GEPA gibt Kaffeebauern ein Gesicht

Bede Godwill berichtet über Kaffeeprojekt in Mexiko

Buchen. (ap) Im Rahmen der Wanderausstellung „Maisschützer contra Gentechnik“ , einer Partnerschaft zwischen mexikanischen Bauern und Landwirten aus Hohenlohe, die im Rahmen der Fair Trade Stadt Buchen derzeit im Rathausfoyer zu sehen ist,  lud der Eine Welt e.V Buchen zu einem weiteren Vortrag über Mexiko ein. Bede Godwyll, Mitarbeiter der GEPA, der Gesellschaft für Partnerschaftlichen Handel, die sich seit 1975  für Fairen Handel einsetzt, stellte zunächst die Non Profit Organisation vor um danach anhand eines Projektes die praktische Umsetzung zu demonstrieren.

Die GEPA unterstützt Kleinbauern in benachteiligten Ländern,  um durch höhere und auch längerfristig garantierte Preise für die Menschen grundlegende soziale, ökologische und ökonomische Bedingungen zu schaffen, die es ihnen  ermöglichen, von ihren selbst erzeugten Produkten zu leben.

Von Beginn an bestand die GEPA auf biologischen Anbau der Lebensmittel, was in den meisten Fällen durch die traditionellen Anbaumethoden schon der Fall ist. Auf den Einsatz von Pestiziden, künstliche Düngemittel, große Rodungen und gentechnisch veränderte Pflanzen wird in diesen Anbausystemen von je her verzichtet. Dennoch ist es der GEPA wichtig, dass dieser Anbau auch als Bioanbau zertifiziert wird. Schon frühzeitig wurde daher Naturland als Zertifizierungsstelle für Bioprodukte mit einbezogen. Die Verbrauchern können also sicher sein, dass  die GEPA Produkte biologisch erzeugt sind. Die aufwendige Zertifizierung stellt für die Kleinbauern einen großen Kostenpunkt dar,  bringt aber vielen auch den Vorteil, ihre in Deutschland getesteten Produkte auch anderweitig auf dem Weltmarkt zu besseren Preisen verkaufen zu können, da sie die überdurchschnittliche Qualität nachweisen können.




Bede Godwyll stellte eine Gemeinde in Mexiko vor, Tierra Colorado. Hier leben 350 Menschen, von denen 42 Kaffee anbauen. Die Besonderheit dieser Gruppe liegt darin, dass sie in einem Nationalpark leben, aus dem die Regierung sie vertreiben möchte. Als Ihre Väter den Boden gekauft hatten,  noch bevor es zum Nationalpark erklärt wurde, wurde es versäumt, amtliche Grundbucheinträge zu machen. Aus diesem Grund können die Bauern heute den legalen Besitz des Landes nicht nachweisen. Nur durch die internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung, die die Gemeinde durch die GEPA, aber auch durch weitere Gruppen, wie z.B. Greenpeace erfährt,  werden die Bauern im Park geduldet.  Ihr Kaffee wird von der GEPA gesondert vermarktet. Zu erkennen  ist er an dem Foto von Alfonso, dem Schatzmeister der  Gemeinde. Die GEPA zahlt diesen Kleinbauern zusätzlich zu einem Mindestpreis einen Aufschlag dafür, dass der Kaffee biologisch  in alter indigener Tradtion unter Schattenbäumen gepflanzt wird. Zusätzlich zahlt die GEPA zeitlich begrenzt einen weiteren Betrag für den Bau von Blechdächern mit Regenrinnen zum Sammeln von Wasser, was in der Gemeinde sehr knapp ist. Auch in anderen Projekten wird nach Absprache mit den Genossenschaftsmitgliedern immer wieder ein Extrapreis gezahlt, um ein auf wenige Jahre begrenztes Projekt zur Verbesserung der Lebenssituation vor Ort zu unterstützen.

Nach diesem Vortrag und den Fotos der Kleinbauern war bei den Zuhörern das Verständnis für den höheren Kaffeepreis sehr gestiegen, gibt doch der Kauf von GEPA Kaffee die Möglichkeit, direkt und persönlich Entwicklungshilfe vor Ort zu leisten. So haben die Zuhörer nach einem Wort des Dankes durch Elisabeth Hirthammer, der Vorsitzenden des Eine Welt e.V.  Buchen an den Referenten, sich mit großer Freude durch einen Kaffeeeinkauf an der Unterstützung von Alfonso und seinen Kollegen in Tierra Colorado  beteiligt.

Infos im Internet:

www.gepa.de

www.gentechnikfreier-nok.de/

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