Neujahrsempfang der CDU Walldürn

Neujahrsempfang CDU Wallduern

(Foto: pm)

Walldürn. (pm) Beim diesjährigen Neujahrsempfang der CDU Walldürn im Café Tobias Leiblein konnte der Vorsitzende Steffen Ullmer zahlreiche Mitglieder aus dem gesamten Stadtverband begrüßen. Ein besonderer Gruß galt MdB Alois Gerig, Bürgermeister Markus Günther, dem Jubilar Franz Scheuermann und dem ersten Neumitglied im neuen Jahr, Jenny Eckel. Rückblickend auf das vergangen Jahr wies er auf die verschiedenen Aktivitäten des Stadt- und Ortsverbandes hin.

Zum Thema Energiewende konnte man zu Beginn des Jahres den Fraktionsvorsitzenden des Landtages Peter Hauk und den energiepolitischen Sprecher der Landtagsfraktion Paul Nemeth zu einem Vortrag im Schlachthof gewinnen. Beim Blumen- und Lichterfest übernahm man für die verhinderten Freunde aus der Partnerstadt Montereau den Käse- und Rotweinverkauf. Beim Sommerprogramm der Stadt Walldürn war man mit einer Stadtrallye vertreten, die den Kindern die Geschichte ihrer Heimatstadt näher bringen sollte. Gute Erfahrungen machte man mit dem Verkauf von Grünkernsuppe mit Markklößchen auf dem Walldürner Wochenmarkt, was sehr großen Zuspruch erfuhr.

Die Themenreihe Energie- und Energiewende beendete man im alten Jahr mit der Besichtigung der neu errichteten Halmgutpelletier-Anlage der Firma Innopell bei der Familie Kaufmann. Diese Themenreihe soll im neuen Jahr fortgesetzt werden. Auf der Klausurtagung im Herbst bereitete man sich bereits auf die Kommunalwahlen vor, wobei die Themen Innenstadtbelebung und Tourismus Schwerpunkte waren. Dass man auch sich auch aktiv zum Wohle der Bürger einsetzt, zeigte die Aktion „Renovierung des Glockenturms und der Glocke an der Josefskapelle“ im Geriatriezentrum in Walldürn. Mit Hilfe von Spendengeldern und tatkräftigem Einsatz einiger Mitglieder wird die Glocke bald wieder an ihrem gewohnten Platz läuten können.




Für das neue Jahr wies Ullmer auf die Winterwanderung am 10.03. und den Kreisparteitag am 15.03. in der Nibelungenhalle hin. Der Vorsitzende beendete seine Ausführungen mit dem Dank an alle Mitglieder und Aktiven, vor allem auch an die JU, die sich immer wieder tatkräftig bei den einzelnen Aktionen einbrachte und der es gelungen war, sich im Kreisvorstand mit drei Mitgliedern zu positionieren.

BGM Markus Günther schloss sich dem Dank- und Segenswünschen seines Vorredners an. Er verwies auf die bevorstehenden Bundestags- und Kommunalwahlen und betonte, dass, wenn auch einige Alles negativ sehen wollen, Walldürn trotz knapper Finanzen doch einiges zu Wege gebracht habe. Neben kleineren Investitionen nannte er den Spatenstich der Johannesdiakonie auf der Heide, die Neueröffnung des Elfenbeinmuseums, den Anbau am HdoT und die Einweihung des neuen Kolpingheimes, das in kurzer Zeit zu einem kulturellen Zentrum in Walldürn geworden ist. Er betonte, dass die Feuerwehr mit dem Erwerb der neuen Drehleiter nun auf dem neusten Stand sei und Einsätze auch in schwierigen Höhen ermögliche, von denen es in Walldürn ja einige gibt.

Im schulischen Bereich konnte durch den tatkräftigen Einsatz der Fördervereine der Schulhof zu einem Wohlfühlschulhof umfunktioniert werden. Für die Auerberg-Werkrealschule und die Konrad-von-Dürn-Realschule wurde der Antrag auf ein Schulzentrum gestellt, was gewährleisten soll, dass die beiden Schulen zwar in vielen Bereichen zusammenarbeiten, aber trotzdem ihre Eigenständigkeit bewahren, um so einer adäquaten Förderung der einzelnen Schüler/innen auf unterschiedlichstem Leistungsniveau gerecht zu werden.

Mit dem Spatenstich zum kreuzungsfreien Anschluss an die B 27, der schon lange überfällig war, wird Walldürn ein ganz neues Verkehrsbild bekommen, das sicher noch weitere Investoren anlocken wird.

