Großes Interesse an Gentechnik-Veranstaltungen

Überraschend viele Zuhörer waren bei zwei Veranstaltungen des Runden Tisches Gentechnikfreier Neckar-Odenwald-Kreis in der letzten Woche anwesend.

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) Im Rahmen der Ausstellung „Maisschützer contra Gentechnik“ im Rathausfoyer in Buchen  und der Übergabe der Fair Trade Auszeichnung an die Stadt Buchen wurde am Dienstag der Film „Das grüne Gold der Inka“  im Wimpina-Saal in Buchen aufgeführt. Der Film informierte über die Anbauprobleme der indigenen Bevölkerung in den Anden mit ihrem wichtigsten Nahrungsmittel. Diese Völker  haben in vielen Jahrhunderten Tausende von verschiedenen Kartoffelsorten gezüchtet. Diese genetische Vielfalt ist dadurch in Gefahr, dass immer weniger Sorten auf immer größeren Flächen angebaut werden. Ein Negativbeispiel wurde für die USA aufgezeigt. Im Staat Iowa wurden unvorstellbar große Ländereien mit nur einer einzigen Kartoffelsorte bepflanzt. Nach vielen Jahren bester Wachstumsbedingungen, gab es einen feuchten Sommer. Die Folge davon war, dass fast die gesamte Kartoffelernte innerhalb von zwei Wochen mit der Kartoffelfäule infiziert war.




Im Anschluss an den Film stellte Gottfried May-Stürmer vom Aktionsbündnis Gentechnikfreies Baden-Württemberg die neuesten Entwicklungen im Bereich der Problematik der Grünen Gentechnik dar. Zwar sind die Handlungsmöglichkeiten eines Bundeslandes innerhalb der EU eingeschränkt, dennoch wurden diese juristisch untersucht. So wurde festgestellt, dass zum Beispiel auf landeseigenen Flächen der Anbau von GVO (gentechnich veränderte Organismen) unterbunden werden kann. Eine andere Möglichkeit der Einflussnahme ist die Abstandsbestimmung zu bestehenden Naturschutzgebieten und auch zu sogenannten FFH-Flächen. Wenn diese groß genug definiert werden, sind viele Möglichkeiten für gentechnisch veränderte Pflanzen eingeschränkt. Der Abend schloss mit einer intensiven Diskussion über eigene Handlungsmöglichkeiten.

In Aglasterhausen wurde am Freitag Abend mit der dortigen NABU-Gruppe der Film „Percy Schmeiser – David gegen Monsanto“ vorgeführt. Im vollbesetzten Vereinsraum herrschte betretenes Schweigen und gespannte Aufmerksamkeit während der Vorführung. Anwesende Gemeinderäte, Landwirte und sonstige Interessenten konnten es nicht verstehen, dass durch ein verändertes Gen der Besitz einer ganzen Pflanze und somit einer ganzen Ernte in den Besitz des Patentinhabers übergehen kann. Ganz besonders unverständlich ist, dass diese Genveränderung gegen den Willen des Farmers auf seine Felder gelangte. Man war sich einig, dass diese Technik der gentechnisch veränderten Pflanzen nicht zu kontrollieren ist. Es wurde auch die Frage gestellt, ob nicht der Konzern, der für die unkontrollierte Ausbreitung verantwortlich ist, diese Ausbreitung rückgängig machen muss, bevor eine Rückholung unmöglich  wird.

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