Übernehmen Roboter in Seckach die Macht?

Führungspersönlichkeit mit weinendem Auge verabschiedet

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Sitzungspräsident Christian Schneider verabschiedet den Vorsitzenden  Marco Aumüller. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Er war begeistert von seiner Regierungsvertretung, der Seggemer Borchemeeschder Pfennigfuchser, auch bekannt als Thomas Ludwig. Zum einen weil diese „Rote Armee“ im Akkord zum Ordensmotto „In Seggi do wird gespart, am Schwimmbad steht jetzt en Kasseautomat. Mol gespannt wie des weitergeht, ob bald en Roboter uff de Bühne steht“ Pointen produzierte, zum anderen, weil Sitzungspräsident Christian Schneider zwar sehr schnell, aber sicher nicht weniger als er selber sprach.

Aber das lässt sich bei fünf Stunden Prunk- und Fremdensitzung auch einfach nicht vermeiden, da würde nur „Programm kürzen“ helfen. Und welcher Sitzungspräsident lässt sich schon freiwillig eine Kampagnenkrise antexten – das geht vermutlich so schnell wie das Verlieren von Doktortiteln -, auch wenn die Seggemer Schlotfeger samt Ortsteil-Freunde wirklich genug eigene Supertalente und Ideen hätten.

Das bewies nicht nur der Narrensamen in Tanzformation der Mini- und Juniorengarden bei Garde- und Schautanz ebenso wie der „Hoheberchzwerch Franzi“ Schmitt, mit seiner erstklassigen Bütt über das Ortsgeschehen. Das wurde auch überdeutlich bei den Playback-Shows der Fuggschelöcher Simon Amend und Sandro Frank alias „Andreas Gabalier“  oder „Modern Talking“, die die Halle mit wenig Aufwand wirklich zum Kochen brachten.

Nicht zu übersehen waren die örtlichen Highlights wie sie die „Goweddls“ als fetzige 20er-Jahre Show präsentierten oder die besondere historische Dokumentation der „Gruppe Maus“ aus Großsteinzeitheim im Gundam-Style und dann natürlich die abschließenden Schautanz-Glanzlichter von FG-Vorstandschaft, Schlotfeger-Garde und Elferrat, die erst lang lang nach Mitternacht von der Bühne durften. „Synchron-Schwimmen“ war die olympische Anforderung an den Elferrat, die dieser mit viel Bravour und noch mehr Humor hervorragend meisterte. Als Zugabe leiteten sie dann zusammen mit den Garden und dem Publikum mit Ententanz und Gangnam-Style schließlich in den inoffiziellen Programmteil über.




Davor hatte jedoch die Schlotfeger-Garde das Narrenvolk von ihren überdurchschnittlich hohen tänzerischen und schauspielerischen Qualitäten überzeugt. Titel des Meisterwerks und absolut Pokalverdächtig: „All you need is love“! Eingestimmt auf so viel Professionalität hatten „Vorstandschaft & Friends“ mit ihrer Studie über „die Evolution des Tanzes“, die bei Indianertanz begann und sich langsam zum HippHopp vor arbeitete. Neben dem erfrischenden Schautanz „Wasserrausch“ der Junioren-Garde gehörte das jedoch alles zum bombastischen zweiten Teil des kurzweiligen Abends, der würdig durch die Aufwartung von Abordnungen aus Götzingen, Großeicholzheim, Hainstadt, Hettigenbeuern, Hettingen, Merchingen, Osterburken, Sattelbach und Zimmern eingeläutet worden war.

Mit einem Dank an alle Helfer hinter der Bühne, aber auch die Sitzungskapelle unter Leitung von Martin Heß, Ordensgestalter Rainer Kampfhenkel und Bürgermeister Thomas Ludwig sowie dem Erläutern einiger Sicherheitsneuerungen – wie z. B. Schutzhelmpflicht im Publikum – eröffnete Christian Schneider das Mammutprogramm, dem nach einigen technischen Schwierigkeiten das Debüt von Melanie Schindler-Unangst und Regina Just (FG Merchinger Brogge) als die Veteranen „Emil und Rudi“ folgte.

Deren Gedankengut würde außerhalb der 5. Jahreszeit vermutlich nicht nur in Politikerkreisen Sexismus-Diskussionen auslösen. Dafür würde Elke Hemberger von den Heeschter Berkedieben als Frau mit EDV-Problemen, die beim Online-Shopping beginnen und beim Krach mit der besten Freundin aufhören, im wirklichen Leben sicher von Blondinen-Witzen verfolgt werden. Hainstadt war weiter vertreten das Männerballett mit dem grandiosen historisch begründeten und akrobatisch durchgeführten Schautanz „Es lebe der König“ sowie durch Tanzmariechen Carla Braun, die vermutlich da Gummi hat, wo bei nahezu allen anderen Menschen Knochen sitzen. Ein Augenschmaus, der manchem Zuschauer Phantomschmerzen verursachte.

