Nigerianischer Fußballer fürchtet um sein Leben

Menulu Ugochukwu

Menulu Ugochukwu droht in Nigeria der Tod. (Foto: privat)

Hardheim. Menulu Ugochukwu ist ein Asylbewerber aus Nigeria, der mittlerweile seit über vier Jahren im Flüchtlingsheim in Hardheim lebt und für den den FSV Dornberg 2010 die Fußballstiefel schnürt, ist derzeit akut von der Abschiebung in sein Heimatland bedroht, was aufgrund seiner Geschichte für ihn tödlich ausgehen kann. Er ist aus Nigeria geflüchtet, nachdem er unschuldig in einen Bandenkrieg verstrickt wurde und um sein Leben fürchten musste. Ein befreundeter Pfarrer finanzierte den Flug nach Deutschland, wo er Asyl beantragte. Sein Gesuch wurde jedoch abgelehnt, da das Gericht ihm nicht nur unterstellte, Unterlagen gefälscht zu haben, sondern sogar bezweifelte, dass er Menulu Ugochukwu ist. Da die Richter außerdem feststellten, dass die Verfolgung nicht von staatlicher Seite erfolgt, könne er problemlos zurück nach Afrika. Menulu und auch der befreundete Pastor sind sich aber sicher, dass er dort relativ schnell ermordet wird, weshalb sie der Meinung sind, dass eine Rückkehr nach Nigeria ausgeschlossen ist.

Darüber hinaus würde man Menulu Ugochukwu aus seinem Leben herausreißen. Er ist integriert wie vermutlich kaum ein anderer Flüchtling, so seine Fußballkameraden vom FSV Dornberg 2010, bei dem er ein Leistungsträger ist. Außerdem singt er im katholischen Kirchenchor Hardheim und in einem Gospelchor aus Tauberbischofsheim. Mit vielen Hardheimer ist er aufgrund seiner vielfältigen Vereinsaktivitäten gut befreundet.




Es wäre in Gesamtwürdigung aller Umstände, insbesondere der Lebensgefahr, nicht zu verantworten,  Menulu Ugochukwu wieder nach Nigeria zu schicken, so die Verantwortlichen vom FSV Dornberg, die zur Unterstützung ihrers Vereinskameraden eine Unterschriftenaktion gestartet haben, um vor der Härtefallkommission des Landes Baden-Württemberg eine positive Entscheidung zu erreichen. Bisher konnten über 500 Unterschriften gesammelt werden.

Durch diese überwältigende Bereitschaft seines Umfelds schöpft der gebürtige Nigerianer neue Hoffnung. Aber auch wenn er dadurch zuversichtlich in die Zukunft blickt, hat er Angst davor, doch in sein Herkunftsland abgeschoben zu werden. Daher ist jede einzelne Unterschrift sehr wichtig, appellieren die Organisatoren der Aktion.

Auf der Internetseite des FSV Dornberg gibt es Unterschriftenlisten zum Ausdrucken.

Infos im Internet:

www.fsv-dornberg.de/index.php?downloads-5

Hintergrund: Der Freizeitsportverein Dornberg 2010 e.V. wurde am 07. März 2010 von jungen Menschen gegründet, die sehr großen Wert auf eine gute Gemeinschaft innerhalb des Vereins legen. Die Verhinderung von Drogenmissbrauch ist ebenfalls ein großes und wichtiges Ziel des Vereins, nicht zuletzt auch deshalb, da in vielen Vereinen insbesondere der Alkoholmissbrauch mittlerweile ein großes Problem darstellt und dieses Problem zunehmend, speziell im Fußball, verharmlost wird. Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, andere Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Kulturen zu integrieren. Hier kümmert sich der Verein insbesondere um die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Hardheim. Gerade Asylsuchende, so die Erfahrung der FSV-Verantwortlichen, werden in den meisten Vereinen nicht gerne gesehen. Dieser Ansatz hat mittlerweile dazu geführt, dass sich die Fußballmannschaft des FSV Dornberg zu einer kleinen „Multi-Kulti-Truppe“ entwickelt hat. Zu betonen ist hierbei, dass die Stimmung in dieser sogenannten Multi-Kulti-Truppe überragend gut ist, womit ein ebenfalls wichtiges Ziel erreicht wurde. Der Freizeitsportverein Dornberg bietet derzeit die Sportarten Fußball, Fahrrad und Skike. Die Fußballer nehmen inzwischen am Spielbetrieb der Kreisklasse C Buchen teil.  

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