Seckach will neue Wasserversorgung realisieren

Sanierung von Leichenhallen wird teuer

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Für die Sanierung der Leichenhallen in Seckach (Foto) und Zimmern muss die Baulandgemeinde viel Geld in die Hand nehmen. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Mit einem Finanzvolumen in Höhe von 3,04 Mio. Euro im ersten Bauabschnitt wird die Gemeinde Seckach ihre Wasserversorgungskonzeption verwirklichen und hierbei auch einen neuen Hochbehälter „Talberg“ erstellen. Wie in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Ludwig mitgeteilt wurde, sei durch die Gemeindeverwaltung zusammen mit dem Ingenieurbüro Fritz Planung beim Regierungspräsidium Karlsruhe bereits fristgerecht ein Fachförderantrag für diesen ersten Bauabschnitt gestellt worden.

Dieser erste Bauabschnitt sieht als Baumaßnahmen vor, dass der neue Hochbehälter „Talberg“ mit einem Inhalt von 1.100 Kubikmeter und mit Umschluss des Hochbehälters „Bauernsiedlung“ erstellt und eine Fallleitung nach Zimmern mit dem Druckminderer im Hochbehälter „Friedhof“ verlegt wird. Weiter soll eine Zuleitung vom Bodenseewasserschacht am Seckachweiher zum Hochbehälter „Talberg“ neu gebaut werden. Gleiches gilt für die Fallleitungen in Richtung Seckach im Bereich der Doppel/Dreifach Rohrverlegungen. Als Baubeginn für die Zuleitung zum Hochbehälter „Talberg“ könne man sich kurz nach der Sommerpause vorstellen, sofern die planerischen Voraussetzungen gegeben sind. Gemeindeverwaltung und das zuständige Ingenieurbüro rechnen derzeit mit Gesamtkosten der kompletten Wasserversorgungskonzeption in Höhe von 5,9 Mio. Euro. Bei einer zu erwartenden Förderung in Höhe von 80 Prozent würde der Eigenanteil der Gemeinde Seckach für die Gesamtmaßnahme bei 1,44 Mio. Euro liegen.




Bürgermeister Thomas Ludwig: „Die Maßnahme kann aber aufgrund ihres Umfangs nur in mehreren Abschnitten beantragt und umgesetzt werden, so dass man für die komplette Fertigstellung mit einem Zeitraum von mehreren Jahren rechnen muss“. Der Gemeinderat nahm die von Dr, Laiber vom Ing.-Büro Fritz vorgestellte Planung, die in Kooperation mit dem Adelsheimer Ing.-Büro Sack und Partner erstellt wurde, für den Hochbehälter „Talberg“ in konventioneller Stahlbetonbauweise zustimmend zur Kenntnis und bevollmächtigte die Gemeindeverwaltung, zusammen mit dem Ing.-Büro die standortbezogene Vorprüfung bei Leitungslängen über zwei Kilometer zu beauftragen und die Baugenehmigung für den Hochbehälter einzuholen.

In einer vorangegangenen Sitzung hatte das Gemeinderatsgremium das Architekturbüro Kast beauftragt, ein Sanierungskonzept für die beiden Leichenhallen in den Friedhöfen Seckach (1974 gebaut) und Zimmern (1971 gebaut) zu erstellen. Nachdem inzwischen beide Gebäude durch das Ing.-Büro begutachtet und nun der Zustand dem Gemeinderat mitgeteilt wurde, will man sich einen genaueren Überblick über die Sanierungsmaßnahmen im Rahmen eines Vor-Ort-Termins machen und eine Besichtigungsfahrt zu bereits sanierten Leichenhallen durchführen, sehnt sich aber auch nach alternativen Kostenermittlungen für schlicht-schöne Neubauten. Architekt Kast hat folgende Hauptpunkt bisher festgehalten: In Zimmern hat u.a. die horizontale Feuchtigkeitssperre schon beachtliche Schäden verursacht, sowohl im Mauerwerk als auch bei den Betonfenstern, an Türen, Fensterrahmen und Dachverkleidung. Veraltet ist natürlich inzwischen die Technik sowie sanitäre Anlagen. Ersetzt werden muss das asbesthaltige Schindeldach und das undichte Flachdach. Baufällig ist auch der  solo stehende Glockenturm. Insgesamt wurden Kosten von rd. 270.690 Euro netto für die Sanierung der Leichenhalle Zimmern ermittelt, die das Gremium einigermaßen erschütterten. Zwar will der Ortschaftrat eine weniger aufwändige Sanierung, doch das Gremium tendierte stark zu einer langfristigeren Lösung.


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Noch schlimmer gestaltet sich die Bestandsaufnahme der drei Jahre jüngeren Leichenhalle von Seckach. Eine komplette Absenkung um die Außenmauern und ebenfalls das Fehlen einer horizontalen Feuchtigkeitssperre verursachte im Innen- und Außenbereich Durchfeuchtung, Schimmel und große Schäden. Selbst das Flachdach ist nicht mehr zu retten und soll durch ein flach geneigtes Dach ersetzt werden. Hier hat das Büro Kast Sanierungskosten in Höhe von 480.311 Euro netto ermittelt. Zur endgültigen Entscheidungsfindung ist neben alternativen Neubaukosten nach der geplanten Vor-Ort-Besichtigung und der Informationsfahrt zu sanierten und neu gebauten Leichenhallen durchaus auch die Meinung der Bürger gefragt und willkommen. 

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