Zur finanziellen Situation Walldürns äußerte sich der Bürgermeister vorsichtig optimistisch. Mit 4 Mio. Investitionen, trotz 2 Mio. Schuldenabbau und 5 Mio. Rücklagen, dürfte man in Zukunft nicht stehen bleiben. Geplant ist im Herbst wieder eine Bürgerversammlung, um alle Bürger in die Entscheidungen mit einzubeziehen.

Problematisch sieht er die Politik der Landesregierung, die auf dem besten Wege ist, den ländlichen Raum auszubluten. Angefangen bei der Polizeireform bis hin zu der Verlagerung des Vereinsregisters, was sich sehr zum Nachteil des Ehrenamtes und der Aktivitäten der Vereine auswirken wird. Nach diesen Ausführungen übergab BGM Markus Günther das Wort an Alois Gerig.

Dieser bedankte sich für die Einladung und ging dann auf die aktuelle Situation der CDU ein. Er berichtete über seine Gespräche bei der Grünen Woche und der Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik. Der Verlust bei der Wahl in Niedersachsen sei schmerzlich und deshalb müsse man sich mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Ganz wichtig sei dabei, Wähler, vor allem Jungwähler, zu aktivieren. Es gehe nicht an, dass in einem demokratischen Staat vom Wahlrecht so wenig Gebrauch gemacht würde, während es Länder gibt, in denen man von freien Wahlen nur träumen kann. Die Jugend sei an Politik interessiert, was der Besuch von Schülergruppen im Bundestag immer wieder zeige, es gäbe aber auch noch viele, bei denen es an politischer Bildung mangele, und da seien die Schulen in der Verantwortung. Was die Bundespolitik anbelangt, so könne man sich durchaus sehen lassen. Deutschland stehe gut da und habe mit Angela Merkel eine Persönlichkeit als Kanzlerin, die weltweit Ansehen genieße. Die CDU, vor allem auch an der Basis, müsse dafür sorgen, dass es so bleibe. Solidarität und Solidität sind bedeutende Schlagworte. Man müsse zwar weg von den hohen Schulden, trotzdem gebe es innerhalb Europas wenige Länder, die so gut dastünden wie Deutschland. Insofern muss Deutschland auch mehr leisten. Bei allem aber dürfe man die christlichen Grundwerte nicht außer Acht lassen.

Als Vorsitzender des CDU-Landesausschusses „Ländlicher Raum“ sieht er die CDU als Anwalt für die Menschen des ländlichen Raumes. Die Landesregierung, die zwar ökologisch ausgerichtet sein will, lege aber ein sehr feindliches Verhalten gegenüber dem ländlichen Raum dar. Mit einem Federstrich würden gewachsene Strukturen zerstört und ganze Landkreise ins Abseits gestellt. Die Bewohner der Ballungszentren müssten sich bewusst sein, dass sie auf den ländlichen Raum als grüne Lunge und Naherholungsgebiet angewiesen sind. Dieser Raum muss auch für junge Menschen nach der Ausbildung und dem Studium attraktiv bleiben und darf nicht durch Maßnahmen von oben beschnitten werden. Mit der Aussage: “Politik ist keine Ideologie, man muss der Realität ins Auge sehen“ beendete er seine Ausführungen, um sich anschließend den Fragen der anwesenden Parteifreunde zu stellen.

Bevor man in die Diskussion über die Beiträge von Bürgermeister und Bundestagsabgeordnetem einstieg, hatte der Vorsitzende die angenehme Aufgabe, das Parteimitglied Franz Scheuermann für 50 Jahre Mitgliedschaft zu ehren. Franz Scheuermann trat 1963 in die CDU ein, war seit 1965 Mitglied des Gemeinderates, davon über 10 Jahre stellvertretender Bürgermeister, von 1974-1979 Kreisrat und bis 1976 Vorsitzender des Ortsverbandes der CDU. Zusammen mit Markus Günther und Alois Gerig überreichte Steffen Ullmer dem Jubilar die Urkunde und Ehrennadel zusammen mit einem Präsent.

Im Anschluss daran ging Alois Gerig auf die Anliegen der Anwesenden ein. Ein Schwerpunkt dabei war der Zustand der L 518 (Walldürn-Gerolzahn-Gottersdorf-Miltenberg), die durch die vielen Umleitungen und den Schwerverkehr in einem so schlechten Zustand sei, dass eine Sanierung dringend notwendig wäre. Mit dieser angeregten Diskussion beendete man den diesjährigen Neujahrsempfang.

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