.

Höhepunkte für die Kreis-SPD waren im Jahr 1976 die beiden Kreisbesuche in Obrigheim und Dallau. Die SPD unter ihrem damaligen Vorsitzenden Eckhard Hoffmann konnte bei beiden Veranstaltungen so viele Teilnehmer aus der gesamten Region willkommen wie nie zuvor und auch nie mehr danach.

Unter der Moderatorin Dr. Dorothee Schlegel und den Gesprächspartnern Hartmut Landhäußer und Gerd Teßmer gelang es schnell  die auf den Ausstellungsplakaten dokumentierte Stimmung für Willy Brandt, aber auch für die SPD wieder aufleben zu lassen. Beide Gesprächspartner haben Willy Brandt bewusst erlebt und ließen sich damals anstecken von einem Schwung, der sich in den Ortsvereine im Kreis fortsetzte und der SPD einen deutlichen Mitgliederzuwachs bescherte. Auch bei Kommunalwahlen in den Gemeinden und für den Kreistag konnten sichtbare Erfolge erzielt werden.

Alle Besucher waren sich einig, dass es der Sozialdemokratie auch im Kreis gut täte, sich mit dem damaligen Schwung auch den gegenwärtigen Herausforderungen zu stellen und Personen für die SPD zu gewinnen, um auch in Zukunft die Ideen der Gerechtigkeit und Solidarität, von Frieden und Einklang von Umwelt und Wirtschaft glaubhaft umzusetzen. 

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