Alterskontrollscheiben für Kassenmitarbeiter

 Alterskontrollscheiben verteilt

(Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. Schon zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren wurden bzw. werden sie im Auftrag des Arbeitskreises Sucht in Zusammenarbeit mit der Polizei im gesamten Kreis ausgeteilt: Alterskontrollscheiben, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Kassen von Geschäften, Tankstellen und Kiosken erleichtern sollen, schnell das Alter des jugendlichen Kunden zu berechnen – um dann zu entscheiden, ob der Verkauf von entsprechenden alkoholischen Getränken rechtens ist. Oder eben nicht.

In Mosbach sind Mädchen aus dem Jugendhaus mit Christine Günther und Christina Zaiser losgezogen, um einen Teil der über 600 Kontrollscheiben zu verteilen. Immer wieder bekommen sie vom Verkaufspersonal bestätigt, dass Jugendliche regelmäßig versuchen, Alkohol zu kaufen, obwohl sie das altersbedingt gar nicht dürfen. Tatsächlich ist das Alter auf den ersten Blick oft nicht eindeutig. Jüngere sehen älter aus, Ältere werden jünger geschätzt. Hier hilft nur der Blick auf das Geburtsdatum im Ausweis. Und die schnelle, richtige Berechnung des Alters. Was nicht immer ganz einfach ist in der Hektik bei vielen ungeduldigen Kunden an den Kassen.




Hier hilft die Kontrollscheibe, die, auf das aktuelle Datum eingestellt, ganz schnell Auskunft gibt. Im Jahr darauf wird die Scheibe mit Aufklebern aktualisiert, 2015 wird es dann wieder neue Exemplare geben.

Was tatsächlich geht und was nicht, das erklärten Susanne Heering vom Arbeitskreis Sucht und Werner Broßmann von der Polizei den Mädchen vom Jugendhaus: Bier, Biermischgetränke, Wein, weinhaltige Mischgetränke und Sekt dürfen nur an Jugendliche verkauft werden, die 16 Jahre und älter sind. Spirituosen und spirituosenhaltige Mischgetränke dürfen dagegen nur über den Ladentisch gehen, wenn der Kunde mindestens 18 Jahre alt ist.

Die Einhaltung dieser Vorschriften wird im Übrigen immer wieder vor allem von der Polizei – gerne auch durch sogenannte „Testkäufe“ – kontrolliert. Dem Verkaufspersonal und den Ladenbesitzern drohen empfindliche Strafen, wenn eine Missachtung nachgewiesen werden kann.

„Jugendliche, sogar Kinder kommen heute viel zu leicht an harte alkoholische Getränke. Dagegen wollen wir angehen. Wenn wirklich alle Ladenbesitzer sich an die Vorschriften halten, dann machen wir es den jungen Leute zumindest ein ganzes Stück weit schwerer, sich entsprechend einzudecken. Angesichts der Suchtgefahr und der schlimmen gesundheitlichen Folgen, die Alkoholkonsum im Allgemeinen und das „Komasaufen“ im Besonderen gerade bei Heranwachsenden verursachen kann, werden wir auch künftig immer wieder hier ansetzen“, betonen Susanne Heering und Werner Broßmann. 

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