Holzpotenziale besser nutzen

Bioenergie-Region H-O-T präsentiert Holzvergasung als Alternative

Holzpotenziale besser nutzen

Aus allen Nähten platze der Veranstaltungsraum im Gasthof zur alten Post in Kloster Schöntal am vergangenen Mittwoch. Das Thema Holzvergasung hatte viele Besucher angelockt. Foto: pm)

 

Hohenlohe-Odenwald-Tauber. (pm) Mit rund 150 Besuchern hatte man im Kloster Schöntal selbst die kühnsten Erwartungen der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) übertroffen. Nicht unbedingt die neueste Innovation oder ein spannendes Technik-Highlight lockte die vielen Besucher an die Jagst. Die Bioenergie-Region hatte zu einer Veranstaltung geladen, in deren Fokus eine bereits 150 Jahre alte Technik stand, die Holzvergasung.

Matthias von Senfft, von der Spanner Re² GmbH aus Neufahrn in Niederbayern erläuterte, wie der nachwachsende Rohstoff Holz effektiver genutzt werden kann und aus Hackschnitzeln und Scheitholz, Strom und Wärme erzeugt wird. Holzgasanlagen dienen in erster Linie der Eigenversorgung und sind ab einem Jahresverbrauch von rund 30.000 Litern Heizöl wirtschaftlich sinnvoll. Durch die vergasungs-Technik kann deutlich mehr Energie aus dem zugeführten Holz gewonnen werden als bei einer herkömmlichen Verbrennung.




Im zweiten Weltkrieg, als Öl und Benzin zur Mangelware wurden, setzen vor allem landwirtschaftliche Maschinen auf die damals schon bewährte Technik. In Zeiten hoher Öl- und Gaspreise hat man die Technik wieder entdeckt. Sie ist nun ausgereifter und mit großem Potenzial für die Strom- und Wärmeerzeugung. Bei der Holzvergasung wird aus holzartigen Festbrennstoffen durch eine thermodynamische Umwandlung ein Brenngas erzeugt, das z.B. in einem Verbrennungsmotor in mechanische Energie umgewandelt werden kann. Als Brennstoffe kommen meist regional produzierte Hackschnitzel zum Einsatz. „Würde man die Hälfte des in Deutschland bislang eingesetzten Holzes über eine Holzvergasung energetisch verwerten, könnte man zwei Atomkraftwerke ersetzen“ betonte Matthias von Senfft. Die Potenziale der „Holz-Kraft“ sind beachtlich. Ein entscheidender Vorteil der Holzvergasungsanlagen ist die flexible Einsetzbarkeit. Quasi auf Knopfruck erzeugen die Anlagen Wärme und Strom genau dann, wenn z.B. Wind und Sonne zu wenig Energie liefern. „Holzgasanlagen sind überall dort ideal, wo viel Wärme benötigt wird, wie z.B. in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben aber auch im Hotel und Gaststättengewerbe“ erklärt Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region H-O-T. Durch den nachwachsenden Rohstoff Holz werden vor allem die regionalen Wirtschaftskreisläufe gestärkt und die Arbeits- und Lebensperspektiven im ländlichen Raum verbessert.

In der Region H-O-T will man über das Thema Holzvergasung weiter informieren. Der nächste Schritt ist eine Informationsfahrt für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Demonstrationsanlage der Spanner Re² GmbH. Interessierte können diesbezüglich mit dem Energiemanagementbüro der Bioenergie-Region H-O-T unter Tel. 06281 / 906 800 oder per Email info@bioenergie-hot.de in Kontakt treten. 

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