Jede Menge Kondition und akrobatisches Können bewies außerdem – in Seggi schon fast traditionell – die Männerauslese Walldürn unter dem Titel „In Jamaica ist die Hölle los“ – das hatte Charme und Pfeffer, den verbal auch Büttenass Wolfgang König von den Höpfemer Schnapsbrennern als „Tramper“ verteilte. Der wusste nicht nur, wie man am einfachsten an einen Ferrari kommt, sondern hatte auch die perfekte Lösung für Schulden Griechenlands parat, die uns keinen Pfennig kosten würde. Doch den Motto-Knaller brachte der „Hoheberch-Zwerch“ Franziska Schmitt, der mit seiner „Funsel“ so manches Ortsgeschehen – aber vor allem die Seggemer Automatenlösungen beleuchtete.

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Fazit: Menschen, die man ansprechen kann, die vielleicht mal Fehler machen, dafür aber zuhören können, sind einfach durch keinen Automaten der Welt zu ersetzen. Weder im Hallenbad, noch bei der Musik und noch nicht einmal im Rathaus oder beim Elferrat. So viel Weisheit von „so a me kleene Zwerch“ quittierte das gut gelaunte Narrenvolk mit Raketen, Applaus und Spitze-Rufen.

Für das Publikum sehr überraschend, nutzte Sitzungspräsident Christian Schneider den öffentlichen Rahmen der Prunksitzung, um Marco Aumüller als 1. Vorsitzenden der FG offiziell und mit großer Dankbarkeit für seine enormen Verdienste aus seinem Amt zu verabschieden. Marco Aumüller hat privat ein so großes Arbeitspensum vor sich, dass er das Amt schweren Herzens nach acht Jahren zur Verfügung stellt. Er hat die junge FG Seggemer Schlotfeger maßgeblich durch seinen überdurchschnittlichen Einsatz zu dem gemacht, was sie nach nur zehn Jahren bereits darstellt. Mit Urkunde, Präsent und einigen weinenden Augen wurde die junge Führungspersönlichkeit verabschiedet, die sich bei einem „Superteam“ für die stete Rückenstärkung bedankte und betonte, wie wichtig es sei, „die Brauchtumspflege immer rechtzeitig der nächsten Generation in Verantwortung zu geben“.

Fotostrecke zum Artikel – (Fotos: Liane Merkle)
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Die Aktiven der Seggemer Schlotfeger in der Kampagne 2012/13

  • Sitzungspräsident: Christian Schneider
  • Vorstandschaft & Friends: Marco Aumüller, Canfer Gül, Rudi Zuber, Jochen Hornung, Martin Eckl, Michael Schüssler, Christian Eberhard, Daniel Maier und Christian Löffler.
  • Minigarde: Sina-Marie Ühlein, Isabel Henn, Marlene Egner, Julia Schaffer, Conny Adams, Hanna Haber, Anne-Katrin Stapf, Katja Geier, Tina Wallisch, Lisa Köhler, Vanessa Bucher, Sophia Bender, Elisa Herbinger. Trainerinnen Bianca Keller, Selina Keller, Tanja König.
  • Jugendgarde: Theresa Haaf, Lena Hutter, Selina Keller, Luisa Aumüller, Lena-Marie König, Charlotte Müller, Leonie Wachter, Clara Wulfrath, Samira Weber, Sophia Siebert.
  • Trainerinnen Dunja Danner, Laura Haaf, Olga Schiffmann, Carina Heck.
  • Schlotfeger-Garde: Vanessa Haaf, Tanja Schmitt, Diana Dollinger, Maren Herkel, Olga Schiffmann, Ramona Hawerland, Maika Rupp, Isabel Bayer, Carolin Thomeier, Katharina Maier, Carina Frank und Lena Asselborn. Mittanzende Trainerinnen Sarah Dziwosz, Carina Heck, Julia Kirmse
  • Elferrat-Synchron-Schwimmen: Christian Hornung, Alexander Winter, Artur Palmer, Andreas Metz, Jens Verhoef, Bennedikt Kleine-Limberg, Daniel Thomeier, Christian Thomeier, Mattias Schwing, Christian Hartel,
  • Trainerinnen Julia Kirmse und Maren Herkel

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